Gülen lebt in den USA im Exil

Türkei verlangt formell von USA Verhaftung von Gülen

Dienstag, 13. September 2016 | 10:51 Uhr

Die türkische Regierung hat von den USA offiziell die Festnahme und Auslieferung des Predigers Fethullah Gülen gefordert. In dem Ansuchen macht Ankara Gülen für den Putschversuch von Mitte Juli verantwortlich. Ein entsprechendes Schreiben sei übermittelt worden, meldeten die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu und der Sender NTV am Dienstag unter Berufung auf das Justizministerium.

In dem Schreiben der Behörde heißt es laut Anadolu, Gülen habe den Putsch angeordnet und befehligt. Gegen den Prediger liegen bereits zwei türkische Haftbefehle vor. Wegen des Putschversuchs wurde Anfang August von einem Istanbuler Gericht ein Haftbefehl verlassen, ein anderer liegt aus dem vergangenen Jahr wegen “Gründung und Führung einer bewaffneten Terrororganisation” vor.

Präsident Recep Tayyip Erdogan fordert immer wieder die Auslieferung Gülens. Die Frage war zuletzt Thema bei einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama am Rande des G-20-Gipfels in China. Von der US-Regierung hieß es danach, eine mögliche Auslieferung wäre eine rechtliche Frage, keine politische. Die USA haben wiederholt betont, es brauche Beweise, die belegen, dass Gülen verantwortlich für den Putschversuch ist.

Gülen lebt seit 1999 in den USA. Bis zum Bruch 2013 war er ein enger Verbündeter von Erdogan. Seit dem Putschversuch geht die Türkei unter anderem gegen mutmaßliche Anhänger des Predigers vor. Nach letzten offiziellen Angaben sitzen im Zusammenhang mit den Ermittlungen nach dem Putschversuch mehr als 20.000 Verdächtige in Untersuchungshaft, darunter Soldaten, Richter, Staatsanwälte und Journalisten.

Von: APA/ag.

Kommentare

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1 Kommentar auf "Türkei verlangt formell von USA Verhaftung von Gülen"


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zombie1969
Grünschnabel
18 Tage 23 Min

Eine Auslieferung F. Gülens an die Türkei wäre für R. Erdogan der ultimative Triumph. Es wäre gleichbedeutend mit “lebenslänglich” für F. Gülen.
Nicht, weil er etwas verbrochen hätte, sondern weil R. Erdogan in seinem gegenwärtigen Machtrausch alle Regierungskritiker und Andersdenkende wegfegen will, am liebsten ins Gefängnis und am liebsten für immer.
Wenn die Todesstrafe in der Türkei kommen sollte, wäre F. Güllen der erste Kandidat.

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