Luxemburgs Außenminister Asselborn kritisierte Trumps Weltbild

Trumps “Feind”-Aussage: EU-Außenminister distanzieren sich

Montag, 16. Juli 2018 | 16:37 Uhr

Die EU-Außenminister haben sich von der “Feind”-Bezeichnung von US-Präsident Donald Trump gegenüber der EU distanziert. Der deutsche Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Michael Roth, sagte am Montag in Brüssel, Trump versuche Europa zu spalten. “Österreich sieht die USA sicherlich nicht als Feind, die EU sicherlich auch nicht”, sagte Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ).

“Ich persönlich nehme Abstand von diesen Kategorien”, betonte Kneissl. Politik sei für sie eine von Interessen geleitete Frage des Zusammenwirkens. Zu dem Gipfel am Montag von Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin in Helsinki bemerkte Kneissl, es sei wichtig, dass die USA und Russland wieder ins Gespräch kommen, man dürfe den Gipfel aber auch nicht überbewerten. Gerade in Syrien “steht vieles an der Kippe”.

“Um ernst genommen zu werden, brauchen wir zweifellos eine kohärente Außenpolitik” der EU, sagte Kneissl. Man rede in den USA selten von der EU, sondern spreche eher von den Europäern. “Ein kohärentes Auftreten, mit dem man sich Respekt verdient, bringt etwas.”

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn sagte, bei dem Gipfel in Helsinki könne vielleicht vieles zwischen Trump und Putin zurechtgebogen werden, er glaube aber nicht so fest daran. Es sei klar, “dass der Seelenzustand von Präsident Trump eine Rolle spielt”. Für Putin sei der Gipfel bereits jetzt ein Sieg. “Er will nicht mehr als regionale Macht dastehen wie Präsident (Barack, Anm.) Obama das gesagt hat. Das ist schon ein Sieg für ihn.”

Asselborn kritisierte Trumps Weltbild. “Ich hoffe, dass auch beim Golfspielen in Schottland, wo ja viel frische Luft ist, dass Präsident Trump es fertigbringt, in den Kategorien Feind und Nicht-Feind etwas klarer zu sehen.” Wenn Russland und China Konkurrenten der USA seien und Europa ein Feind, “ist manches durcheinandergerüttelt”. Er hoffe, dass die Welt im Kopf von Trump “nicht total aus den Fugen geraten ist”.

Nach dem US-Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran haben die EU-Mitgliedstaaten indes den Schutz europäischer Unternehmen vor Sanktionen Washingtons beschlossen. Die EU-Außenminister unterstützten eine Aktualisierung einer entsprechenden EU-Verordnung von 1996. Sie verbietet es Firmen, sich an die US-Sanktionen zu halten. Die Unternehmen sollen aber gleichzeitig vor einem Vorgehen der US-Behörden geschützt werden und können gegebenenfalls Schadenersatz verlangen.

Das “Blocking Statute” zum Iran sei zwar ein Instrument der EU für die von Sanktionen bedrohten Firmen, aber es bedeute nicht, dass diese Firmen umfassend kompensiert werden, betonte Kneissl. Es sei die Entscheidung jedes Unternehmens, sich für oder gegen Investitionen im Iran zu festzulegen.

Außenministerin Kneissl (FPÖ) sieht den Fortbestand des Iran-Atomabkommens als fraglich an. Es gebe weiter Fragezeichen, im welchem Umfang das Abkommen erhalten bleibe, sagte sie am Montag in Brüssel. Ein Ende des Atomdeals hätte laut Kneissl Folgen. “Unsere Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel.”

Kneissl sagte,bei der Migrationsfrage seien zudem die Rückführungen nicht anerkannter Asylbewerber entscheidend. Mehrere Rückführungsabkommen ließen auf sich warten. Die Frage, unter welchen Bedingungen, Asylanträge in Europa künftig gestellt werden können, sei von den EU-Innenministern zu behandeln.

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

11 Kommentare auf "Trumps “Feind”-Aussage: EU-Außenminister distanzieren sich"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Da sagt euch der Präsident höchstpersönlich dass ihr Amerikas Feind seid und ihr wollt es nicht checken? Oder soll es der Bürger nicht checken? Eher zweites

gapra
gapra
Superredner
1 Monat 1 Tag

Und weil es der Präsident höchstpersönlich sagt ist es wahr?? Wohl noch nicht alle Fakten gecheckt?

typisch
typisch
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@gapra
nein, war ist nur das was die presse schreibt

m69
m69
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@typisch 
EIN GROßES —–LOL——

Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@gapra 
ja gapra genau deswegen ist es wahr. wer denn sonst? du? lustig ist nur, trump kann es sagen und niemand glaubt ihm. wenn ich dir sage du bist mein feind, dann meine ich es auch so, gerade weil ich es am besten weiß punkt. aber wer seit jahrzehnten mit politikern kuschelt, die nein sagen und ja meinen, der kann mit der nackten wahrheit nicht umgehen. diese aussage überrascht mich null komma null. denn das wusste ich schon vorher. europa war schon immer feind nummer 1 der usa. dazu brauche ich keinen trump.

gapra
gapra
Superredner
1 Monat 1 Tag

@typisch Wenn das was die Presse schreibt, war, dann ist ja alles in bester Ordnung, denn dann ist es auch wahr.

gapra
gapra
Superredner
1 Monat 1 Tag

@Mistermah Danke für diese Erklärung und die bestechende Logik die dahintersteckt. Wenn Sie mir sagen, Sie sind mein Feind und es auch so meinen dann ist es für Sie wahr, weil Sie es am besten wissen, für mich muss es jedoch noch lange so sein, weil ich nicht jeden Andersdenkenden gleich als Feind ansehe.

speckbrot
speckbrot
Superredner
1 Monat 1 Tag

Die EU ist nicht nur der Feind der USA, sondern auch der Europäer.

Firewall
Firewall
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Das ist ein Speckbrot das Mundet👍👍

Firewall
Firewall
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Höchst an der Zeit dass Europa sich Spaltet, jeder noch so fleißige ausgenützte Steuerzahler der EU Mitgliedstaaten unterstütz lediglich die Lobbyisten samt Ihren Banken und sonnst nicht’s, Trump will genau das in den Saaten verringern ohne natürlich Rohtschild, Rockefeller und Co. unnütz zu Ärgern auf die Sanfte Art und Weise…

gapra
gapra
Superredner
1 Monat 1 Tag

@Firewall Danke für diesen kurzen, prägnanten Witz.

wpDiscuz