Suche ohne Genehmigung der Regierung in Nikosia

Türkei setzt Bohrungen nach Erdgas vor Zypern fort

Donnerstag, 30. Juli 2020 | 08:45 Uhr

Trotz wiederholter Kritik der EU setzt die Türkei die Suche nach Erdgas vor Zypern fort. Das türkische Schiff “Barbaros”, befindet sich seit Donnerstag östlich der Mittelmeerinsel, wie aus NAVTEX-Navigationssicherheitswarnungen der türkischen Station Antalya hervorgeht. Ein anderes Bohrschiff, die “Yavuz”, forscht seit Monaten nach Erdgas im Südwesten der Insel.

Beide führen diese Suchen ohne die Genehmigung der Regierung in Nikosia durch. Die EU hat diese Aktionen verurteilt und droht der Türkei mit Strafmaßnahmen.

Internationale Energieunternehmen hatten in den vergangenen Jahren Erdgasvorkommen unter dem Meeresboden vor Zypern entdeckt und Bohrungen im Auftrag der Regierung in Nikosia begonnen. Dies führte zu schweren Spannungen zwischen Ankara und Nikosia. Die Türkei erkennt nämlich das EU-Land Zypern nicht an und lehnt die Suche nach Erdgas vor einer Lösung der Zypern-Frage und ohne die Zustimmung der türkischen Zyprioten ab. Ankara führt deswegen eigene Forschungen ohne die Lizenz der Regierung in Nikosia in der Region durch.

Die Insel Zypern ist geteilt. Die Türkei hält den Norden seit 1974 besetzt, wo eine – nur von der Türkei anerkannte – Türkische Republik Nordzypern etabliert wurde. Die gesamte Insel hingegen wird als Republik Zypern international anerkannt und ist seit 2004 Mitglied der EU, die ihr Recht aber nur im griechisch geprägten Südteil der Insel durchsetzen kann.

Von: APA/dpa