Kinder von Tirol nach Moskau gebracht

Ukrainer ausgeflogen: Land-Tirol-Mitarbeiter suspendiert

Samstag, 14. Januar 2023 | 14:25 Uhr

Weil er an der Verbringung zweier ukrainischer Jugendlicher nach Moskau im Rahmen einer nicht mit den zuständigen ukrainischen Behörden abgestimmten Familienzusammenführung beteiligt gewesen sein soll, ist ein Tiroler Landesbediensteter vorerst suspendiert worden. Das teilte die Tiroler Landespressestelle am Samstag mit. Die 16 und 17 Jahre alten Jugendlichen waren in einer Kinder- und Jugendeinrichtung in Tirol untergebracht und wurden zu ihren Müttern nach Moskau geflogen.

Das Land Tirol sei am Donnerstag vom ukrainischen Konsulat und der ukrainischen Botschaft über die Vorgänge informiert worden, hieß es weiter in der Aussendung. Die Jugendlichen seien ursprünglich im Zuge der Ukrainehilfe nach Tirol gelangt und in einer Kinder- und Jugendeinrichtung untergebracht gewesen, teilte Landesamtsdirektor Herbert Forster mit.

“Nach den uns derzeit vorliegenden Informationen war ein Mitarbeiter des Europäischen Ombudsmann-Instituts, der zudem auch in der Tiroler Landesvolksanwaltschaft beschäftigt ist, in die Vorgänge involviert”, erklärte Forster weiter. Der Mann sei offenbar auf Ersuchen seiner russischen Ombudsmann-Kollegin tätig geworden. Seinen Angaben zufolge habe er über die russische Botschaft Informationen erhalten, wonach sich die Mütter der Jugendlichen bereits in Russland befänden und eine Familienzusammenführung wünschten.

“Die gesetzten Schritte des betreffenden Mitarbeiters waren nach derzeitigem Kenntnisstand ein Alleingang und mit dem Land Tirol weder abgestimmt, noch war das Land Tirol in die Verbringung involviert. Wir distanzieren uns von diesen mit den zuständigen ukrainischen Behörden nicht abgestimmten Handlungen. Der betreffende Mitarbeiter wurde vom Land Tirol vorübergehend suspendiert”, so Forster weiter.

Der Staatsanwaltschaft Innsbruck sei der Sachverhalt durch das Land zur Kenntnis gebracht worden, sagte deren Sprecher Hansjörg Mayr gegenüber der APA. Sie habe beim Landesamt für Verfassungsschutz einen Bericht in Auftrag gegeben, um dann zu prüfen, ob ein strafrechtlich relevanter Anfangsverdacht gegeben sei, und gegebenenfalls Ermittlungen einzuleiten.

Das Land Tirol teilte außerdem mit, man stehe mit den offiziellen Stellen des Außenministeriums, der ukrainischen Botschaft und der Staatsanwaltschaft in engem Austausch und sage vollste Unterstützung für die Aufklärung zu. Eine interne Untersuchung der Vorgänge sei bereits beauftragt. Da die Einrichtung des Landesvolksanwaltes ein Organ des Landtages ist, wurden am Samstag zudem die Klubobleute der Landtagsparteien über den aktuellen Kenntnisstand informiert.

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

4 Kommentare auf "Ukrainer ausgeflogen: Land-Tirol-Mitarbeiter suspendiert"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Zugspitze947
20 Tage 18 h

Eine absolute Frechhheit ! 😡😢👌Die wird Putin sicher bald in den Krieg gegen Ihre Landsleute schicken ! 😢

DontBeALooserBeASchmuser
20 Tage 15 h

Wenn so ein Wirbel gemacht wird, steckt mehr dahinter. Die Ukrainische Führung hat im Moment mehr zu tun, als sich zu echauffieren, wenn zwei Jugendliche zu ohren Mütten kommen.

Staenkerer
19 Tage 23 h

i bin nit mitkemmen warum de mütter (in sicherheit? und freiwillig?) in russlond lebn ober de buabn (als flüchtlinge?) in tirol worn?
warum solln de mütter es ok von an ukrainischen omt zur familienzusommenführung brauchn? um welche (politisch?) so intresante leit hondelt es sich do epper und wos steckt do dahinter das des politische polemiken noch sich ziecht, um 0815 familien so an aufwond zu mochn werd de ukraine in der momentanen loge woll nit so a griss mochn ….. oder?

Tigre.di.montana
Tigre.di.montana
Superredner
19 Tage 15 h

Russland schickt Ukrainer und junge widerspenstige Leute an die Front, in einen sicheren Tod. Das terrorisiert die Bevölkerung noch mehr. Der Beamte gehört verurteilt.

wpDiscuz