Khashoggi wurde brutal ermordet

Türkei bestätigte grausame Details zu Khashoggi-Tod

Dienstag, 27. November 2018 | 17:52 Uhr

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusgolu hat den Inhalt von Tonaufnahmen aus dem saudischen Konsulat in Istanbul bestätigt, auf denen grausame Details zum Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi zu hören sein sollen. “Es ist zu hören, wie der Gerichtsmediziner die anderen instruiert: Sie sollten Musik hören, während er den Körper zerteilt. Man merkt, dass er es genießt”, sagte Cavusoglu.

Weiter sagte Cavusoglu in einem Interview der “Süddeutschen Zeitung”: “Er zerteilt gerne Menschen. Es ist ekelhaft.” Auf die Frage, wie die türkischen Behörden an die Aufzeichnungen aus dem saudischen Konsulat gekommen seien, sagte der Minister: “Die Geheimdienste geben ihre Quellen nicht preis.” Er selbst habe sich die Aufnahmen jedoch angehört. “Er wurde innerhalb von sieben Minuten getötet. Es war vorsätzlicher Mord.”

In türkischen Medien waren bereits zuvor Details aus den Tonaufnahmen – wie etwa über die Zerteilung der Leiche – veröffentlicht worden. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte Mitte November bestätigt, dass seine Regierung im Besitz von Aufnahmen aus dem Konsulat zum Mord an Khashoggi sei. Details hatte Erdogan jedoch nicht genannt.

Eine Menschenrechtsorganisation hat unterdessen in Argentinien Anzeige gegen den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman erstattet. Der Prinz solle wegen der Folterung und Tötung Khashoggis bei seiner Teilnahme am bevorstehenden G-20-Gipfel in Buenos Aires verhaftet werden, beantragte Human Rights Watch (HRW) am Montag bei einem Bundesgericht der argentinischen Hauptstadt.

Der Richter Ariel Lijo wies die Staatsanwaltschaft an, zu bestimmen, ob die Tötung Khashoggis im saudischen Konsulat in Istanbul in Buenos Aires geahndet werden könne, wie die Zeitung “Clarin” am Montag berichtete. HRW zeigte den saudischen Kronprinzen auch wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen im Jemen-Konflikt an.

Argentinien habe das Universalitätsprinzip bei Folterungen und Kriegsverbrechen anerkannt, hieß es in einer Mitteilung von HRW. Nach diesem Prinzip könne die Justiz Verbrechen dieser Art unabhängig vom Tatort und der Staatsbürgerschaft von Opfern oder Tätern verfolgen.

Unterdessen haben zahlreiche Menschenrechtsorganisationen und Aktivisten in Tunesien gegen den Besuch des saudi-arabischen Kronprinzen protestiert. In Sprechchören kritisierten die Demonstranten den Gast als “Mörder” und forderten seine Verurteilung wegen seiner Rolle bei der Ermordung Khashoggis.

Schon am Vorabend des Besuchs demonstrierten am Montag Hunderte Menschen im Stadtzentrum der tunesischen Hauptstadt gegen den Besuch in dem nordafrikanischen Land. Sie zeigten unter anderem Plakate mit der Aufschrift “Nein zur Unterdrückung der Meinungsfreiheit” und “Nicht willkommen”.

Saudi-Arabiens Kronprinz befindet sich derzeit auf einer Reise durch mehrere “befreundete” arabische Staaten, bevor er Ende der Woche beim G-20-Gipfel in Argentinien erwartet wird.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

6 Kommentare auf "Türkei bestätigte grausame Details zu Khashoggi-Tod"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Orschgeige
Orschgeige
Universalgelehrter
17 Tage 2 h

Bemerkenswert wie Erdogan jeden Tag ein kleines Tröpfen Wahrheit im Fall Khashoggi herausgibt um die Amis zu ärgern.

der Rote Wichtel
16 Tage 21 h

Bemerkenswert wie der Ami mit zweierlei Maß misst – Sanktionen gegen Russland für die nicht eindeutig bewiesene Skripal-Vergiftung und totale Ignoranz im Bezug auf die Saudischen Schlächter

Waltraud
Waltraud
Universalgelehrter
16 Tage 13 h

der Rote Wichtel
Dahinter stecken viele Millionen Gründe.

Mikeman
Mikeman
Kinig
16 Tage 10 h

@ Waltraud
das sind wohl Milliarden und nicht Millionen 😜😜

Waltraud
Waltraud
Universalgelehrter
16 Tage 9 h

Mikeman
Dann hängen wir halt drei weitere Nullen dazu.

zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
12 Tage 13 Min

Anscheinend herrscht eine grosse Unruhe innerhalb der königlichen Familie. Laut dem Nachrichtensender Al Jazeera möchte eine grosse und einflussreiche Gruppe innerhalb der Saud-Famiie einen Wechsel in der Liste der Thronfolger, also die Absetzung von M. bin Salman. Auch die USA scheinen mit M. bin Salman nicht mehr zufrieden zu sein und könnten sich Ahmed ibn Abd al-Aziz, der bereits als Innenminister arbeitete, als Ersatz vorstellen. 

wpDiscuz