Es wird weiter bombardiert in der Ukraine (Archivbild)

Ukraine meldet russische Angriffe auf zivile Infrastruktur

Mittwoch, 04. Januar 2023 | 13:10 Uhr

Russland hat nach ukrainischen Angaben weiter die zivile Infrastruktur des Nachbarlandes beschossen. Ziel seien die Städte Kramatorsk, Saporischschja und Cherson gewesen. “Es gibt Opfer unter der Zivilbevölkerung”, teilt der Generalstab der Streitkräfte am Mittwoch mit, ohne Details zu nennen. Die Ukraine appellierte unterdessen an die UNO, Blauhelme zum Schutz des AKW Saporischschja zu entsenden.

In den vergangenen 24 Stunden habe es sieben russische Raketenangriffe, 18 Luftangriffe und mehr als 85 Angriffe mit Mehrfachraketen gegeben, teilt der ukrainische Generalstab mit. Darüber hinaus hieß es, die russischen Streitkräfte konzentrierten sich weiter auf den Vormarsch im Gebiet der Stadt Bachmut in der Region Donezk.

Die Ukraine appellierte unterdessen an die Vereinten Nationen, auch ohne Abmachung mit Russland Blauhelme zum Schutz des Atomkraftwerks Saporischschja zu entsenden. Bisher habe es bei den Bemühungen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, eine Schutzzone rund um das AKW einzurichten, keine Fortschritte gegeben, sagte der Chef des ukrainischen Versorgers Energoatom, Petro Kotin, am Mittwoch. “Wir schlagen vor, einen Schritt weiterzugehen.”

Die Ukraine fordert bereits seit September UNO-Friedenstruppen für das AKW. Bedingung war bisher jedoch eine Vereinbarung mit Russland zur Einrichtung einer Schutzzone rund um das AKW. IAEA-Chef Rafael Grossi hatte sich zuversichtlich gezeigt, eine Einigung zwischen Russland und der Ukraine vermitteln zu können.

Das AKW Saporischschja – das größte Europas – im Süden der Ukraine ist bereits kurz nach Beginn des Krieges am 24. Februar 2022 unter die Kontrolle von Russland geraten. Seitdem gibt es immer wieder Kämpfe um das Gelände. Infolge dessen war das Atomkraftwerk des öfteren von der Stromversorgung abgeschnitten und auf Generatoren angewiesen. Dies hat die Furcht vor einer atomaren Katastrophe geschürt. Beide Seiten werfen einander vor, die Anlage zu beschießen.

Die russische Flugabwehr wehrte unterdessen nach offiziellen Angaben am Mittwoch früh einen Drohnenangriff auf die seit 2014 von Moskau annektierte Halbinsel Krim ab. “Die Flugabwehrsysteme haben in der Früh zwei unbemannte Flugobjekte über dem Meer in der Nähe von Belbek abgeschossen”, teilte der Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, auf Telegram mit. Belbek ist ein russischer Militärflugplatz, der nach Kriegsbeginn bereits mehrfach von der ukrainischen Armee attackiert wurde.

Laut Raswoschajew arbeiten alle Systeme normal. Über Schäden, Tote und Verletzte gibt es offiziell keine Angaben. Zuvor hatten Medien und Nachbarn in sozialen Netzwerken über Explosionsgeräusche aus der Richtung des Flughafens Belbek berichtet.

Vor dem Hintergrund anhaltender Probleme in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine stellte Kremlchef Putin indes die neue Hyperschallrakete “Zirkon” in Dienst. “Ich bin sicher, dass solch eine mächtige Waffe es erlaubt, Russland zuverlässig vor äußeren Drohungen zu schützen und die nationalen Interessen unseres Landes abzusichern”, sagte der 70-Jährige am Mittwoch in einer vom Fernsehen übertragenen Videoschaltung aus dem Kreml zur Inbetriebnahme der “Zirkon”-Raketen auf der Fregatte “Admiral Gorschkow”.

Die “Admiral Gorschkow” gehört zu Russlands Nordmeerflotte und soll auf eine lange Seereise in den Atlantischen und Indischen Ozean geschickt werden, um Russlands Seemacht zu demonstrieren. Das 2018 in Dienst gestellte Kriegsschiff ist die erste Fregatte, die mit den neuen Raketen ausgestattet wird. Die Zirkon hat eine Reichweite von mehr als 500 Kilometern und dient in erster Linie zur Schiffsbekämpfung. Wegen ihrer extrem hohen Geschwindigkeit – nach russischen Angaben kann sie auf bis zu 8.000 bis 9.000 Kilometer pro Stunde beschleunigen – ist sie von der Flugabwehr praktisch nicht aufzuhalten.

Von: APA/dpa/Reuters

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