Begründung für den Schritt wurde nicht genannt

Trumps Heimatschutzberater Bossert erklärte seinen Rücktritt

Dienstag, 10. April 2018 | 20:00 Uhr

Die Welle der Rücktritte im Weißen Haus geht weiter: Der Heimatschutzberater von US-Präsident Donald Trump, Tom Bossert, nimmt seinen Hut. Trump habe sich bei Bossert für die gute Arbeit bedankt, sagte Regierungssprecherin Sarah Sanders am Dienstag in Washington. Eine Begründung für den Schritt nannte sie nicht. Bossert stand im vergangenen Herbst im Fokus, als mehrere Hurrikans die USA trafen.

“Der Präsident ist dankbar für Toms Einsatz für die Sicherheit unseres großartigen Landes”, erklärte Sanders, ohne nähere Angaben zu machen. Am Montag war der außenpolitische Hardliner John Bolton in Trumps Team dazugestoßen, er trat offiziell sein Amt als Nationaler Sicherheitsberater an. Trump hatte den früheren US-Botschafter bei den Vereinten Nationen Ende März als Nachfolger des von ihm entlassenen H.C. McMaster ernannt. In unbestätigten Medienberichten hieß es, dass Bossert seinen Posten auf Verlangen des neuen nationalen Sicherheitsberaters Bolton niedergelegt habe.

Bossert war als Heimatschutzberater vor allem für den Einsatz gegen Naturkatastrophen und Cyberkriminalität verantwortlich, aber auch in den Anti-Terror-Kampf eingebunden. Im April vergangenen Jahres reiste er gemeinsam mit Trumps Schwiegersohn und Berater Jared Kushner in den Irak, um sich ein Bild vom Kampf gegen die Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) zu machen.

Der Präsident hielt große Stücke auf seinen telegenen Heimatschutzberater. Bei einem Besuch in Puerto Rico nach dem Durchzug eines Hurrikans im Oktober hatte er Bossert in höchsten Tönen gelobt: “Toller Job, toller Job”, hatte Trump gesagt.

Der Rücktritt den 43-jährigen Bossert erfolgt inmitten von Spekulationen über eine mögliche militärische Reaktion der USA auf den mutmaßlichen Giftgasangriff im syrischen Duma. Bossert hatte am Wochenende in einem Interview mit dem Sender ABC einen Vergeltungsschlag nicht ausgeschlossen. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs seien sich “alle Nationen, alle Völker einig”, dass die Anwendung von Chemiewaffen eine “inakzeptable Praxis” sei. Er schließe eine militärische Reaktion nicht aus, hatte Bossert erklärt.

Seit Trumps Amtsantritt im Jänner 2017 hat es im Team des US-Präsidenten zahlreiche Rücktritte gegeben, darunter von Pressesprechern und Beratern. Hinzu kommen mehrere Entlassungen durch Trump. Bereits im Februar 2017 war Trumps erster Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn auf Wunsch des Präsidenten zurückgetreten. Flynn waren seine Russland-Kontakte zum Verhängnis geworden.

Von: APA/dpa/ag.

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