Demo in Frankfurt am Main erhitzte die Gemüter

Türkei bestellt deutschen Botschafter wegen Kurden-Demo ein

Sonntag, 19. März 2017 | 13:31 Uhr

Die türkische Regierung hat den deutschen Botschafter wegen der kurdischen Demonstration in Frankfurt am Main am Samstag einbestellt. Ein Sprecher von Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach am Sonntag von einem “Skandal”, weil viele Demonstranten verbotene Kennzeichen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) mit sich geführt hatten.

“Gestern hat Deutschland seinen Namen unter einen weiteren Skandal gesetzt”, so der Sprecher. Der deutsche Botschafter sei am Samstag einbestellt worden, die Vorfälle seien “auf das Schärfste verurteilt” worden, fügte Präsidentensprecher Ibrahim Kalin im Sender CNN-Türk hinzu. Das kurdische Neujahrsfest Newroz sei als “Vorwand” für die kurdische Demonstration genutzt worden. Die türkische Regierung hatte bereits zuvor scharf gegen die Demonstration protestiert.

Etwa 30.000 Menschen hatten am Samstag in Frankfurt am Main friedlich für “Demokratie in der Türkei” und “Freiheit für Kurdistan” demonstriert. Die Teilnehmer riefen auch zu einem “Nein” bei dem anstehenden Referendum über die Einführung eines Präsidialsystems in der Türkei auf.

Laut Polizei waren zahlreiche Fahnen und Plakate mit Abbildungen verbotener Symbole sowie Bilder des Chefs der ebenfalls verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Abdullah Öcalan, zu sehen. Die Polizei verzichtete aber nach eigenen Angaben auf Beschlagnahmungen, um einen friedlichen Verlauf der Veranstaltung zu gewährleisten. In einem solchen Fall gelte die Regel “Gefahrenabwehr vor Strafverfolgung”. Die Fälle sollen aber strafrechtlich verfolgt werden.

Der Umgang Deutschlands mit der PKK ist Teil des seit Monaten bestehenden Konflikts zwischen Deutschland und Ankara. Erdogan hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zuletzt in einem Interview “Unterstützung von Terroristen” vorgeworfen. Die deutsche Regierung wies diese Vorwürfe als “abwegig” zurück.

Kalin kritisierte auch BND-Präsident Bruno Kahl für dessen Äußerungen zum Putschversuch in der Türkei. Diese seien ein Hinweis dafür, dass Deutschland die Bewegung um den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen “unterstütze”, sagte Kalin. Zudem hielt er weitere türkische Wahlkampfauftritte in Deutschland für möglich.

Von: APA/dpa

Kommentare

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1 Kommentar auf "Türkei bestellt deutschen Botschafter wegen Kurden-Demo ein"


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Mistermah
Superredner
9 Tage 48 Min

Nur eine INFO nebenbei zum “Sultan”!
Erdowahn darf laut türkischen Gesetz keine “Wahlveranstaltung im Ausland machen § 94A!!!”
Die Opposition hat er nach § 94A bei der letzten Wahl abgestraft und Politiker aus dem Amt entfernen lassen!

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