Die türkische Armee geht derzeit im syrischen Grenzgebiet vor

Türkei schickt weitere Panzer nach Nordsyrien

Freitag, 26. August 2016 | 14:48 Uhr

Zwei Tage nach Beginn der türkischen Bodenoffensive in Syrien hat die Türkei weitere Panzer in den Norden des Nachbarlandes verlegt. Vier Panzer rollten am Freitag in Richtung des syrischen Grenzortes Jarablus, berichteten Medien. Aus Jarablus waren Explosionen zu hören.

An der Seite der Türkei kämpfende syrische Rebellen hatten die Stadt am Westufer des Euphrats am Mittwoch von der Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) erobert. Mit Unterstützung von US-Kampfflugzeugen hatte die Türkei am Mittwoch ihre bisher größte Offensive gegen den IS auf syrischem Territorium gestartet.

Der Einsatz richtet sich nach Angaben der türkischen Regierung sowohl gegen den IS als auch gegen die syrisch-kurdische Partei der Demokratischen Union (PYD). Am Donnerstag bombardierte die Türkei auch erstmals kurdische Stellungen nahe der kürzlich von der PYD eingenommenen Stadt Manbij.

Die von der Türkei unterstützten Rebellen erwarten unterdessen eine wochen- oder monatelange Offensive gegen die Extremistenmiliz “Islamischer Staat”. Das wichtigste Ziel sei es, nun von Jarablus aus nach Westen zur rund 70 Kilometer entfernten Stadt Marea vorzurücken, sagte der Befehlshaber der Gruppe Sultan Murad, Ahmad Osman, der Nachrichtenagentur Reuters.

“Wir wollen diese Region säubern, bevor wir uns in Richtung Süden bewegen”, erklärte Osman nun. Es gebe noch Dutzende Dörfer, die vom IS zurückerobert werden müssten. “Es wird Wochen oder Monate dauern, bis diese Dörfer zwischen Jarablus und Marea befreit sind. Das kommt auf die Kämpfe an.” Bei der Offensive setze man auf Luftunterstützung durch die Türkei und der von den USA geführten Anti-IS Koalition.

Auch die türkische Armee war mit Panzern gegen den IS vorgerückt. Mit der Vertreibung der Jihadisten aus Jarablus wurde zugleich ein weiteres Vorrücken der kurdischen Rebellen nach Westen verhindert. Die Türkei will ein zusammenhängendes kurdisches Gebiet in Nordsyrien unbedingt verhindern, weil sie sonst befürchtet, dass die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK im eigenen Land erstarkt. Rebellenkommandeur Osman sagte in dem Interview, man plane keine Konfrontation mit den Kurden. “Aber wenn wir gegen sie kämpfen müssen, werden wir das tun.”

Die USA, die die jüngste Offensive mit Kampfflugzeugen unterstützten, hatten Druck auf die kurdischen Rebellen ausgeübt, sich zurückzuziehen. In anderen Gebieten Nordsyriens sind die Kurden dagegen wichtige Verbündete der USA im Kampf gegen den IS.

Von: APA/ag.

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