Das Weiße Haus bestätigte die Zahlen

Trumps Steuerunterlagen aus dem Jahr 2005 veröffentlicht

Mittwoch, 15. März 2017 | 15:38 Uhr

Ein kleiner Teil des streng gehüteten Steuergeheimnisses von US-Präsident Donald Trump ist gelüftet: Nach der Veröffentlichung der Steuererklärung aus dem Jahr 2005 durch US-Medien hat das Weiße Haus am Dienstagabend die Zahlen bestätigt. Demnach zahlten Melania und Donald Trump rund 38 Millionen Dollar an Steuern auf Einnahmen in Höhe von 150 Millionen Dollar.

Rückschlüsse auf Geschäftspartner lässt die Steuererklärung nicht zu. Der US-Fernsehsender MSNBC und der Journalist David Cay Johnston, der ein Buch über den Immobilienmilliardär verfasst hatte, veröffentlichten am Dienstag die beiden wichtigsten Seiten der Steuererklärung. Die MSNBC-Journalistin Rachel Maddow zeigte eine Kopie der Erklärung in der Sendung. Zuvor hatte sie die Veröffentlichung im Kurzbotschaftendienst Twitter angekündigt, woraufhin das Weiße Haus noch schnell die Zahlen bestätigte.

Das Dokument belege, dass Trump und seine Ehefrau für das Jahr 2005 5,3 Millionen Dollar an Bundeseinkommensteuer zahlten, was einem Steuersatz von weniger als vier Prozent entspreche, schrieb der Investigativreporter Johnston auf der Website “DailyBeast”. Außerdem zahlten die Trumps mehr als 31 Millionen Dollar an Alternativer Minimumsteuer (alternative minimum tax oder ATM). Diese Steuer wurde ursprünglich eingeführt, um reiche Steuerzahler von einer exzessiven Nutzung von Steuerschlupflöchern abzuhalten. Trump hatte sich in der Vergangenheit für die Abschaffung der ATM ausgesprochen.

Keine Auskunft gibt die Steuererklärung über Trumps Geschäftspartner und damit über mögliche Interessenskonflikte. Neben Einnahmen von 150 Millionen Dollar führt die Steuererklärung Unternehmensverluste in Höhe von 100 Millionen Dollar an. Dem Weißen Haus zufolge handelte es sich um “umfangreiche Verluste durch Baumaßnahmen”.

Johnston fand die Steuererklärung nach eigenen Worten in seinem Briefkasten. Ihre Herkunft sei ihm unbekannt. Es sei durchaus möglich, dass sie direkt von Trump komme, sagte Johnston. Der US-Präsident habe schon öfter Informationen durchsickern lassen, wenn diese für ihn von Nutzen gewesen seien. Tatsächlich stützt die Steuererklärung Trumps Behauptung, dass er ausreichend Steuern gezahlt habe. Die Unterlagen enthalten laut CNN die Worte “client copy”, also die beim Steuerzahler verbleibende Abschrift. Trump schrieb am Mittwoch auf Twitter, niemand habe je von Johnston gehört und es handle sich um “Fake News”.

In US-Medien wurde am Mittwoch die Vermutung geäußert, die Steuererklärung solle von anderen, wichtigeren Themen ablenken. Das FBI soll nach einem CNN-Bericht am Mittwoch bekanntgeben, ob es wegen möglicher Verbindungen aus Trumps Team nach Russland ermittelt.

Ungeachtet dessen kritisierte die US-Regierung die Veröffentlichung des Dokuments durch die Medien. “Man muss wirklich verzweifelt sein wegen der Zuschauerzahlen, wenn man das Gesetz missachtet und eine Geschichte über zwei Seiten einer Steuererklärung verkauft, die über ein Jahrzehnt alt sind”, sagte ein Regierungsvertreter. Trump habe “nicht mehr Steuern gezahlt als gesetzlich verlangt”. Zudem habe Trump auch noch andere Steuern gezahlt wie Umsatz- oder Gewerbesteuer.

Entgegen der üblichen Praxis hatte Trump sich im Wahlkampf geweigert, seine Steuererklärungen zu veröffentlichen. Er argumentierte, dass er sie wegen einer seit Jahren laufenden Steuerprüfung nicht veröffentlichen könne. Seine Kritiker werten dies als Ausrede.

Zac Petkanas, Berater des Nationalen Komitees der Demokraten, erklärte, der einzige Grund, warum Trump seine Einnahmen nicht veröffentliche, sei, “dass er finanzielle Verbindungen mit russischen Oligarchen und dem Kreml verbergen will”.

Auch nach seiner Amtseinführung ist Trump nicht von seiner Haltung abgerückt, die den Gepflogenheiten in den USA widerspricht. Dort veröffentlichte jeder aussichtsreiche Präsidentschaftskandidat seit Richard Nixon schon vor der Wahl seine Steuererklärungen.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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1 Kommentar auf "Trumps Steuerunterlagen aus dem Jahr 2005 veröffentlicht"


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Dagobert
Dagobert
Grünschnabel
13 Tage 21 h

2005 machte er einen Gewinn von 150 Millionen $, in den anderen Jahren wirds ähnlich sein. Wundert sich jetzt noch jemand dass er es sich leisten kann auf sein Präsidentengehalt zu verzichten?

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