Ein Panzer der Ukraine nördlich von Donezk

Truppenrückzug in Ostukraine gerät ins Stocken

Sonntag, 02. Oktober 2016 | 14:04 Uhr

In der Ostukraine ist der vereinbarte Rückzug ukrainischer sowie prorussischer Einheiten von der Front gleich zu Anfang ins Stocken geraten. Von drei Testabschnitten zogen beide Seiten nur bei der Kleinstadt Solote im Gebiet Luhansk ihre Kämpfer ein Stück zurück. Die Aktion wurde von Beobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) überwacht.

Bei der Stadt Stanizja Luhanska verzögerte sich der für Anfang Oktober vereinbarte Rückzug mindestens bis Montag, wie ein Sprecher der sogenannten Volksrepublik Luhansk sagte. Zum dritten Abschnitt bei dem Dorf Petrivske sagte der Donezker Separatistenführer Alexander Sachartschenko, seine Truppen würden nicht abgezogen, solange die Ukraine auf der Gegenseite nicht dazu bereit sei.

OSZE-Vertreter beklagten, dass ihnen an mehreren Stellen der Zugang zur Front verweigert werde und die Beobachtung nicht möglich sei. Der Test für eine Entflechtung der Kampfeinheiten entlang der 500 Kilometer langen Frontlinie durch die Ostukraine war am 21. September in Minsk vereinbart worden. In dem seit 2014 dauernden Konflikt sind nach UNO-Schätzungen etwa 10.000 Menschen getötet worden. An vielen Frontabschnitten wurden auch am Sonntag Schusswechsel gemeldet.

In der Ostukraine kämpfen seit April 2014 prorussische Rebellen gegen ukrainische Regierungstruppen. Das im Februar 2015 in Minsk geschlossene Friedensabkommen sieht neben einem Waffenstillstand und dem Abzug schwerer Waffen von der Front auch Wahlen vor. Es ist aber bis heute nicht umgesetzt. In dem Konflikt wurden bereits mehr als 9.600 Menschen getötet.

Von: APA/ag.