Ukraines Präsident Selenskyj bittet um finanzielle Unterstützung

Ukraine benötigt sieben Milliarden Dollar pro Monat

Freitag, 22. April 2022 | 03:16 Uhr

Wegen des russischen Angriffs benötigt die Ukraine laut Präsident Wolodymyr Selenskyj alleine als Ausgleich für wirtschaftliche Ausfälle monatlich sieben Milliarden Dollar (rund 6,5 Milliarden Euro) Unterstützung. “Und wir werden hunderte Milliarden Dollar für den Wiederaufbau benötigen”, sagte Selenskyj am Donnerstag in einer Videoansprache während eines Treffens des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington.

Die russischen Streitkräfte zerstörten in der Ukraine Infrastruktur, Schulen, Universitäten, Krankenhäuser und zahllose Häuser und Wohnungen, sagte er weiter. “Russische Artillerie, russische Raketen, russische Bombardements unterscheiden nicht, wen sie töten und welche Gebäude sie bombardieren oder in Flammen aufgehen lassen”, sagte Selenskyj einer englischen Simultanübersetzung zufolge weiter.

Die deutsche Regierung will rund 37 Millionen Euro für den Wiederaufbau der Ukraine bereitstellen. Die Mittel sollen eingesetzt werden, um Schäden zu beheben, die durch den russischen Angriffskrieg verursacht wurden. “Die Ukraine braucht dringend Wohnraum für die Millionen Binnenvertriebenen und sie braucht ein intaktes Stromnetz. Hier kann die deutsche Entwicklungszusammenarbeit kurzfristig helfen. Mein Ministerium hat hierfür Mittel per Sofortprogramm umgeschichtet”, sagte Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) vor der Weltbanktagung der “Augsburger Allgemeinen” (Freitag).

Nach Informationen der Zeitung sollen 22,5 Millionen Euro in den Aufbau des durch die russischen Angriffe massiv zerstörten Stromnetzes fließen und weiteren 12,4 Millionen Euro für den Bau von Wohnungen für innerhalb des Landes Geflüchtete. Zwei Millionen Euro sind für medizinische Ausrüstung vorgesehen.

Der ukrainische Premierminister Denys Schmyhal sagte bei dem Treffen in Washington, die Ukraine brauche mit Blick auf die kommenden Monate jeweils rund vier bis fünf Milliarden US-Dollar externe Unterstützung. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgiewa, lobte die Regierung in Kiew, trotz des Kriegs durch umsichtiges Handeln noch für relative makroökonomische Stabilität zu sorgen.

Georgieva warb für Hilfen für die Ukraine “so weit wie möglich” in Form von Zuschüssen und nicht in Form von Krediten. Der Finanzbedarf und die Art und Weise, wie er gedeckt werden soll, müssten noch präziser ermittelt werden, sagte sie. Aber um zu verhindern, dass Kiew beträchtliche Schulden anhäuft, sollte die Unterstützung nicht als Kredit gewährt werden, sagte Georgieva.

Wegen des Krieges in der Ukraine gab es beim halbjährlichen Ministertreffen des IWF auch erstmals keine gemeinsame Erklärung. “Russlands Krieg gegen die Ukraine hat es unmöglich gemacht, einen Konsens zu finden”, erklärte die Vorsitzende des IWF-Lenkungsausschusses, Spaniens Finanzministerin Nadia Calviño, am Donnerstag. Sie habe aber die Unterstützung der “überwältigenden Mehrheit” der 189 Mitglieder.

Es habe “nahezu Einstimmigkeit über die auf dem Tisch liegenden inhaltlichen Fragen” geherrscht, erklärte Calviño weiter. Die Finanzminister und Zentralbanker riefen demnach vor allem zur Beendigung des Krieges in der Ukraine auf und zeigten sich besorgt über die wirtschaftlichen Auswirkungen, die “eine globale Reichweite haben”.

Der Krieg und die zahlreichen Sanktionen gegen Moskau gefährden die weltweite Erholung von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Der russische Angriff auf das Nachbarland hat die Lebensmittel- und Energiepreise weltweit in die Höhe schnellen lassen und die ohnehin schon steigende Inflation angeheizt. Der IWF senkte seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft in der Folge deutlich.

Von: APA/AFP/dpa

Kommentare

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25 Kommentare auf "Ukraine benötigt sieben Milliarden Dollar pro Monat"


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Gustl64
Gustl64
Superredner
29 Tage 4 h

Verrückt, Europa bezahlt, die Zerstörer werden nicht zur Kasse gebeten.

Tina1
Tina1
Superredner
29 Tage 4 h

Und wir erst recht wenn die Ukraine Eu Mitglied wird…🥺

Neumi
Neumi
Kinig
29 Tage 3 h

Wie auch?

Grundsätzlich gilt: Es bezahlen immer die Verlierer.
Europa spendet.nur.

meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
29 Tage 2 h

Was wird mit den beschlagnahmten Jachten usw gemacht ? Wenn diese nicht in “Geld” umgewandelt werden verursachen sie ja wieder Spesen.

N. G.
N. G.
Kinig
28 Tage 23 h

@Tina1 Was erwartest du? Dass neue Mitglieder gefälligst einzubezahlen hätten oder, dass wir ne europäische Solidarunion sind?
In etwa wie in Italien? Südtirol first und der Süden kann krepieren? Sind wir nicht ein Italien?
Ich zahl gerne für die Ukraine und DU?

N. G.
N. G.
Kinig
28 Tage 20 h

@meinungs.freiheit Die Jachten gehören den Oligarchen! Wie kommst du auf die Idee, dass die veräußert werden dürfen? Beschlagnahme dient dazu, dass Diese Druck auf Putin ausüben!
Man man…

Neumi
Neumi
Kinig
28 Tage 16 h

… und davon abgesehen holt man keine Milliarden rein, auch falls man es schafft, alle an den Mann zu bringen (an Russen verkaufen geht ja gerade nicht). Die sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

einer wie ihr
einer wie ihr
Tratscher
29 Tage 2 h

Für was nicht alles Geld da ist. Und wir dürften dann wieder Jahrzehnte bluten. Das mag egoistisch klingen aber wer bekommt das Geld. Waffenindustrie und Lobbyisten. Der reine Wahnsinn.

sakrihittn
sakrihittn
Universalgelehrter
29 Tage 1 h

Man sollte die Rechnung mit Russlands Exportgütern wie zb Gas begleichen. Chi rompe, paga.

Neumi
Neumi
Kinig
28 Tage 16 h

Und wie genau soll das gehen?
Nicht bezahlen für das Gas, das wir brauchen? Was glaubst du, was dann passiert?

sakrihittn
sakrihittn
Universalgelehrter
28 Tage 15 h

@Neumi man will das russische Gas ja nicht mehr. Den Grünen wird es freuen wenn wir dann endlich unseren Wohlstand verlieren.

Hustinettenbaer
28 Tage 14 h

@sakrihittn
Genau, z.B. Urlaub in Südtirol mit Zement oder Estrich bezahlen.

Neumi
Neumi
Kinig
28 Tage 5 h

@sakrihitn Man will es nicht mehr, aber noch braucht man es.

So ist das
29 Tage 1 h

Die Rechnung dann an Russland weiterleiten und durch die blockierten Gelder im Ausland begleichen. 🤔

Storch24
Storch24
Kinig
29 Tage 1 h

Ein bisschen freundlicher zum Staatspräsidenten aus Deutschland, dann wäre das Fordern leichter

buggler2
buggler2
Tratscher
29 Tage 57 Min

Da ist alles zu spät , das Land geht an Russland

Stryker
Stryker
Tratscher
29 Tage 3 h

Iatz megn sie nor dargaling aufhern zu fordern!
Solln sie die Russn zur Kasse bittn!Kriagn eh milliardn in tog von der Eu für Gas und Öl!

brunner
brunner
Universalgelehrter
29 Tage 3 h

7 Milliarden Euro??? Ja dann tragen die Deutschen mit 37 Millionen ja beträchtlich dazu bei….

enki
enki
Grünschnabel
29 Tage 3 h

Perfekt, mehr Geld wird gedruckt

traktor
traktor
Universalgelehrter
28 Tage 23 h

das gasgeld statt russland überweisen,der ukraine überweisen…das wäre ein anfang….

Neumi
Neumi
Kinig
28 Tage 16 h

Ich merke schon, du gibst nicht viel auf Strom und funktionierende Heizungen. Hast du einen eigenen Diesel-Generator?

traktor
traktor
Universalgelehrter
28 Tage 23 h

wie weit müssen wir den russen drücken das er für den schaden aufkommt??

hundeseele
hundeseele
Universalgelehrter
29 Tage 15 Min

Da wäre ich billiger,1 Million im Jahr würde mir reichen…..

Privatmeinung
Privatmeinung
Superredner
29 Tage 6 Sek

Strom, Gas, Treibstoff usw. erhöhen, wie bisher, dann kann der Krieg weitergeführt werden, und die Waffenlobby und deren Anhänger hat weiterhin steigende Umsatzzahlen… 

PuggaNagga
28 Tage 21 h

Ich benötige auch 1 Million pro Monat.
Wo kann ich mich melden?

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