Die Staatschefs Tsipras und Zaev verstanden sich prächtig

Tsipras sieht Besuch in Skopje als historischen Schritt

Dienstag, 02. April 2019 | 15:25 Uhr

Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras hat seinen Besuch in Skopje als einen historischen Schritt vorwärts sowohl für den Balkan als auch für Europa bezeichnet. “Wir sind da, um Brücken zu schlagen, anstatt Mauern zu bauen”, unterstrich Tsipras am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Nordmazedoniens Premier Zoran Zaev. Dieser sprach ebenfalls von einem “historischen Besuch”.

Es handelt sich dabei um den ersten Besuch eines griechischen Ministerpräsidenten seit der Erlangung der Unabhängigkeit der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik Mazedonien im Jahr 1991. In Anspielung auf den jahrelangen Namensstreit zwischen Skopje und Athen, der letzten Juni beigelegt worden war, meinte Tsipras, dass die zwei Staaten viel Zeit verloren hätten. “Wir müssen nun rennen und uns beeilen, nachdem wir drei Jahrzehnte verloren haben”, sagte er.

Der erste Besuch seines griechischen Amtskollegen in Skopje sei Ausdruck eines gemeinsamen politischen Willens und ein klares Zeichen für die Lösung offener Fragen als Beitrag zu einem neuen Balkan, betonte Zaev seinerseits. Vor einigen Monaten habe er einen guten Freund gewonnen, erklärte er. Tsipras wäre nicht nur sein Freund, sondern auch ein Freund Nordmazedoniens, unterstrich der nordmazedonische Ministerpräsident.

In Einklang mit der vorjährigen Vereinbarung von Prespa, durch welche der langjährige Namensstreit zwischen Skopje und Athen gelöst wurde, unterzeichneten die beiden Ministerpräsidenten am Dienstag einen Aktionsplan zur Förderung einer umfassenden bilateralen Zusammenarbeit. Abgeschlossen wurden auch Vereinbarungen über die Kooperation im Verteidigungsbereich sowie über die Errichtung eines weiteren Grenzüberganges zwischen Nordmazedonien und Griechenland.

Tsipras bekräftigte die Entschlossenheit seines Landes, das Nachbarland bei seinem EU-Annäherungsprozess zu unterstützen. Besprochen wurde auch die Zusammenarbeit in den Bereichen Energie und Transport.

Die zwei Ministerpräsidenten sollen später am Nachmittag ein Wirtschaftsforum eröffnen, zu welchem mehr als 400 Geschäftsleute, dabei rund 70 aus Griechenland, erwartet werden. Zaev hatte im Vorfeld des Besuches der Nachrichtenagentur AFP erklärt, dass Athen Investitionen in Höhe von mehr als 500 Millionen Euro im Nachbarland planen würde.

Griechenlands Nachbarstaat trägt seit Februar die Bezeichnung Republik Nordmazedonien. Athen wollte das Balkanland nicht unter seinem vormaligen Namen Mazedonien anerkennen, weil eine nordgriechische Provinz ebenso heißt.

Von: apa

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