Die Kämpfe in Jandairis haben ihre Spuren hinterlassen

Türkische Streitkräfte nahm Stadt Jandairis in Afrin ein

Donnerstag, 08. März 2018 | 15:18 Uhr

Die türkische Armee hat mit verbündeten syrischen Rebellen in Afrin die strategisch wichtige Stadt Jandairis eingenommen. Nach heftigen Luftangriffen hätten sie die Stadt komplett unter ihre Kontrolle gebracht, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag mit.

Die Türkei geht seit Jänner gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Afrin vor, die die Region im Nordwesten Syriens seit 2012 kontrollieren. Ankara betrachtet ihre Präsenz an der türkischen Grenze als Bedrohung, da die Gruppe eng mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden ist, die seit Jahrzehnten gegen den türkischen Staat kämpft. International ist der Einsatz umstritten.

Ein Kommandant der protürkischen islamistischen Rebellengruppe Faylaq al-Rahman bestätigte, dass ganz Jandairis “befreit” worden sei. Die türkische Armee kontrolliert damit laut der Beobachtungsstelle fünf wichtige Städte der Region Afrin und steht nur noch zehn Kilometer vor der Regionalhauptstadt Afrin. Jandairis wurde demnach seit 40 Tagen fast täglich von der türkischen Luftwaffe bombardiert.

Der Großteil der Stadt sei leer, doch blieben noch einige Einwohner, erklärte die Beobachtungsstelle. Seit Montag seien 28 Zivilisten bei Angriffen getötet worden. Die oppositionsnahe Organisation in Großbritannien bezieht ihr Informationen von Ärzten und Aktivisten vor Ort. Für Medien sind sie kaum zu überprüfen. Die Türkei bezeichnet Berichte über zivile Opfer als Propaganda und versichert, alles zum Schutz von Zivilisten zu tun.

Von: APA/Ag.