Zerstörungen in der Stadt Bachmut im Donbass

Ukraine vermeldet “extrem schlechte Lage” im Osten

Donnerstag, 26. Mai 2022 | 09:55 Uhr

Im Osten der Ukraine bringen massive russische Angriffe mit Artilleriebeschuss und Luftangriffen die ukrainischen Verteidiger immer weiter in Bedrängnis. Der Beschuss auf die Großstadt Sjewjerodonezk dauerte den ganzen Mittwoch an, wie der ukrainische Generalstab mitteilte. Das Verwaltungsgebiet Luhansk im Donbass sei zu 95 Prozent von russischen Truppen erobert, sagte Gouverneur Serhij Hajdaj. Die Lage sei “extrem schlecht”.

Präsident Wolodymyr Selenskyj rief deshalb die Weltgemeinschaft auf, sich eindeutiger auf die Seite seines Landes zu stellen. Er zeigte sich in einer Videoansprache enttäuscht auch von den Beratungen beim Weltwirtschaftsforum in Davos in der Schweiz. “Egal, was der russische Staat tut, es gibt jemanden, der sagt: Lasst uns seine Interessen berücksichtigen”, sagte Selenskyj. “Und das trotz Tausender russischer Raketen, die die Ukraine treffen. Trotz Zehntausender getöteter Ukrainer. Trotz Butscha und Mariupol”.

Selenskyj wurde am Mittwoch per Video zu einer Gesprächsrunde in Davos zugeschaltet und sagte, die Ukraine werde kein Gebiet abgeben. “Die Ukraine kämpft, bis sie ihr gesamtes Territorium zurück hat.”

Das Treffen in Davos geht am Donnerstag weiter. Erwartet werden Auftritte von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko.

Sjewjerodonezk und das benachbarte Lyssytschansk sind die letzten großen Städte, die im Gebiet Luhansk noch von ukrainischen Truppen gehalten werden. Russland will das Gebiet vollständig erobern, um es der so genannten Volksrepublik Luhansk zuzuschlagen. Diese hatte Moskau wenige Tage vor dem Angriff auf die Ukraine als unabhängigen Staat anerkannt – genauso wie die Volksrepublik Donezk.

Der ukrainische Generalstab berichtete auch von Angriffen auf die Orte Berestowe, Lypowe und Nyrkowe. Diese liegen im Rückraum der ukrainischen Verteidiger an der strategisch wichtigen Straße nach Bachmut. Zwar hieß es, die Attacken seien abgewehrt worden. Doch überprüfbar waren die Angaben nicht. Ausländische Beobachter befürchten, dass mehrere ukrainische Brigaden in Sjewjerodonezk eingekesselt werden könnten.

“In einigen Richtungen haben die russischen Gruppierungen zweifellos taktische Erfolge, das ist im Prinzip auch kein Geheimnis”, sagte Olexander Motusjanyk, Sprecher des Verteidigungsministeriums, in Kiew. Es sei aber nicht richtig, von einem Rückzug zu sprechen. Die ukrainische Armee versuche zu manövrieren, um ihre Position zu verbessern und wieder anzugreifen.

Als Beispiel für die Notlage im Osten nannte Gouverneur Hajdaj die Bestattung von mindestens 150 Menschen in einem Massengrab in Lyssytschansk. Die Polizei müsse als Bestatter aushelfen. In dem Grab seien sowohl Opfer des russischen Beschusses beigesetzt worden als auch Menschen, die eines natürlichen Todes gestorben seien. Ein Video zeigte, wie Leichen in weißen Säcken – jeder mit dem Namen versehen – in eine Grube geworfen wurden. Nach dem Krieg sollten die Toten ordentlich beigesetzt werden, versprach der Gouverneur.

Von: APA/dpa/AFP

Kommentare

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10 Kommentare auf "Ukraine vermeldet “extrem schlechte Lage” im Osten"


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Suedtirolfan
Suedtirolfan
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

Wer stoppt Putin?
Wiederholt sich hier die Geschichte?
Die Siegermächte nach dem ersten Weltkrieg haben auch nur zugeschaut wie Hitlerdeutschland einen Nachbarn nach dem anderen unterjocht hat- Österreich durch geschicktes Taktieren, Polen nach der “Dolchstoßlegende” überfallen usw .
Hätten die Alliierten damals eingegriffen hätte sich der zweite Weltkrieg verhindern lassen…

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 1 Tag

Südtirol Fan=Kriegstreiber?
Mehr muss man zu deinem Kommentar nicht sagen, denn als “Südtirol Fan” scheinst du politisch vorbelastet zu sein?
Lebst du in Australien? Könnte es dir dann wurscht sein welchen Krieg wir in Europa austragen weil du keine Opfer haben würdest?
Was genau sollten wir im Westen denn nach deiner Meinung tun? Alliierten gegen Russland und das in dem Fall nicht mal für einen Vetbündeten!?
Nochmal, KRIEGSTREIBER!
Es kotzt mich an, wenn Leute wie du Kieg wollen aber selbst nicht beteiligt sind aber Andere gern dahin schicken wollen!
Ist es nicht genug wenn Einer , Putin Krieg will, brauchts dann noch hergelaufene Möchtegern Südtirol Fans?

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 1 Tag

Beschränkter gehts NICHT!

Hustinettenbaer
1 Monat 1 Tag

Okkupation Rheinland 1936 = Tschetschenien 1999 ?
“… 1936 war wirklich die letzte Chance, durch Widerstand einen Showdown mit Hitler zu vermeiden. Wenn man Hitler 1936 in die Arme gefallen wäre, wäre das möglicherweise erfolgreich gewesen.”
Bush über Putin 2001 “Ich habe dem Mann in die Augen gesehen. Ich halte ihn für direkt und vertrauenswürdig. Ich war in der Lage, einen Eindruck von seiner Seele zu gewinnen.”
2003 “Er ist ein prima Kerl, mit dem man eine gute Zeit verbringen kann.”
Das sahen Tschetschenen sicher anders.
Möglicherweise hätte Putin gestoppt werden können.
Hätte, hätte, Panzerkette.

https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article151203258/Wann-haette-man-Hitler-stoppen-koennen-Mr-Kershaw.html
https://www.spiegel.de/politik/ausland/bush-putin-prima-kerle-anstaendige-maenner-zitate-zweier-praesidenten-uebereinander-a-545683.html

OrtlerNord
OrtlerNord
Tratscher
1 Monat 1 Tag

@N. G.
Wenn man das Hirn zum DENKEN nimmt sieht man schon die Parallelen!!!

Sigo70
Sigo70
Superredner
1 Monat 1 Tag

@OrtlerNord vielleicht sah Putin auch in der Ukraine mit den dort herrschenden Ideologien die Parallelen und sah sich gezwungen einzugreifen 🙄

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 1 Tag

@OrtlerNord Is ja interessant! Wenn ich Schuldige im Westen, in der Vergangenheit suche dann dürfte ich das nicht aber ihr vergleicht es mit der Situation mit WK2? Ok, machen wir das doch beide und dann käme man zum Ergebnis, dass die Fehler gegenüber Putin lange vorher begangen wurden und es nicht einer Waffe bedurft hätte sie zu lösen!
Wer ist denn dann der DOOF?

Suedtirolfan
Suedtirolfan
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

@N. G.
Mich als Kriegstreiber zu bezeichnen weise ich mit allem Nachdruck zurück. lch habe lediglich mit einem kleinen Rückblick in die Geschichte aufzeigen wollen, dass Diktatoren wie Hitler und Putin nur die Sprache des Stärkeren verstehen.
Natürlich muss auch versucht werden diesen Krieg am Verhandlungstisch zu beenden . Dazu braucht es aber den guten Willen beider Kriegsparteien und der ist vor allem bei Putin nicht erkennbar.
Du N.G. solltest mal wieder auf plus / minus deiner Beiträge schauen.
Vielleicht geht dir ja dann ein Licht auf…

Hustinettenbaer
1 Monat 1 Tag

Wolfsheim. Schritt um Schritt.. was getan ist..
https://www.youtube.com/watch?v=TOV5M0lWWLc

widder52
widder52
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Europa, und Nato taugen nur beim ablichten lassen, ansonst wird gestritten, und einen anderen die Schuld zuweisen…. ansonsten zu schämen

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