Erneut Stellungen kurdischer Milizen in Syrien angegriffen

Türkei fliegt weiter Luftangriffe gegen kurdische Milizen

Sonntag, 28. Januar 2018 | 17:35 Uhr

Die türkische Luftwaffe hat erneut Stellungen kurdischer Milizen in Syrien bombardiert. In der Nacht auf Sonntag, und damit eine Woche nach Beginn des Militäreinsatzes der Türkei in Nordwestsyrien, hätten die Angriffe Verstecken und Waffenlagern der kurdischen Volksschutzeinheiten YPG gegolten, teilten die Streitkräfte mit.

Der Staatssender TRT meldete außerdem, am Sonntag hätten Luftwaffe sowie Artillerie Stellungen der YPG am Berg Bursaya nahe der türkischen Grenze beschossen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London bestätigte verstärkte Bombardements am Sonntag.

Seit Beginn der Offensive am Samstag vor einer Woche seien 484 gegnerische Kämpfer “neutralisiert” worden, hieß es weiter. Mit “neutralisiert” ist in der Regel getötet gemeint, der Begriff kann aber auch verletzt oder gefangen genommen bedeuten. Die kurdischen Milizen bestätigten das zunächst nicht.

Die YPG ist mit den USA im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verbündet. Für das NATO-Mitglied Türkei ist die YPG der verlängerte Arm der kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit eine Terrororganisation.

Überwiegend islamistische Rebellen haben unterdessen nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus einen Militärposten angegriffen und dabei mindestens 13 Soldaten getötet. Mit dem Anschlag habe eine neue Phase der Offensive gegen die syrische Armee begonnen, sagte ein Kommandant der Rebellen am Sonntag. Der Angriff wurde aus der Rebellenhochburg Ost-Ghouta geführt.

In dieser sind nach Schätzungen etwa 400.000 Menschen eingeschlossen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte den Angriff der Rebellen.

Eigentlich sollte für Ost-Ghouta seit Freitagnacht eine Waffenruhe gelten. Im Rahmen der Syrien-Gespräche in Wien hatte ein Sprecher der Oppositionsdelegation verkündet, dass man sich darauf mit Russland verständigt habe. Zudem sollten Hilfstransporte in die seit Jahren belagerte Rebellenhochburg zugelassen werden. Offiziell wurde die Waffenruhe weder von Russland noch von der mit ihr verbündeten syrischen Regierung bestätigt.

Ost-Ghouta grenzt direkt an die Hauptstadt Damaskus. Vergangene Woche hatten Rebellen nach Medienberichten aus dem Gebiet heraus die historische Altstadt von Damaskus beschossen.

Von: APA/dpa