Sein Abgang wurde von der Milliardärsfamilie Mercer erzwungen

Trumps Ex-Berater Bannon verlässt Onlineportal “Breitbart”

Mittwoch, 10. Januar 2018 | 06:45 Uhr

Der Stern des rechtsnationalistischen US-Vordenkers Steve Bannon sinkt weiter. Bannon, der in den vergangenen Tagen im Zuge der Veröffentlichung eines extrem kritischen Enthüllungsbuchs über US-Präsident Donald Trump unter Druck geraten war, kündigte am Dienstag seinen Abschied von dem Onlineportal “Breitbart News” an.

Dieses war unter seiner Leitung in den vergangenen Jahren zu einem führenden Sprachrohr ultrarechter Kreise geworden und unterstützte Trump im Wahlkampf massiv. Bannon zeigte sich in einer von “Breitbart” veröffentlichten Erklärung “stolz” darauf, dass es dem Team der Website gelungen sei, in den vergangenen Jahren eine “Nachrichten-Plattform von Weltklasse” zu produzieren. Gründe für seinen Abgang nannte der 64-Jährige nicht.

Auch der Unternehmenschef des Portals, Larry Solov, hielt sich in demselben Statement bedeckt zu den Hintergründen von Bannons Abschied. Er erklärte lediglich, das Unternehmen werde Bannon “immer dankbar” für das bleiben, was es mit seiner Hilfe erreicht habe.

Bannons Abgang wurde laut US-Medienberichten durch den Druck der konservativen Milliardärsfamilie Mercer erzwungen, die Anteile an “Breitbart” hält. Die auch als Großspenderin einflussreiche Unternehmerin Rebekah Mercer hatte sich nach Veröffentlichung des Enthüllungsbuchs “Fire and Fury: Inside the Trump White House” (Feuer und Wut: In Trumps Weißem Haus) von Michael Wolff, das seit Tagen hohe Wellen schlägt, von Bannon losgesagt und ihre Solidarität mit Trump bekundet.

Das Buch stützt sich großteils auf Bannon zugeschriebene Äußerungen. Bannon stellte demnach unter anderem die mentale Eignung von Trump für das höchste Staatsamt infrage und übte massive Kritik an dessen Familie.

Besonders hart attackierte er dem Buch zufolge den ältesten Sohn Donald Trump junior, der sich während des Wahlkampfs 2016 in der Hoffnung auf belastendes Material über die demokratische Rivalin Trumps, Hillary Clinton, mit einer russischen Anwältin getroffen hatte. Dieses Treffen bezeichnete Bannon demnach als Landesverrat und “unpatriotisch”.

Wegen des Buches brach Trump mit Bannon. Er hatte diesen zwar bereits im August von seinem Posten als Chefstrategen im Weißen Haus entlassen, aber danach weiterhin freundlichen Kontakt zu ihm gepflegt. Auf den Wirbel um Wolffs Buch reagierte der Präsident dann mit scharfer Polemik gegen seinen früheren Chefstrategen: “Als er gefeuert wurde, hat er nicht nur seinen Job verloren, sondern auch seinen Verstand”, zürnte Trump.

Bannon bemühte sich seinerseits vergeblich in den vergangenen Tagen um Schadensbegrenzung. Er distanzierte sich von Wolffs Buch – wobei er die ihm zugeschriebenen Äußerungen allerdings nicht bestritt. Bannon schwärmte von Trumps “historischen Leistungen” und bezeichnete dessen Sohn als “Patrioten” und “guten Menschen”. Die Gunst des Präsidenten konnte er damit aber nicht zurückgewinnen.

Bannon war in der Schlussphase des Wahlkampfs von Trump zu seinem Kampagnenchef ernannt worden. US-Medien schrieben ihm dann einen entscheidenden Verdienst an Trumps überraschendem Sieg zu – was Trump aber wiederholt bestritt, weil er dadurch seine eigene Leistung geschmälert sah.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Weißen Haus kehrte Bannon dann zu “Breitbart” zurück. Der Website hatte er als Kampforgan gegen das politische Establishment in Washington und als Forum für ultrakonservative Positionen zu breiter Resonanz in rechtsgerichteten Kreisen verholfen.

Von: APA/ag.

Kommentare

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3 Kommentare auf "Trumps Ex-Berater Bannon verlässt Onlineportal “Breitbart”"


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denkbar
denkbar
Kinig
11 Tage 8 h

Bannon tut mir nicht leid, hat er doch selbst in der Liga immer die schmutzigen Geschäfte mitgespielt. Nun wird er selbst die ganze Härte der Selbstjustiz seiner Kumpanen erfahren. Es wird er wohl auch Angstzustände um sein Leben bekommen, wie sie laut Buch angeblich Trump hat.

Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
11 Tage 6 h

Schon Intressant wie einem rechtsnationalisten Glauben geschenkt wird, wenn es in den Kram passt. Hätte er ein Enthüllungsbuch über hillary geschrieben … Verschwörung, rassismus, nazi ecc …

denkbar
denkbar
Kinig
11 Tage 5 h

@Mistermah . Da haben Sie einen Kommentar von mir verpasst und interpretieren sie nicht richtig! Da hab ich darauf hingewiesen, dass ich das Buch lese und man davon ausgehen kann, dass auch wenn nur ein Bruchteil stimmt, der Umgang unter diesen Leuten allerdings viel verrät; ein Umfeld von Intrigen und Chaos!
Wie ich zum Enthüllungsbuch über Hillary Clinton stehen würde, kann ich nicht sagen, dafür müsste ich das Buch erst mal lesen, alles andere sind unsinnige Hypothesen.

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