Mehrere russisch besetzte Orte wurden von der Ukraine befreit

Ukraine treibt Gegenoffensive weiter voran

Montag, 12. September 2022 | 13:45 Uhr

Die Ukraine treibt nach den jüngsten militärischen Erfolgen ihre Gegenoffensive weiter voran. Allein innerhalb des vergangenen Tages seien mehr als 20 russisch-besetzte Ortschaften im Osten des Landes zurückerobert worden, teilte der Generalstab am Montag mit. Auch im Süden meldeten das ukrainische Militär Erfolge. Der Kreml kündigte unterdessen an, seine Offensive in der Ukraine fortzusetzen, bis die ursprünglich gesetzten Ziele erreicht worden seien.

“Die Befreiung von Ortschaften unter russischer Besatzung in den Gebieten Charkiw und Donezk setzt sich fort”, teilte der ukrainische Generalstab am Montag in seinem Lagebericht mit. Insgesamt seien mehr als 20 Ortschaften innerhalb der letzten 24 Stunden zurückerobert worden. So hätten die russischen Truppen nun auch Welykyj Burluk und Dworitschna verlassen. Beide Ortschaften liegen im Norden des Gebiets Charkiw.

Das britische Verteidigungsministerium erklärte unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse, Russland habe vermutlich den Abzug der Truppen aus dem gesamten zuvor besetzten Gebiet westlich des Flusses Oskil in der Region Charkiw befohlen. Tausende russische Soldaten hatten angesichts des überraschend schnellen Vormarsches der ukrainischen Truppen ihre Stellungen zuletzt aufgegeben und dabei großen Mengen an Munition und Ausrüstung zurückgelassen.

Witali Gantschew, ein von Russland eingesetzter Statthalter in den besetzten Gebieten Charkiws, räumte am Montag im staatlichen russischen Fernsehen ein, dass die Ukrainer Siedlungen im Norden der Region erobert hätten. Sie seien mit acht Mal mehr Soldaten angerückt als Russland zusammen mit seinen prorussischen Verbündeten in dem Gebiet stationiert gehabt habe. “Die Lage wird von Stunde zu Stunde schwieriger”, sagte er. Man habe etwa 5.000 Zivilisten nach Russland in Sicherheit gebracht. Die ukrainische Grenze zur russischen Region Belgorod sei inzwischen geschlossen.

Auch aus dem Süden der Ukraine meldete das ukrainische Militär am Montag Erfolge. Nach eigenen Angaben eroberte die ukrainische Armee im Süden rund 500 Quadratkilometer zurück. Auf verschiedenen Abschnitten seien die Truppen etliche Kilometer vorgerückt, sagt die Sprecherin des südlichen Militärkommandos, Natalia Humeniuk. Fünf Siedlungen seien in der Region Cherson zurückerobert worden.

Die Angaben ließen sich unabhängig nicht überprüfen. Russland hatte am Wochenende einige seiner schwersten Rückschläge in dem seit mehr als einem halben Jahr andauernden Krieg zugefügt bekommen. Entscheidende Nachschubdrehkreuze mussten aufgegeben werden. Nach Angaben des ukrainischen Militärs konnten seit Anfang September mehr als 3.000 Quadratkilometer besetzten Gebiets zurückerobert werden. Vor allem rund um die zweitgrößte ukrainische Stadt Charkiw habe es Geländegewinne gegeben. Ausgehend von Charkiw komme das ukrainische Militär auch Richtung Süden und Osten voran.

Im Zuge des Rückzugs feuerte Russland nach ukrainischen Angaben am Sonntag auf Kraftwerke, was zu großflächigen Ausfällen der Strom- und Wasserversorgung in Charkiw und angrenzenden Regionen geführt habe. Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Russland vor, als Vergeltung für die Erfolge bei der ukrainischen Gegenoffensive gezielt die zivile Infrastruktur des Landes zu attackieren. “Keine Militäreinrichtungen. Das Ziel ist es, den Menschen Licht & Wärme zu berauben”, schrieb er auf Twitter.

Sein Berater Mychajlo Podoljak teilte mit, dass in Charkiw eines der größten Kraftwerke des Landes getroffen worden sei. Das sei “die Reaktion eines Feiglings” auf die Flucht seiner eigenen Armee vom Schlachtfeld. Am Montagmorgen hieß es, in der Region sei die Strom- und Wasserversorgung zu 80 Prozent wiederhergestellt. Kurze Zeit später wurde die Strom- und Wasserversorgung in Charkiw erneut unterbrochen, wie der Bürgermeister der zweitgrößten Stadt der Ukraine mitteilte.

Russland kündigte am Montag an, ungeachtet der jüngsten Misserfolge seinen Krieg gegen das Nachbarland weiterführen zu wollen. “Die militärische Spezial-Operation wird fortgesetzt”, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge, “bis die anfangs gesetzten Ziele erreicht sind”. Peskow antwortete damit nur ausweichend auf die Frage von Journalisten, ob Russlands Militärführung noch immer das Vertrauen von Kremlchef Wladimir Putin genieße.

Selenskyj sprach in einem am Freitag aufgezeichneten CNN-Interview von einem möglichen Durchbruch in dem Krieg. Das britische Verteidigungsministerium erklärte am Montag, die schnellen Erfolge der ukrainischen Streitkräfte hätten erhebliche Auswirkungen auf die gesamten operativen Pläne Russlands. Im Süden nahe Cherson habe das russische Militär zudem offenbar damit zu ringen, ausreichend Nachschub über den Fluss Dnjepr an die Front zu bringen.

Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow sagte der “Financial Times”, die Offensive laufe weitaus besser als erwartet. Sie sei wie ein Schneeball, der einen Hang runterkugle. “Das ist ein Zeichen, dass Russland besiegt werden kann.” Wichtig sei jetzt, das zurückeroberte Gebiet zu sichern gegen einen möglichen Gegenangriff russischer Truppen auf die ausgedünnten ukrainischen Nachschublinien. Selenskyj sagte in dem CNN-Interview, im Winter könnten die ukrainischen Streitkräfte weitere Geländegewinne erzielen, falls Kiew mehr leistungsstarke Waffen erhalte.

Von: APA/dpa/Reuters

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

20 Kommentare auf "Ukraine treibt Gegenoffensive weiter voran"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Ischjolougisch
Ischjolougisch
Grünschnabel
18 Tage 1 h

So schaut’s aus wenn Waffen geliefert werden. Und nicht wie uns hier einige nützliche Idioten Putin’s weissmachen wollen dass die Ukrainer sowieso keine Chance auf Erfolg hätten
.

N. G.
N. G.
Kinig
17 Tage 23 h

Hab heute ein Interview mit deutschem Militär Experten auf NTv gesehen. Der sprach eindeutig nicht von der großen Wende. Er sagte es ist ne Überraschung, mehr aber noch nicht. Dazu bräuchte die Ukraine noch viel mehr Waffen und Form vin Panzern usw. und auch Soldaten. Ich vertraue mal dem anstatt Luftschlösser zu bauen.
Realismus nennt man das!

Faktenchecker
17 Tage 22 h

“+++ 19:04 Militärexperte sieht “keine Frontverschiebung, sondern einen Durchbruch” +++”

n-tv

Ach Ng….

Doolin
Doolin
Kinig
17 Tage 21 h

@N. G.
…ja mein lieber Kreml Troll, keine Sorge, die russischen Mörder und Vergewaltiger, obwohl militärische Flaschen, werden es dank erdrückender Materialüberlegenheit letzten Endes vielleicht doch noch schaffen…ich halte dir jedenfalls die Daumen…
😜

Suedtirolfan
Suedtirolfan
Tratscher
17 Tage 21 h

@N. G.
Schau doch mal ARD und ZDF .
Die Sondersendungen heute Abend sagen etwas anderes.
Woher kommt deine Russen- Sympathie?
Bist du ein “Anbeter” der großen Zahl- der (theoretischen)Militärischen Überlegenheit der Russen?

fingerzeig
fingerzeig
Grünschnabel
17 Tage 21 h

@Doolin
überläufer? schande!!!

Ischjolougisch
Ischjolougisch
Grünschnabel
17 Tage 2 h

N.G. fühlt sich angesprochen.

Dagobert
Dagobert
Kinig
18 Tage 6 h

Jawoll, weiter asou! 💥💥💥

Doolin
Doolin
Kinig
18 Tage 5 h

…jetzt befreien die Ukrainer ihr Land von russischen Faschisten, Drogenabhängigrn, Mördern, Vergewaltigern und Kriminellen…

meilenstein
meilenstein
Tratscher
17 Tage 22 h

Beendet endlich diesen Krieg damit für alle wieder die normalität Zurückkehrt.

Faktenchecker
17 Tage 22 h

Es wird danach kjeine Normalität geben.

fingerzeig
fingerzeig
Grünschnabel
17 Tage 21 h

@Faktenchecker
bin selten ihrer *absoluten* meinung…aber mit diesem komment werden sie leider recht behalten…nicht, weil sie es geschrieben haben, sondern weil es faktum ist.

ieztuets
ieztuets
Superredner
18 Tage 3 h

Des war der Hommer… obr augebn weart der nie, obr hoffentlich die Soldotn!

Suedtirolfan
Suedtirolfan
Tratscher
17 Tage 22 h

Das sind richtig gute Nachrichten aus der Ukraine.
lch habe die Hoffnung, daß der Wendepunkt des Krieges erreicht ist und die Russen müssen machen was sie auch nicht können – einen geordneten Rückzug !🛡

kaisernero
kaisernero
Superredner
17 Tage 22 h

gscheider tatn sie do des ausegeworfene geld zum schutze vo die “”Regenwälder”” investieren!!!! semm hat die menschheit weit mea darvon!!!!

kaisernero
kaisernero
Superredner
17 Tage 22 h

Aswia wenn der russe sich vo dia poor mit billige woffen ausgerüstete hompelmänner zruggtreiben ließe…….lso wenn es olle sell glabs, norr glabs a nu an chrischtkindl……..und oaschterhos

Pully
Pully
Tratscher
17 Tage 22 h

Die Schlacht gewonnen den Krieg….
oder die toten zählt man zum Schluss

Sara Lea
Sara Lea
Tratscher
17 Tage 21 h
Wolodymyr Selenskyj gestern Abend an die Adresse Putins: „Glaubst Du immer noch, dass wir nur einer sind? Glaubst Du immer noch, dass Du uns erschrecken kannst, uns brechen kannst, uns zwingen kannst Zugeständnisse zu machen? Hast Du es wirklich nicht kapiert? Verstehst Du nicht, wer wir sind? Für was wir stehen? Worum es uns geht? Lies von meinen Lippen: Ohne Gas oder ohne dich? Ohne dich. Ohne Licht oder ohne dich? Ohne dich. Ohne Wasser oder ohne dich? Ohne dich. Ohne Essen oder ohne dich? Ohne dich. Kälte, Hunger, Dunkelheit und Durst sind nicht so beängstigend und tödlich für uns… Weiterlesen »
Privatmeinung
Privatmeinung
Superredner
17 Tage 22 h

da bin ich mal gespannt, ob das wirklich so ist… 😏

klinge83
klinge83
Grünschnabel
17 Tage 19 h

Kannt man iaz a di ukraine sanktioniern?

wpDiscuz