Idlib wurde eigentlich zur Deeskalationszone erklärt

Türkei und Frankreich fordern Ende syrischer Idlib-Offensive

Mittwoch, 10. Januar 2018 | 17:40 Uhr

Die Türkei und Frankreich haben ein Ende der syrischen Militäroffensive in der zur Deeskalationszone erklärten Provinz Idlib gefordert. Syriens Verbündete Russland und Iran sollten Druck auf die Führung in Damaskus ausüben, damit die Angriffe aufhörten, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Mittwoch.

Ansonsten seien die von der Türkei, Russland und dem Iran angestoßenen Bemühungen um eine politische Lösung in Gefahr. Auch Frankreich verurteilte die Angriffe, bei denen die syrische Luftwaffe und deren Verbündete auch Zivilisten und Krankenhäuser bombardiert hätten. Gezielte Angriffe auf Krankenhäuser seien völkerrechtswidrig, erklärte das Außenministerium in Paris.

Die Provinz an der türkischen Grenze wird vor allem von der Extremistengruppe Tahrir al-Sham kontrolliert, deren Kern die aus der Al-Kaida stammende Al-Nusra bildet. Cavusoglu warf Syrien und seinen Verbündeten vor, die Anwesenheit der Extremisten als Vorwand zu nehmen, um gegen Zivilisten und moderate Rebellen vorzugehen. In der Provinz leben derzeit schätzungsweise drei Millionen Menschen. Viele Kämpfer und Zivilisten sind vor der syrischen Armee nach Idlib ausgewichen oder dorthin gebracht worden. Die Türkei befürchtet, dass die Kämpfe eine neue Flüchtlingswelle über ihre Südgrenze auslösen könnten.

Auch Frankreich forderte die Einhaltung der Abmachungen von Astana zur Einrichtung der Deeskalationszonen. Zudem müsse sofort sicherer, umfassender und ungehinderter Zugang für humanitäre Hilfe hergestellt werden.

Frankreich äußerte sich auch entrüstet über die anhaltende Offensive gegen die belagerte Rebellenenklave Ghouta östlich von Damaskus. Dort wurden seit dem Jahreswechsel nach UNO-Angaben 85 Zivilisten bei Angriffen der syrischen Streitkräfte getötet.

Von: APA/ag.

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