Orbans Regierung geriet ins Visier

Ungarns Regierung unter Geldwäsche-Verdacht

Mittwoch, 04. April 2018 | 21:45 Uhr

Kurz vor den ungarischen Parlamentswahlen am 8. April schreibt die Zeitung “Magyar Nemzet” (MNO) von einem Korruptions- und Geldwäscheskandal, in den die ungarische rechtskonservative Regierung von Premier Viktor Orban verwickelt sein soll. Die Regierung soll in den vergangenen Jahren 3 bis 4 Milliarden Euro EU-Fördermittel unterschlagen und auf arabische und asiatische Konten transferiert haben.

Als Zwischenstopp habe Wien gedient, wo Mitglieder einer mit den Geldern in Verbindung stehenden Bande in leeren Wohnungen 5 bis 6 Millionen Euro deponiert haben sollen. Das behauptete das FBI, das sich in den Geldtransfer in den Nahen Osten einschaltete.

Zuvor hatte das FBI jenen ungarischen Bürger in ihr Zeugenschutzprogramm aufgenommen, der als Bote bei der Verschiebung der unterschlagenen EU-Gelder ins Ausland mitwirkte, berichtete MNO. Die amerikanischen Behörden hätten die Untersuchung angestrengt, da auch der internationale Terrorismus über solche Kanäle finanziert würde.

Auf der Grundlage der Aussage des Ungarn ersuchten die Amerikaner die ungarischen Behörden um “konkrete Fahndungsaktionen”. Diese hätten jedoch nach 30 Tagen erklärt, keine Spuren gefunden zu haben, die zu irgendeiner Straftat führen würden. Laut “Magyar Nemzet” würden die ungarischen Behörden auch wegen des Verdachtes der Geldwäsche nach dem Ungarn fahnden. MNO sei in Besitz von Dokumenten, laut denen die US-Amerikaner seit März 2017 den ungarischen Behörden mehrfach mitteilten, dass der Gesuchte in FBI-Gewahrsam sei und sie diesen in Anwesenheit des FBI verhören könnten. Doch die ungarischen Behörden hätten davon keinen Gebrauch gemacht und die Fahndung auch nicht zurückgenommen.

Die Transferierung der Gelder sei über Diamantenhandel und ein arabischen Bankensystem erfolgt. Beteiligt gewesen sein soll die ungarische MKB-Bank, an der der milliardenschwere Orban-Freund, der ehemalige Gasinstallateur Lörinc Meszaros, über den Mehrheitsanteil verfügt. Laut FBI soll ein Teil des Geldes über Strohmänner nach Ungarn zurückgeflossen sein, getarnt als arabische Investitionen in Luxushotels, Villen und Schlösser. Das FBI vermutet, dass davon ungarische Regierungspolitiker profitiert hätten.

Von: apa