Mikl-Leitner wird laut Umfragen keine absolute Mehrheit schaffen

Umfrage sieht Volkspartei in NÖ bei 48 Prozent

Montag, 15. Januar 2018 | 19:20 Uhr

Eine Umfrage für die “NÖN” (Niederösterreichische Nachrichten) vor der niederösterreichischen Landtagswahl am 28. Jänner sieht die ÖVP bei 48 Prozent. Dieser von Peter Hajeks “Public Opinion Strategies” erhobene Wert liegt um zwei Prozentpunkte höher als jener des market Instituts. Damit könnte die Partei, die 2013 50,8 Prozent erreicht hatte, die absolute Mandatsmehrheit im Landtag halten.

Für die repräsentative Umfrage wurden laut der Wochenzeitung zwischen dem 2. und 11. Jänner 805 Personen befragt. Die ÖVP würde demnach neben den Beliebtheitswerten der Spitzenkandidatin Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner von der guten Stimmung profitieren: 67 Prozent befinden die Entwicklung im Land für richtig, 17 Prozent für falsch, berichteten die “NÖN”.

Platz zwei und drei gehen – wie bei “market” – an Sozialdemokraten und Freiheitliche: Laut der Umfrage würde die SPÖ auf 23 Prozent zulegen – 2013 waren es 21,6 Prozent, die FPÖ käme auf 17 Prozent (2013: 8,2 Prozent). Im Rennen der kleinen Parteien würden die NEOS mit sechs Prozent vor den Grünen mit fünf Prozent liegen.

Die Volkspartei bei 46 Prozent und mit großem Vorsprung vor den Mitbewerbern sowie deutliche Zugewinne für die FPÖ – das hatte zuvor eine Umfrage des “market” Instituts im Auftrag des “Standard” vor den Landtagswahl am 28. Jänner ergeben. Die ÖVP verliert laut “market”-Hochrechnung gegenüber 2013 (50,8 Prozent) die absolute Mehrheit nach Stimmen. Die Sozialdemokraten gewinnen nach dem historischen Tiefstand von 21,6 vor fünf Jahren auf 24 Prozent dazu, die Freiheitlichen steigern ihren Anteil von 8,2 auf den Rekordwert von 17 Prozent. Die NEOS kommen bei ihrem ersten Antreten auf sechs Prozent, die Grünen fallen von zuletzt 8,1 auf fünf Prozent. Zwei Prozent würden demnach für Kleinparteien bleiben, berichtete “Der Standard”.

In der fiktiven Landeshauptmann-Direktwahlfrage erreicht Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) 38 Prozent – sie punkte besonders bei weiblichen, höher gebildeten und älteren Stimmberechtigten. 87 Prozent der erklärten ÖVP-Wähler stehen demnach hinter der Spitzenkandidatin. SPÖ-Listenerster Franz Schnabl kommt laut Umfrage insgesamt nur auf 13 Prozent – in seiner eigenen Parteiwählerschaft lediglich auf 52 Prozent. Jeder siebente SPÖ-Anhänger würde in einer Direktwahl für die ÖVP-Kandidatin Mikl-Leitner stimmen. Insgesamt würden sieben Prozent der Wahlberechtigten FPÖ-Listenersten Udo Landbauer direkt wählen, vier Prozent die Grüne Helga Krismer und zwei Prozent Indra Collini (NEOS).

26 Prozent der Befragten gaben ausdrücklich an, es als erwünschte Wahlfolge zu betrachten, dass Mikl-Leitner Landeshauptfrau bleibt. 43 Prozent wünschen “klare Verhältnisse nach der Wahl” – nur elf Prozent wollen, dass andere Parteien stark genug würden, um einen anderen Landeshauptmann zu stellen.

54 Prozent sind der Umfrage zufolge der Ansicht, dass sich ihr Land in die richtige Richtung entwickle. 21 Prozent – darunter viele SP- und Grün-Wähler – sehen eine Entwicklung in die falsche Richtung. Vor dem letzten Urnengang 2013 sahen laut “Standard” zwar ähnlich viele Befragte eine positive, aber 35 Prozent eine negative Entwicklung (der Rest machte jeweils keine Angabe). Nur zehn Prozent wollen der Bundesregierung einen Denkzettel verpassen (2013 waren es 18 Prozent).

Auf die Frage “Wenn Sie Johanna Mikl-Leitner mit ihrem Vorgänger Erwin Pröll vergleichen: Wer hat in der Bundespolitik mehr Gewicht und Einfluss gehabt?” nannten 72 Prozent Pröll und nur drei Prozent Mikl-Leitner. 63 Prozent sind jedoch der Ansicht, dass der Landeschef oder die Landeschefin sich um die Angelegenheiten im Land kümmern soll, ohne sich von der Bundespolitik ablenken zu lassen. Nur 26 Prozent meinen hingegen, “dass es wichtig ist, dass der Landeschef in der Bundespolitik mitmischt, um dem Land mehr Bedeutung zu verschaffen”.

“Pröll wirkt noch in gewisser Weise nach, 30 Prozent glauben, dass er besser war als seine Nachfolgerin. Allerdings sehen 40 Prozent beide für gleich gut an und acht Mikl-Leitner als besser. Sie ist ein anderes politisches Angebot – und das wird weitgehend geschätzt”, analysierte “market”-Leiter David Pfarrhofer. Das Institut hat 814 Personen von 8. bis 11. Jänner telefonisch und online befragt.

Von: apa