Putin-Verbündeter Medwedtschuk festgenommen

Ukraine: Putin-Verbündeter Medwedtschuk festgenommen

Mittwoch, 13. April 2022 | 07:58 Uhr

Der Geheimdienst der Ukraine hat den engsten Verbündeten von Kremlchef Wladimir Putin in der ukrainischen Politik, den Oligarchen Viktor Medwedtschuk, festgenommen. Das teilte der Geheimdienst SBU am Dienstag in Kiew mit. Präsident Wolodymyr Selenskyj lobte auf Facebook den Erfolg der Agenten bei einer Spezialoperation. Der SBU veröffentlichte Fotos von Medwedtschuk, die ihn mit Handschellen gefesselt in ukrainischer Uniform zeigten.

Der Großunternehmer und Politiker Medwedtschuk (67) gilt seit Jahren als Schlüsselfigur im Konflikt zwischen Moskau und Kiew. Sein Draht zu Putin erlaubte ihm manchmal, als Vermittler aufzutreten. Seine politischen Projekte und die von ihm beherrschten Fernsehsender vertraten aber prorussische Positionen. Selenskyj ließ die Sender schließen. Im Mai 2021 wurde Medwedtschuk unter dem Vorwurf des Hochverrats unter Hausarrest gestellt. Daraus setzte er sich wenige Tage vor dem russischen Angriff auf die Ukraine ab. “Kein Verräter wird der Bestrafung entgehen, und er wird nach dem Gesetz der Ukraine zur Rechenschaft gezogen werden”, kommentierte SBU-Chef Iwan Bakanow die Festnahme.

Nach der Ablehnung eines Besuchs des deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier lud die Ukraine unterdessen Deutschlands Bundeskanzler Olaf Scholz nach Kiew ein. “Das haben wir auch so kommuniziert, dass mein Präsident und die Regierung sich darauf sehr freuen würden, wenn der Bundeskanzler Olaf Scholz Kiew besucht”, sagte der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk, am Dienstagabend auf ProSieben und SAT.1.

Bei dem Besuch solle es darum gehen, wie Deutschland der Ukraine mit schweren Waffen im Kampf gegen Russland helfen kann. “Darauf freut sich mein Präsident”, so Melnyk. Zuvor hatte die ukrainische Regierung einen Besuch Steinmeiers in der ukrainischen Hauptstadt abgelehnt. “Ich war dazu bereit. Aber offenbar – und ich muss zur Kenntnis nehmen – war das in Kiew nicht gewünscht”, meinte der deutsche Bundespräsident bei einem Besuch in Warschau. Geplant war ein gemeinsamer Solidaritätsbesuch mit den Staatschefs Polens und der drei baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland. Dazu kommt es jetzt aber nicht mehr.

Der ehemalige Boxweltmeister Wladimir Klitschko kritisierte die Ausladung Steinmeiers aus Kiew. “Gerade jetzt ist es enorm wichtig, dass die Ukraine gemeinsam mit Deutschland und der gesamten Europäischen Union eine klare gemeinsame Front gegen die russische Invasion zeigt. Ich hoffe, dass der Besuch des Bundespräsidenten in Kiew nur aufgeschoben ist und in den kommenden Wochen nachgeholt werden kann”, sagt der Bruder des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko zu “Bild”. Steinmeier habe in der Vergangenheit “viele Fehler” gemacht, die der Ukraine “massiv geschadet” hätten. Diese habe Steinmeier aber eingestanden und sich entschuldigt.

Die Ukraine fordert schwere Waffen wie Kampfpanzer, Artilleriegeschütze und Luftabwehrsysteme von Deutschland. Viele andere Staaten innerhalb der NATO wie Tschechien hätten sich schon für die Lieferung schwerer Waffen entschieden, betonte Melnyk. “Deswegen hoffen wir, dass auch in der deutschen Ampel-Koalition die gleiche Entscheidung bald fällt, und dass diese Blockadehaltung aufgegeben wird.” Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock hat sich für die Lieferung schwerer Waffen ausgesprochen, Kanzler Scholz hat sich bisher zurückhaltend auf entsprechende Fragen geäußert.

Von: APA/dpa/Reuters

Kommentare

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9 Kommentare auf "Ukraine: Putin-Verbündeter Medwedtschuk festgenommen"


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pfaelzerwald
1 Monat 7 Tage

Die einen (Ukraine) kämpfen im wahrsten Sinne des Wortes um ihr Leben und ihre Heimat.
Die anderen (Steinmeier) veranstalten Wohlfühlkonzerte mit russischen Musikern als Solidaritätsnachweis.

Hustinettenbaer
1 Monat 7 Tage
… und Andere reisen mit “Ex-„Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann…Dass Diekmann den russischen Präsidenten in der Vergangenheit mehrmals getroffen habe, sei sehr hilfreich in der Vorbereitung gewesen, wird das Kanzleramt zitiert…[Nach seinem Weggang von Bild] gründete er die PR-Agentur Storymachine, die einen Vertrag mit der ÖVP und dem ÖVP-Klub im Parlament hat. Über Storymachine werden laut einem „Kurier“-Bericht von Anfang Februar die Belange der ÖVP-Fraktion im ÖVP-Korruptionsuntersuchungsauschuss betreut.” Vielleicht soll sich Putin bei der Konstellation totlachen. “„Wie leidenschaftlich sich Diekmann für Wirecard einsetzen wollte, zeigt eine E-Mail von Anfang 2020 an Firmenchef Markus Braun. Diekmann schreibt: ‚Wann immer Sie etwas auf dem… Weiterlesen »
N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 7 Tage

@pfaelzerwald Nun, erstens, was sollte Steinmeier sonst tun? Zweitens, wenn du ihm vorwirfst nichts zu tun, könnte man dir hier und heute auch sagen:” Du verbreitest nur warme Worte, mehr kommt da nicht”!

pfaelzerwald
1 Monat 7 Tage

@N.G.
Mein Land tut genug. Schön, wenn das auch für Germany gelten würde.

Sigo70
Sigo70
Superredner
1 Monat 7 Tage

Gibt es in der Ukraine eigentlich noch eine Opposition?

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 7 Tage

Und wigegen silledie Opposition sein?

aschpele
aschpele
Tratscher
1 Monat 7 Tage

Eine hohe Dosis Vitamin-P heute…

hundeseele
hundeseele
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

Ich lese immer noch nur :Die Ukraine fordert!
Darf die das…?

Dolomiticus
Dolomiticus
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

Oschpele, der hot woll a poor um die Leffl gekriag, so derzaust der ausschaug…

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