Russische Soldaten patrouillieren beim AKW

Ukrainisches AKW Saporischschja erneut unter Beschuss

Donnerstag, 11. August 2022 | 19:37 Uhr

Das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Angaben der russischen Besatzer erneut unter Beschuss geraten. Das Kraftwerk sei mit schwerer Artillerie und Raketenwerfern angegriffen worden, teilte der Vertreter der Besatzungsbehörden, Wladimir Rogow, am Donnerstag auf Telegram mit. Geschossen werde aus Ortschaften, die unter ukrainischer Kontrolle stünden. Überprüfbar waren die Angaben nicht. Bei einer Geberkonferenz kamen eineinhalb Milliarden Euro für Kiew zusammen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte angesichts des Beschusses vor einer möglichen Atomkatastrophe gewarnt. Der ukrainische Kraftwerksbetreiber Enerhoatom informierte bei Telegram über insgesamt zehn Einschläge in der Nähe des größten europäischen Atomkraftwerks im Süden der Ukraine. “Die Situation im Kraftwerk ist gerade unter Kontrolle”, teilte der Konzern mit. Nach diesen Angaben gab es keinen Brand und auch keine erhöhten Radioaktivitätswerte.

Die Ukraine wirft den russischen Truppen vor, das AKW als Festung für Angriffe zu nutzen. Die prorussischen Separatisten wiederum beschuldigen die ukrainischen Streitkräfte, mit Beschuss den Westen zum Eingreifen in den Konflikt bewegen zu wollen. Russlands Staatsfernsehen zeigte Bilder, die Raketeneinschläge am Kraftwerk zeigen sollen.

Rogow lehnte Forderungen der G7-Gruppe ab, das Kraftwerk wieder unter ukrainische Kontrolle zu geben. “Das wäre, als wenn man einem Affen eine Handgranate in die Hand gibt”, sagte Rogow der russischen Staatsagentur TASS.

Im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl hatte sich 1986 der schlimmste atomare Unfall auf europäischem Boden ereignet. International gibt es Befürchtungen, dass sich in Saporischschja durch Raketenangriffe etwas Ähnliches wiederholen könnte. Russland Krieg gegen das Nachbarland dauert inzwischen schon mehr als fünfeinhalb Monate.

Unterdessen wurden bei der Geberkonferenz in Kopenhagen zur Finanzierung militärischer Hilfen für die Ukraine nach Angaben des dänischen Verteidigungsministers Morten Bodskov über eineinhalb Milliarden Euro eingesammelt. An der Konferenz haben sich 26 Länder beteiligt. Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace erklärte, die russische Armee erreiche in vielen Bereichen ihre Ziele nicht. Es sei unwahrscheinlich, dass es ihr je gelingen werde, das ganze Land zu erobern.

Kiew will noch vor Wintereinbruch zwei Drittel der Einwohner in den von ihr beherrschten Gebieten im Donbass evakuieren. Die stellvertretende Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk erklärte, rund 220.000 Menschen, darunter 52.000 Kinder, sollten aus den Kampfgebieten gebracht werden. Die Regierung fürchtet, dass die Menschen unter anderem wegen der Schäden an der Infrastruktur nicht werden heizen können. Im Donbass im Osten der Ukraine wird besonders heftig gekämpft.

Von: APA/dpa/Reuters

Kommentare

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12 Kommentare auf "Ukrainisches AKW Saporischschja erneut unter Beschuss"


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Selbstbewertung
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Superredner
1 Monat 13 Tage
Und irgendwann macht es gewollt oder ungewollt “Beng”…. Der geschundenen Seele unserer Mitmenschen wird aktuell viel abverlangt: Pandemie mit all den damit verbundenen Ängsten, Einschränkungen und gesellschaftlichen Spaltungen, einer der Brutalität Kriege der letzten 50 Jahren vor unserer Haustür und für die meisten wie aus dem Nichts gekommen, neue wirtschaftliche Sorgen, politische Instabilität (zumindest in Italien) mit ungewissem Ausgang, wiederholte Drohungen von Seiten des Kremels mit atomarer Vernichtung, Gefahr eines atomaren Supergaus….Was ich hier vermisse ist eine gesellschaftliche und politische Initiative, um einigen dieser Ängste entgegenzuwirken. Es kann nicht sein, dass sich Bürger und Bürgerinnen selbst Jodtabletten, Geigerzähler, Lebensmittelvorräte und… Weiterlesen »
N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 13 Tage

Dazu gibt es von mir nur: Wir brauchen und haben nie Atomkraftwerke gebraucht!

falschauer
1 Monat 12 Tage

realistische einschätzungen und sinnvolle kommentare werden auf sn sehr oft abgestraft, weil nicht der inhalt sondern der verfasser desselben im fokus der bewerter steht

Zugspitze947
1 Monat 12 Tage

falschauer:da hast du AUSNAHMSWEISE mal recht ,Pressefreiheit ist in Italia Südtirol eben nicht gegeben !!!!!!!! 🙁

schluiferer_sepp
schluiferer_sepp
Grünschnabel
1 Monat 12 Tage

@Selbst @falsch @zug
Ihr lebt in einer sonderbaren Fantasiewelt.
Was habt ihr lustiges Grüppchen denn hier nicht sagen dürfen?

Clown
Clown
Grünschnabel
1 Monat 12 Tage

Zugi dann bleibe mal schön draußen; in den deutschen Landen und lass ins unsere eigene S7ppe kochen

falschauer
1 Monat 11 Tage

seppele, ich habe nicht von nichts sagen dürfen geschrieben, lesen, nachdenken und dann schreiben

schluiferer_sepp
schluiferer_sepp
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

@falsch
Ich hätt wohl noch hinzufügen sollen: oder für was hat man euch auf sn so gescholten?
Wie auch immer, für dich und Selbst. galt auch hauptsächlich die Bemerkung bez. Fantasiewelt. Selbst. schrieb z. B. “Es kann nicht sein, dass sich Bürger und Bürgerinnen selbst Jodtabletten, Geigerzähler, Lebensmittelvorräte” und du antwortest dann “realistische einschätzungen und sinnvolle kommentare werden auf sn sehr oft abgestraft”.
Oder es war Satire von euch und ich habe sie nicht erkannt…

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 13 Tage

…da haben wir bald ein neues Tschernobyl…

magari
magari
Superredner
1 Monat 13 Tage

Ist absehbar, bei Abzug sprengen es die Russen in die Luft.

OrtlerNord
OrtlerNord
Superredner
1 Monat 12 Tage

@magari
Wenn der Wind kräftig und anhaltend Richtung Westen bläst ist das einem Kriegsverbrecher Putin gerade recht!

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
1 Monat 13 Tage

Es gibt überall Sicherheitsvorkehrungen, um jeder Gefährdung vorzubeugen: am Bau, Brandschutzbestimmungen, Arbeitssichetheitskurse, Dicherheitsbeauftragte, Konformitätsgutachten, Revisionen….. Hier wird an einem AKW Dprengstoff angebracht, mit Artillerie gekämpft und bei uns scheint das unsere Entscheidungsträger wenig zu kümmern. Dafür sind sie wohl zu sehr mit ihrem eigenen Wahlkampf beschäftigt. Wenn sich Bürger und Bürgerinnen dann allein gelassen fühlen, verwundert mich nicht wirklich….Dabei ist dieses AKW viel größer als Tschernobyl, näher und vor allem würde es auch keine aufopferungsvolle Feuerwehrleute geben, die im Kampfgebiet einen Supergau irgendwie bekämpfen könnten. Bleibt nur die Hoffnung…

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