"Unsere Soldaten stoppen nicht"

Ukrainische Truppen dringen “schnell und kraftvoll” vor

Mittwoch, 05. Oktober 2022 | 10:54 Uhr

Bei dem Vormarsch der ukrainischen Armee sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj von Dienstag in den vergangenen Tagen Dutzende Ortschaften aus russischer Besatzung befreit worden. Laut der Nachrichtenagentur RIA wird in der Region Cherson ein Gegenangriff vorbereitet. Russische Truppen würden sich neu aufstellen, “um ihre Kräfte zu sammeln und einen Vergeltungsschlag auszuführen”, zitierte RIA den von Russland eingesetzten Vertreter Kirill Stremusow am Mittwoch.

Es gebe gute Nachrichten, hatte Selenskyj in einer am Dienstagabend in Kiew verbreiteten Videobotschaft gesagt. “Die ukrainische Armee dringt ziemlich schnell und kraftvoll vor bei der gegenwärtigen Verteidigungsoperation im Süden unseres Landes.” Es seien Ortschaften in den Gebieten Cherson, Charkiw, Luhansk und Donezk wieder unter ukrainische Kontrolle gebracht worden. Insbesondere im Gebiet Cherson im Süden seien Ortschaften befreit worden.

Die ukrainischen Streitkräfte sprachen am Abend von insgesamt acht Siedlungen. “Unsere Soldaten stoppen nicht. Und es nur eine Frage der Zeit, bis wir die Okkupanten von unserem Land vertrieben haben”, so Selenskyj. Die Ukraine meldet nach der völkerrechtswidrigen Annexion mehrerer Gebiete durch Russland immer wieder Erfolge bei ihrer Gegenoffensive.

“In einigen Bereichen der Frontlinie war es möglich, das von uns besetzte Gebiet um zehn bis 20 Kilometer zu erweitern”, teilte das südliche Operationskommando der ukrainischen Streitkräfte (UAF) am Mittwoch mit. Unterdessen hätten russische Streitkräfte bei ihrem Rückzug ihre Munitionsreserven zerstört und versucht, durch die Zerstörung von Brücken und Übergängen den Vormarsch der ukrainischen Truppen zu stoppen.

In Cherson hätten abziehende russische Streitkräfte Minen in Infrastruktureinrichtungen und in Häusern platziert, hieß es zudem. In den vergangenen 24 Stunden verlor Russland nach Angaben des UAF 31 Soldaten sowie mehr als 40 Ausrüstungsgegenstände darunter acht Panzer, 26 gepanzerte Fahrzeuge und eine großkalibrige Haubitze.

Der Vormarsch der zunehmend westlich ausgerüsteten ukrainischen Truppen bereitet den russischen Einheiten gleich an mehreren Frontabschnitten Probleme. Russland hatte zuletzt Truppen zurückgezogen, um eine Einkesselung zu verhindern. Auch die Versorgung der russischen Truppen wird laut dem britischen Geheimdienst durch die fortschreitende Gegenoffensive behindert.

So seien ukrainische Einheiten in der nordöstlichen Region Charkiw bis zu 20 Kilometer hinter den Fluss Oskil in die russische Verteidigungszone vorgedrungen, hieß es. Damit näherten sich die Truppen einem Versorgungsknotenpunkt in der Stadt Swatowe. Die Ukraine könne mit ihren Waffensystemen nun mutmaßlich eine wichtige Straße in der Region angreifen und damit die Möglichkeiten der Russen, ihre Truppen im Osten mit Nachschub zu versorgen, weiter einschränken, hieß es.

Die Geheimdienste gehen davon aus, dass der ukrainische Vormarsch auf die Grenzen des Gebiets Luhansk für die russische Führung besorgniserregend sein dürfte, nachdem diese die Region in der vergangenen Woche annektiert hat. Kreml-Chef Wladimir Putin hatte überdies zur Verstärkung der russischen Streitkräfte eine Teilmobilmachung angeordnet. Von 300.000 Reservisten, die eingezogen werden sollen, seien inzwischen zwei Drittel einberufen, hatte Verteidigungsminister Sergej Schoigu zuvor mitgeteilt. Viele russische Männer sind allerdings aus dem Land geflohen, um nicht eingezogen zu werden. Russische Anwälte erklärten, sie arbeiteten mit Hochdruck daran, Männer zu beraten, die einer Einberufung entgehen wollen.

Russland war am 24. Februar in die Ukraine einmarschiert und hat inzwischen vier Gebiete in der Süd- und Ostukraine annektiert. Präsident Putin hatte am Freitag mit den von Moskau eingesetzten Besatzern die international nicht anerkannten Verträge über den Beitritt unterzeichnet. Nach Russlands Staatsduma ratifizierte am Dienstag der Föderationsrat Moskaus die völkerrechtswidrige Einverleibung. Am Mittwoch berichtete die russische Nachrichtenagentur TASS, Putin habe das “Gesetz zur Integration der Regionen in russisches Staatsgebiet” unterzeichnet und es sei somit in Kraft getreten. Der völkerrechtswidrige Schritt wird von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt.

US-Präsident Joe Biden sagte Selenskyj am Dienstag in einem Telefonat weitere Unterstützung zu. Demnach werden die USA der Ukraine 625 Millionen Dollar an neuen Hilfen zur Verfügung stellen, einschließlich Trägerraketen des High Mobility Artillery Rocket Systems (HIMARS). Er betonte zudem die Bereitschaft der US-Regierung, jedes Land, das die Annexion unterstütze, mit “hohen Kosten” zu belegen.

Von: APA/dpa/Reuters

Kommentare

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15 Kommentare auf "Ukrainische Truppen dringen “schnell und kraftvoll” vor"


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buggler2
buggler2
Superredner
1 Monat 21 Tage

Da ist aufzupassen , Putin wird da etwas planen, hoffentlich laufen die Ukrainer nicht ins offene Messer, wenn sich die Russen zurück ziehen hat das einen Grund

Goennenihrwichtigtuer
1 Monat 21 Tage

Ja der hat bestimmt alles unter Kontrolle und alles läuft nach plan… 🙈😂 Ich geb zu ich habe ihn vor 8 Monaten auch noch überschätzt aber so langsam wirds doch lächerlich zu behaupten da läuft auf russischer seite alles nach plan… Den grund nennt man übrigen “modern warfare” auf ukrainische seite und nit PLAN auf russischer… 🙈

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 21 Tage
Faktenchecker
1 Monat 21 Tage
Frank
Frank
Universalgelehrter
1 Monat 21 Tage

Was ist denn dann n-tv? Gut, zumindest nicht seriös.

Frank
Frank
Universalgelehrter
1 Monat 21 Tage

Das kann sich allein dann schon ändern, wenn die Ukraine weiterhin nicht die monatlich 3,5 Milliarden Euro Leasinggebühren für die Waffen aus den USA zahlen kann. Ein Witz an sich, man steht “fest an der Seite der Ukraine” und verlangt horrende Leasinggebühren. https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/ukraine-braucht-dringend-geld-li.271538 Werden Schäden an den Waffen nach Kriegsende eigentlich auch noch vom Restwert abgezogen?

Immerhin hat Herr Habeck mit seiner Kritik an “Mondpreisen” für amerikanisches Erdgas ja unbewußt aufgezeigt, welch gute Freunde Europa in Übersee hat und wer von den nach den Anschlägen auf Nordstream enorm gestiegenen Preisen tatsächlich profitiert.

Gievkeks
Gievkeks
Superredner
1 Monat 21 Tage

Haben die Putin-Propagandisten bei den letzten 3mal auch gesagt (Kyiv, Izium, Lyman)
Manche warten noch immer auf den Grund dafür, aber die meisten haben kapiert, dass die russische Armee einfach Schrott ist.

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 20 Tage

@Frank Ah, unser Putin-Versteher versucht uns wieder die Welt (aus Menschenmörder Putins) Sicht zu erklären und Rechtfertigungen für russischen Imperialismus, Massenmord, Vergewaltigung und Folter zu liefern. (Das schließt ja nun mal russische Besatzung mit ein.) Nur dumm, dass die alte Kreml-Troll-Propaganda nicht mehr funktioniert. Auch nicht mit dem typischen USA-Bashing. Denn eine Alternative kann unser Putin-Versteher hier auch nicht anbieten. (Okay, soll er ja auch nicht.)

Goennenihrwichtigtuer
1 Monat 20 Tage

@n.g. Keine Ahnung was du mir damit sagen willst… 🤷‍♂️ Ist doch nur ein weiteres Zeichen das absolut nix nach plan läuft… Aber wer versteht schon dich putinfanboy..

Frank
Frank
Universalgelehrter
1 Monat 20 Tage

@Philingus Wenn Dir andere Meinungen nicht passen, mußt Du natürlich wie gewohnt mit Diffamierungen und Beleidigungen regieren. Ist das ein Zwang und wer ist hier der Troll?

Zugspitze947
1 Monat 19 Tage

@Frank  Du scheinbar😝 ,denn das MÄRCHEN vom Leasing kannst du dir sparen :-(👌

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 19 Tage

Ihre sogenannte „Meinung“, die ja letztendlich nur Rechtfertigungen des russischen Imperialismus darstellen, könnte genauso aus der Kreml-Propaganda-Schmiede stammen. Das sie nichts Besseres zu tun haben, als Putin’s Verbrechen erklären zu wollen und geradezu um Verständnis bitten, zeigt ihre menschenverachtende Gesinnung, die jeder mit Charakter angreifen und offenlegen muss. Ihre geheuchelten Empfindungen können sie sich sparen.

Faktenchecker
1 Monat 21 Tage
mermer
mermer
Grünschnabel
1 Monat 21 Tage

Nix läuft nach plan… die russen feuern mit munition aus dem 2.weltkrieg und die ukraine kämpft mit panzern aus den 70ern ergo wird zur zeit täglich ca. 1000 mann (menschenmaterial, da die menschenleben leider auf beiden seiten nix wert sind) vernichtet ohne erfolg auf keiner der beiden seiten. Der krieg wird leider noch lange andauern. Erbärmlich das sowas im jahr 2022 möglich ist. Aber wer weiss was im hintergrund alles abläuft…

klablueter
klablueter
Grünschnabel
1 Monat 20 Tage

Die Russen wollen Männer, die der Einberufung entgehen wollen, “beraten”. Was das wohl heißen mag…

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