Russischer Soldat vor Gericht in Kiews

Ukraine – Lebenslang wegen Kriegsverbrechen gefordert

Freitag, 20. Mai 2022 | 05:23 Uhr

Im ersten ukrainischen Kriegsverbrecher-Prozess hat die Staatsanwaltschaft lebenslängliche Haft für einen angeklagten russischen Soldaten wegen Ermordung eines unbewaffneten Zivilisten gefordert. Die staatliche Anklage sehe den Tatbestand des Kriegsverbrechens und des Mordes erfüllt, berichteten örtliche Medien am Donnerstag aus dem Gericht. Am Vortag hatte der 21 Jahre alte Verdächtige die Tat zum Prozessauftakt gestanden und beschrieben.

“Dort war ein Mann, der per Telefon redete. Fähnrich Makejew befahl zu schießen”, führte der Soldat aus. Nach einer ersten Weigerung habe er einen kurzen Feuerstoß aus seinem Sturmgewehr abgegeben. “Ich weiß, dass Sie mir nicht vergeben können, aber ich bitte dennoch um Vergebung”, sagte der 21-Jährige am Donnerstag bei der Verhandlung in Kiew zu der Frau des getöteten Zivilisten.

Das 62-jährige Opfer wurde wenige Meter von seinem Haus im Dorf Tschupachiwka getötet. Die mit einem gestohlenen Fahrzeug in Richtung Russland fahrende Gruppe aus fünf Soldaten hatte dem Geständnis zufolge befürchtet, an die ukrainischen Streitkräfte verraten zu werden.

Die Witwe des Opfers hatte ebenfalls lebenslängliche Haft für den Soldaten gefordert. “Doch wenn er gegen einen von unseren Mariupoler Verteidigern ausgetauscht wird, dann bin ich nicht dagegen”, sagte sie vor Gericht. Aus dem Asow-Stahlwerk in Mariupol haben sich Hunderte ukrainische Kämpfer in russische Gefangenschaft begeben.

Russland führt seit knapp drei Monaten einen Angriffskrieg gegen den Nachbarn. Aus den nordöstlichen Gebieten Kiew, Tschernihiw und Sumy haben sich die russischen Truppen inzwischen zurückgezogen. Nach ihrem Abzug lösten Berichte über russische Gräueltaten weltweit Entsetzen aus.

Russland weist den Vorwurf der Kriegsverbrechen grundsätzlich von sich und beschuldigt im Gegenzug die Ukraine, russische Gefangene zu misshandeln und unter Druck zu setzen. Menschenrechtler fordern beide Seiten immer wieder auf, die Rechte der Kriegsgefangenen zu wahren.

Von: APA/dpa

Kommentare

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22 Kommentare auf "Ukraine – Lebenslang wegen Kriegsverbrechen gefordert"


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Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
1 Monat 11 Tage

Wünsche mir, dass die Ukraine diesem jungen Soldaten ein faires Verfahren zukommen lässt und damit die Chance nutzt, den totalitären Regimen und vor allem auch Russland gegenüber zu zeigen, wie ein Rechtsstaat funktioniert. Damit würde die Ukraine einen wichtigen Schritt zu Demokratie und rechtstaatlichkeit tun und Putin wohl auch aufzeigen, warum sich immer mehr Länder dem s.g. freien Westen annähern. Ohne Folter und blinde Rache, stattdessen mit Sachlichkeit und Fairness!

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 11 Tage

Bin überzeugt, das wird eintreffen. Auch in allen anderen Prozessen die noch folgen werden aber nicht mehr in der Öffentlichkeit stehen.

Dagobert
Dagobert
Kinig
1 Monat 10 Tage

Selbstbewertung
Glabsch der hot lei den oanzign Monn umgebrocht?
I holt nit……..und lei weilr do aso unschuldig dreinschaut, tuet mir der holt gor nichts load!

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 10 Tage

@Dagobert Glauben kannst du was du willst! Er ist wegen eines Mordes angeklagt und mehr nicht!
Das ist ne Unterstellung! Würdest du den selben Satz hier in Südtirol gegenüber jemandem machen , könntest du mit Anwälten reden!

sophie
sophie
Kinig
1 Monat 11 Tage

… Bin ohne Worte…

So viele unschuldige Tote Zivil Personen,
aber auch Soldaten auf beiden Seiten,

Vor Gericht gehört Putin
und seine ganze Blutverschmierte Mörderbande….

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

Einverstanden, der Putin und seine Bande gehören vor Gericht, da sind wir uns alle einig !

Allerdings muss er sich beim Kriegsverbrecher-Tribunal ganz hinten anstellen, hinter G.W.Bush und seiner Bande oder seinem Nachfolger dem Friedensnobelpreisträger und seiner Bande (um mal auf die Schnelle einige zu nennen).

andr
andr
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

@6079_Smith_W
Naja ob er nicht auf der Überholspur ist wäre ich mir nicht sicher Krieg in Syrien Tschetschenien usw.

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

@andr

Wer hat denn Syrien angezettelt ? Der Grundstein dafür wurde ja 2003 im Irak gelegt.

Der Nachfolger hat dann brav weitergepfuscht und die “Möchtegern-Nachfolgerin” meinte es wäre gut dass der Ghadaffi in Lybien weg muss damit sie gewählt wird.

aschpele
aschpele
Tratscher
1 Monat 10 Tage

@Smith
Poste du bitte mal das Video mit dem freudschen Versprecher von Bush kürzlich…

Gustl64
Gustl64
Superredner
1 Monat 11 Tage

Um Gnade zu erwirken, spielt man den Reuigen und winselt um Verzeihung. Er soll einer angemessenen Strafe nicht entgehen.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 11 Tage

Ich fi de man sollte nicht verurteilen denn du weisst NICHT obs der junge Kerl ehrlich meint. Also etwas Zurückhaltung!

Anderrrr
Anderrrr
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

Da ist der falsch angeklagt dem prozess wird aber an kleinen soldaten gemacht der einen unschuldigen getötete hat ja, aber nur ein tropfen auf dem heissen stein die (der)verantwortlichen sin in moskau !!!

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 11 Tage

…in Den Haag ist schon ein Platz für Putin reserviert…

pingoballino1955
pingoballino1955
Superredner
1 Monat 10 Tage

Putin wird kein Den Haag überleben,wenn ja dann “lebenslänglich” in den Knast.Es wird eng um Putin!

Unioner
Unioner
Tratscher
1 Monat 11 Tage

Die wahren Schuldigen sind Putin und die Offiziere die dem jungen Soldaten befehligt haben und ihn zu einem Monster gemacht haben. Ich weiss noch als ich gedient habe wurde man auch bestraft wenn man an der Berliner Mauer jemanden flüchten lassen hat.Und nach der Wende wurde nicht ein Offizier bestraft nur die Soldaten die ihren Schiessbefehl ausgeführt hatten.

Sara Lea
Sara Lea
Grünschnabel
1 Monat 10 Tage

@Unioner, der russische Angeklagte ist ein Unteroffizier und kein gemeiner Soldat.

Hustinettenbaer
1 Monat 10 Tage

@Unioner
Ja, Putin hat einen Spiegel, seine Soldateska. Die ließ er aufgehetzt von der Leine.
Schutz des “antiimperialischen Schutzwalls” (🤪) war das ja nicht, sondern m. M. Mord, um den Zeugen des Pkw-“Eigentumswechsels” / Diebstahls zu eliminieren.

gutergeist
gutergeist
Tratscher
1 Monat 11 Tage

Der Junge ist auch nur ein Opfer. Putin verheizt und benutzt alle für seine Interessen.

Staenkerer
1 Monat 10 Tage

i denk mir: wos sogat i wenn i lesaz das a bua der in sn geklauten auto sitzt oanfoch kemand jarmlosen, unbewoffnetn mensch erschießt weil der den dienstohl beobochte?
jo, sem sogat i a des isch eiskolter mord, also als strofe lebenslänglich!
warum soll der bua nor do NIT lebenslänglich kriegn?

ieztuets
ieztuets
Tratscher
1 Monat 10 Tage

Leider werden am Ende meist “kleine Fische” bestraft und die großen bleiben ungeschoren… hoffentlich siegt diesmal die Gerechtigkeit!

wellen
wellen
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

Hannah Arendt: es gibt kein Recht zu gehorchen. Der Bub, der sich auf den sog.” Befehlsnotstand” beruft, muss lernen, dass es im Krieg gegen Zivilisten keinen solchen gibt.

mewa
mewa
Grünschnabel
1 Monat 10 Tage

Der konn gor nichts dafür. Er isch Soldat und wenn der Putin sog er muass giahn nocha muassa holt giahn und ondere Menschen töten. Wenn er sich weigert isch er selber toat.

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