Türkischer Vizepräsident Oktay spricht von einem "Kriegsgrund"

Türkei droht Griechenland wegen Ausweitung der Hoheitszone

Samstag, 29. August 2020 | 15:33 Uhr

Die Türkei hat Griechenland für den Fall einer Ausdehnung seiner Territorialgewässer in der Ägäis offen mit einer militärischen Auseinandersetzung gedroht. “Wenn das kein Kriegsgrund ist, was denn sonst?”, sagte Vizepräsident Fuat Oktay der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge.

Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hatte am Mittwoch im Parlament erklärt, Griechenland dehne seine Hoheitszone im – Italien zugewandten – Ionischen Meer von sechs auf zwölf Seemeilen aus. In Seegebieten, wo andere Staaten mehr als 24 Seemeilen entfernt seien, könne dies möglicherweise ebenfalls geschehen. Über die Festlegung des Festlandsockels sowie der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer sei Athen zum Dialog mit der Türkei bereit.

Oktay erklärte, Ankara werde seine Rechte zur See ungeachtet aller Kosten verteidigen. Er rief zudem die EU auf, “fair” zu sein. Die Europäische Union sei kein internationales Gericht, das bestimme, was Recht und Unrecht sei. Die EU-Außenminister hatten am Freitag Ankara ultimativ zum Dialog mit Griechenland aufgerufen. Andernfalls könne der EU-Sondergipfel am 24. September über weitere Strafmaßnahmen gegen die Türkei diskutieren.

Bereits 1995 hatte das türkische Parlament eine Ausdehnung der griechischen Hoheitsgewässer in der Ägäis zum Kriegsgrund für die Türkei erklärt. Denn dann würde die Ägäis wegen der zahlreichen griechischen Inseln quasi zu einer griechischen See.

Die Spannungen zwischen den beiden Mitgliedsstaaten der NATO und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sind über einen Streit um unterseeische Rohstoffe stark gestiegen. Im östlichen Mittelmeer werden große Erdgasvorkommen vermutet, und die Türkei erkundet den Untergrund in Seegebieten, die von Zypern oder Griechenland beansprucht werden. Die griechischen und türkischen Streitkräfte halten Manöver in der Region ab. An den griechischen Manövern beteiligte sich insbesondere Frankreich, an türkischen Übungen die US-Marine.

Am Freitag erklärte die Türkei, sie habe östlich von Zypern 6 griechische F-16-Kampfflugzeuge abgefangen. Zuvor hatte sie die Arbeit ihres seismischen Erkundungsschiffes “Oruc Reis” dort um fünf Tage bis zum 1. September verlängert. Am Samstag kündigte Ankara neue Schießübungen im östlichen Mittelmeer vor der türkischen Südküste an.

Von: APA/ag.

Kommentare

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6 Kommentare auf "Türkei droht Griechenland wegen Ausweitung der Hoheitszone"


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pfaelzerwald
pfaelzerwald
Superredner
1 Monat 2 Tage

Eine gefährliche Entwicklung!

Dublin
Dublin
Kinig
1 Monat 2 Tage

…die Türken sollen erst mal den völkerrechtswidrig besetzten Nordteil des EU-Mitgliedstaates Zypern räumen, erst dann kann man mit denen reden…
😆

brunner
brunner
Superredner
1 Monat 1 Tag

Und die EU schaut belämmert zu und lässt den Despoten Erdogan gewähren….nur weiter so….bald haben wir einen 100 Millionen von Muslimbrüdern geführten Staat vor den Toren Europas!

Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@brunner
was soll die EU auch tun? X Millionen € dem Sultaninenkönig vorwerfen?
Militärisch gesehen hätte die EU gar nichts zu melden.

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Superredner
1 Monat 1 Tag

@Robert
Leider idtdie EU militärisch schwach

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Sultan Erdogan zockt mit dem “Trumpf” der Flüchtlinge im Ärmel.
Dass er ein sehr gefährliches Spiel wagt, ist ihm egal.
Die Stimmung in D kann kippen, wenn die Wirtschaft in die Grätsche geht.

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