Zerstörung nach russischen Angriffen im ukrainischen Nikopol

Ukraine: Russland feuert Raketen vom Kaspischen Meer aus ab

Samstag, 16. Juli 2022 | 22:54 Uhr

Russland hat die Ukraine Angaben aus Kiew zufolge von der Region des Kaspischen Meeres aus mit Raketen beschossen. Vier von insgesamt sechs Raketen seien am Samstag über den Gebieten Dnipro im Osten und Saporischschja im Süden abgefangen worden, teilten die ukrainischen Luftstreitkräfte mit. Zwei weitere seien auf landwirtschaftlich genutztem Gebiet in der zentralukrainischen Region Tscherkassy eingeschlagen. Der Schaden werde noch untersucht.

An das Kaspischen Meer grenzen neben Russland unter anderen auch die Südkaukasus-Republik Aserbaidschan und das zentralasiatische Kasachstan. Nach ukrainischer Darstellung sollen bei dem Beschuss Langstreckenbomber vom Typ Tupolew Tu-95 zum Einsatz gekommen sein. Aus Moskau gab es zunächst keine Bestätigung.

Russland hatte zuvor allerdings angekündigte, knapp fünf Monate nach Kriegsbeginn die Angriffe auf das Nachbarland wieder ausweiten zu wollen. Nachdem bereits am Freitag zwischenzeitlich in der gesamten Ukraine Luftalarm ausgelöst worden war, heulten die Sirenen auch am Samstag wieder in fast allen Landesteilen.

Moskau bestätigte auch einen russischen Raketenangriff auf die ukrainische Millionenstadt Dnipro in der Nacht auf Samstag, bei dem laut der ukrainischen Behörden drei Menschen getötet und 15 verletzt wurden. Der Generalstab in Kiew teilte am Samstag mit, die Ukraine habe in den vergangenen 24 Stunden russische Sturmversuche in Richtung Bachmut und vor Donezk abgewehrt. “Nach einer Umgruppierung hat der Feind den Angriff auf das Wärmekraftwerk Wuhlehirsk wieder aufgenommen, die Kampfhandlungen halten an”, heißt es zudem.

Hinweise für eine Verstärkung der Kämpfe sahen auch die Militärexperten des in den USA angesiedelten Institute for the Study of the War (ISW). Es gebe Anzeichen, dass die russischen Truppen die Verschnaufpause beendeten, die sie nach der Einnahme des Ballungsraums Sjewjerodonezk/Lyssytschansk eingelegt haben, heißt es in der Analyse des ISW am Samstag. Derzeit handle es sich noch um kleinere Gefechte. “Wenn die operative Pause tatsächlich zu Ende ist, werden die Russen wahrscheinlich in den nächsten 72 Stunden ihre Angriffe fortsetzen und verstärken”, so die Experten weiter.

Seit knapp fünf Monaten führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Nach anfänglichen Misserfolgen im Norden des Landes konnten die russischen Truppen später durch massiven Artillerieeinsatz im Donbass Geländegewinne erzielen und die für Moskau symbolisch wichtige Eroberung des Gebiets Luhansk vermelden. Durch den Einsatz der Himars-Raketenwerfer auf ukrainischer Seite musste das russische Militär in den vergangenen zwei Wochen allerdings empfindliche Rückschläge einstecken, weil hochrangige Kommandopunkte sowie Munitions- und Waffendepots im besetzten Hinterland zerstört wurden.

Angaben über russische Erfolge sind nach Ansicht britischer Geheimdienstexperten mit Vorsicht zu genießen. Russland habe zum wiederholten Mal falsche Angaben zu angeblichen Erfolgen bei seiner Invasion in die Ukraine gemacht, hieß es in dem täglichen Geheimdienst-Update zum Ukraine-Krieg des Verteidigungsministeriums in London am Samstag. Umfang und Ausmaß russischer Vorstöße seien weiterhin begrenzt. Die Behauptung der Russen vor einigen Tagen, sie seien in die Stadt Siwersk vorgestoßen, seien nicht wahr gewesen.

“Russland hat auch zuvor voreilige und falsche Behauptungen über Erfolge gemacht”, hieß es in der Mitteilung weiter. Grund dafür sei wohl zumindest teilweise der Wunsch, der Bevölkerung zuhause Erfolge vorzuweisen und die Kampfmoral der eigenen Truppen zu stärken.

Die Ukrainer hätten hingegen seit dem Rückzug aus der Stadt Lyssytschansk erfolgreich russische Angriffe zurückgeschlagen, so die Angaben der britischen Experten. Die Verteidigungslinie sei seitdem verkürzt und gestärkt worden, was sich als wesentlich erwiesen habe, um der russischen Offensive den Schwung zu nehmen.

Von: APA/dpa/Reuters

Kommentare

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40 Kommentare auf "Ukraine: Russland feuert Raketen vom Kaspischen Meer aus ab"


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bon jour
bon jour
Universalgelehrter
29 Tage 1 h

“Aber die russische Gesellschaft mit so vielen Mördern und Henkern wird für Generationen verkrüppelt bleiben”

wie wahr.

N. G.
N. G.
Kinig
28 Tage 22 h

Hm…. Es wird gerne und oft mit Deutschlands Vergangenheit verglichen. Nun, was wurde aus Deutschland zwischen 45 – ca. 70 iger Jahre und bis heute, also in 25 Jahren und später? Man sollte mit Einschätzungen wie sich eine Gesellschaft wirtschaftlich, politisch und kulturell entwickelt sehr vorsichtig sein. Es kann sich auch schnell zum positiven entwickeln, genau wie die letzten Jahre in Russland zum Negativen!

N. G.
N. G.
Kinig
28 Tage 22 h

Übrigens , eine Generation ist laut Definition, 25 Jahre!.

OrtlerNord
OrtlerNord
Superredner
28 Tage 22 h

Bon….
Und dann Moldawien, das Baltikum ,Polen …..
So langsam sollte der dümmste, verblendeste Putin Freunde erkennen wohin Putin Europa bringen möchte!!!

Grünschnabel
28 Tage 19 h

@N.G.
Jetzt auch noch Experte in russischen Gesellschaftsfragen? Die ARD ist da aber kein verlässlicher Lehrer, die können nur in P gut.

N. G.
N. G.
Kinig
28 Tage 18 h

@botchan Nun, ich verlasse mich auf ARD, da die das weltweit grösste Korrispondenzennetz besitzen, alle anderen Nachrichtensender sie von ihnen mieten und damit bestens informiert sind.
Was du dir rein ziehst, ist deine Sache!

N. G.
N. G.
Kinig
28 Tage 18 h

@botchan Wieso, stimmt die Geschichte Deutschlands nicht? Kann das nicht überall möglich sein? Hab ich Prognosen abgegeben?
Lesen mein Freund, einfach nur lesen aber dann bitte auch VERSTEHEN!

Philingus
Philingus
Superredner
28 Tage 17 h

@botchan Ihr Lehrer ist die Propaganda-Abteilung vom Kreml … Selten so einfältige und menschenverachtende Beiträge wie ihre gelesen (leider gelesen …)

Grünschnabel
28 Tage 17 h

@N.G.
Wenn es dir nicht möglich ist eine ARD-Dokumentation kritisch zu betrachten, weil die ARD ja so bedeutend und renommiert sei, wäre das ja eigentlich dein Problem – nur bitte verschone uns dann mit deinen Schlussfolgerungen daraus!

falschauer
28 Tage 15 h

@botchan

und du mit deinem 💩, danke

Grünschnabel
28 Tage 14 h

@Falschauer
Spricht der, der meistens aufgewärmte Kacke verzapft…

N. G.
N. G.
Kinig
28 Tage 1 h

@botchan Wer redet von Euch Doku? Ich? Ich sag es nochmal, lesen!
Wär aber schön wenn du mir dann nen seriösen Sender empfehlen könntest damit ich mich auch bilden kann!

Grünschnabel
28 Tage 1 h

@N.G.
Ja genau N.G., lesen!

Superredner
28 Tage 20 h

Hoffentlich kommt dieser schreckliche Krieg dadurch zu einem baldigen Ende!

Es kann nicht sein, dass die Ukraine, von der NATO angestachelt, jegliche Friedensverhandlungen mit wahnwitzigen Forderungen zum Scheitern bringt … 🙄

Doolin
Doolin
Kinig
28 Tage 19 h

…was sind denn wahnwitzige Forderungen?…die wollen doch nur in ihrem eigenen Land in Ruhe gelassen werden…

Selbstbewertung
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Superredner
28 Tage 18 h
@DontbealooserbeaSchmuser: die Ukraine braucht keinen Mentor. Sie wollen nicht kapitulieren, und das kann man ihr auch nicht ankreiden. Dazu bedarf es keiner Anstachelei durch die USA. Das finde ich als bloße und durch nichts gerechtfertigteUnterstellung. Wenn sich die Ukraine für einen Anschluss an Russland entscheidet, hat die USA gar keine Mittel, das zu verhindern. Soll sie vielleicht der Ukraine mit militärischem Eingreifen drohen, wie soll das gehen? Die Ukraine als Opfer einer Anstachelung durch die USA zu bezeichnen kommt einer Beleidigung des Volkes und der Regierung gleich. Sie sind nicht dumm und machen etwas, was sie nicht wollen, nur weil… Weiterlesen »
Superredner
28 Tage 13 h

@Doolin die wahnwitzigen forderungen beginnen schon bei ihrem erstrn Punkt: Kein Verhandeln, solange sich Russland nicht komplett von “ukrainischem Territorium” zurückgezogen hat.

1. wurde die Sezession der Krim von den Bewohnern ermöglicht und die beiden Volksrepubliken eben vom Volk ausgerufen.

2. wird Russland die Krim niemals wieder verschenken, wie es in den 90ern passiert ist.

Selbstbewertung
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Superredner
28 Tage 12 h

@DontbealooserbeaSchmuser: die Krim wurde bereits 1954 von Stalin an die Ukraine abgetreten und nicht in den 90ern. Vorher gehörte das Land eigentlich den Krimtataren, diese wurden von Stalin massenhaft deportiert.

Grünschnabel
28 Tage 11 h

@Selbstbewertung
1954 war Stalin schon tot.
Aber lass dich dadurch nicht stören und quassle ruhig weiter…

Selbstbewertung
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Superredner
28 Tage 1 h

Sorry, es war Chruschtschow. Ändert aber nichts daran, dass die Krim bereits 1954 zur Ukraine kam…

Grünschnabel
28 Tage 1 h

@Selbst
Du redest so, als ob die Ukraine 1954 nicht Teil der SU gewesen wäre und von einem souveränen Staat zum anderen geschlagen worden wäre…
Aber wie gesagt, lass dich dadurch nicht stören und quassle ruhig weiter…

Grünschnabel
28 Tage 16 Min

Sollte natürlich ‘und DIE KRIM von einem souveränen Staat zum anderen geschlagen worden wäre…’ heissen.

Doolin
Doolin
Kinig
27 Tage 16 h

@botchan
…das waren damals keine souveränen Staaten, sondern Teilrepubliken der Sowjetunion…

Philingus
Philingus
Superredner
28 Tage 21 h

Tod, Elend und Verderben. Das sind die Ziele des Wahnsinnigen im Kreml Putin. Und auch die Ziele der armen Seelen, die diese Ziele in Medien unterstützen. Arme Wichte und Trolle, die in ihrer intellektuellen Bedeutungslosigkeit und Unfähigkeit gefangen sind. Darum befürworten sie in ihrem Hass auf alles Schöne und Lebenswerte auf dieser Erde deren Zerstörung und Vernichtung.

N. G.
N. G.
Kinig
28 Tage 19 h

Du mahnst immer nur an, Lösungen keine!
Im Gegensatz zu dir, schreiben einige was sie als Lösung sehen und trauen sich. Das verwirfst du immer als Russland Propaganda aber du tust in die Richtung NICHTS!
Du sagst eigentlich immer das Selbe : “Das Böse ist böse”
Nun, das wissen wir. Grins

N. G.
N. G.
Kinig
28 Tage 19 h

Wenn man alles was deiner Meinung nicht entspricht als intellektuelle Bedeutungslosigkeit ab tut dann frage ich dich, warum messt du dem dann so viel Bedeutung bei? Du bist es doch der dem Ganzem dann noch Wichtigkeit verleiht!
Du machst aus nem Strohfeuer nen Waldbrand!

Philingus
Philingus
Superredner
28 Tage 17 h

@N. G. Falsch! Die Lösung liegt doch auf der Hand: russische Soldaten raus aus der Ukraine! Russki go home. Blockierung ukrainischer Häfen beenden, damit (über-) lebenswichtige Getreidelieferungen möglich sind. Bombardierung und Ermordung ukrainischer Ziele sofort beenden. So einfach ist das. Für sie vielleicht nicht, aber ihnen geht’s in erster Linie darum Klugscheißerei zu betreiben und ihr selten dummes „Grins“ zu platzieren, weil sie entdeckt haben, dass Wasser nass ist, oben oben und unten unten ist. Nennt man auch „Binsenweisheiten“ …

N. G.
N. G.
Kinig
28 Tage 1 h

@Philingus Dann mach mal schön… Wir sehen jeden Tag wie die russische Armee zurück gedrängt wird, stimmts. Wir reden von machbaren Lösungen und nicht von deinen Träumereien!

Philingus
Philingus
Superredner
26 Tage 18 h

@N. G. Mag sein, dass ich träume und ich betrachte ihren zugehörigen Kommentar eher als Lob, denn als Tadel. Ja, es stimmt: ich bin in gewisser Hinsicht nicht kompromissbereit. Nicht dann, wenn es um unsere – ja, auch die ihrige – Freiheit und Selbstbestimmung. Ja, ich greife hoch und bin sehr ideell. Ja, und ich bin nicht immer der Freund von – faulen – Kompromissen. Aber: sind sie das? Ich denke, eher nicht, weil auch sie – besser gerade sie – eine Überzeugung haben, von der sie keinen Deut abweichen. So, sind wir unterschiedlich, aber eben auch ähnlich.

Selbstbewertung
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Superredner
28 Tage 22 h

Die russische Kriegsführung ist immer mehr auf blinde, rücksichtslose Zerstörung ausgerichtet. Kollateralschäden werden nicht nur in Kauf genommen, sondern offensichtlich beabsichtigt. Maximale Kriegsverbrechen am laufenden Band. Das gewaltige Ausmaß dieses Krieges wird erst die Geschichte zeigen. Gehe davon aus, daß dieser Krieg in der Horrorbilanz der letzten 50 Jahre ganz oben stehen wird. Armutszeugnis der Weltgemeinschaft und Zivilisation.

N. G.
N. G.
Kinig
28 Tage 19 h

Und genau weil Putun so vorgeht, werden all die Waffen und Sanktionen nichts bringen. Es bleibt verbrannte Erde.

Selbstbewertung
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Superredner
28 Tage 17 h
@N.G.: das ist ein ernsthaftes, aber auch sehr schwieriges Argument. Vielleicht hast Du damit Recht. Das wird die Geschichte zeigen. Auf der anderen Seite steht aber die nicht unberechtigte Sorge, dass sich Putin damit gar nicht zufrieden gäbe, sondern auf Grund dieses “Erfolges” gleich zum nächsten Streich ansetzt. Das war so in Tschetschenien nach der Zerstörung Grossnys, nach der Besetzung der Krim, usw… Manche sagen nicht ganz ohne Grund, dass man ihm schon damals entschlossener entgegentreten hätte müssen. Es ist auch gar kein Geheimnis, dass er die alte Sowjetunion unter russischer Flagge wieder auferstehen lassen will. Damit wären durch eine… Weiterlesen »
Selbstbewertung
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Superredner
28 Tage 17 h

@N.G.: ein Land so groß wie die Ukraine wird durch Besatzung nie befriedbar sein. Das geht heute auf Grund der tragbaren Waffen nirgends mehr. Afghanistan, aber auch andere gescheiterte Ambitionen zeigen das. Auch das zieht einen jahrelangen Bürgerkrieg ohne klaren Erfolg für die eine oder andere Seite nach sich. Ein Frieden wird so und anders schwierig, vor allem wenn schon mal so viel passiert ist. Kenne kaum Beispiele, wo das in den letzten 50 Jahren funktioniert hat.

onassis
onassis
Superredner
28 Tage 22 h

Jetzt braucht es als Gegenmaßnahme die besten Geschütze der Welt für die Ukraine, denn die Ukraine verteidigt auch Europa.

N. G.
N. G.
Kinig
28 Tage 22 h

Bericht, ARD, kann man da nachlesen, steht, die russische Bevölkerung spürt zur Zeit nicht viel von den Sanktionen und zudem sind die Mensch zwar nicht unbedingt für den Krieg aber sagen einhellig, es wurde angefangen und soll zu Ende gebracht werden.
Es wird hoffnungslos überschätzt, dass man in Russland mit Sanktionen schnell und viel erreichen wird und solange Putin genug Ressourcen für den Krieg hat, gehts weiter.
Alternativen dazu , weder von Putin, Selenskyj und dem Westen angedacht!
Also ist man duch ja einig, nicht wahr!?

Skye
Skye
Grünschnabel
28 Tage 21 h

Man müsste auch hier den russischen Offizieren, die die Angriffe leiten das Zitat von Hannah Arendt nahebringen: “Niemand hat das Recht zu gehorchen”. Dieser Krieg ist mehr als unsinnig und kostet auf allen Seiten viele Leben…

falschauer
28 Tage 20 h

diese irren “trump”eln die ukraine platt

Ischjolougisch
Ischjolougisch
Grünschnabel
28 Tage 20 h

Ummi endlich mit dem Gerät. Da können hier einige Propheten noch so laut Stellvertreter Krieg schreien.
Uns Südtiroler hat man auch unterstützt. So sollen sich Ukrainer auch wehren können.

king76
king76
Tratscher
28 Tage 22 h

Wer immer noch glaubt man könne den krieg gewinnen ist einfach dumm …

Look_at_Yourself
Look_at_Yourself
Universalgelehrter
28 Tage 18 h

Die Raschisten und Orks schießen wieder, Sauron ist unzufrieden.

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