Zuschauer und Teilnehmer sollten mit Messern getötet werden

Ungewissheit wegen Anschlagsplänen auf Berliner Halbmarathon

Sonntag, 08. April 2018 | 19:55 Uhr

Um einen möglichen geplanten Anschlag auf den Berliner Halbmarathon herrscht weiterhin Ungewissheit. Am Sonntagabend betonte die Polizei, man habe keine konkreten Hinweise, dass das Sportereignis Ziel eines Anschlags gewesen sein könnte. “Für die Läufer und Teilnehmer und das Personal bestand zu keiner Zeit eine Gefahr”, sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf.

Die Polizei sei im Vorfeld des Halbmarathons “besonders aufmerksam gewesen”. Die Durchsuchungen hätten sich auf Personen bezogen, “die wir dem islamistisch-terroristischen Bereich zurechnen”. Die beschlagnahmten Beweismittel, darunter Handys und Computer, würden weiter ausgewertet. Die Behörden nahmen sechs Verdächtige fest. Die Festgenommenen im Alter von 18 bis 21 Jahren seien womöglich an der “Vorbereitung eines Verbrechens im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung beteiligt” gewesen, teilten Polizei und Berliner Generalstaatsanwaltschaft am Sonntag mit.

Auf Twitter teilte die Polizei mit, dass der Staatsschutz gemeinsam mit der Generalstaatsanwaltschaft Wohnungen und Fahrzeuge im Stadtgebiet durchsucht habe. Der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, wollte auf Anfrage nicht bestätigen, dass es sich um einen geplanten Terroranschlag gehandelt haben könnte. Auch zu einer möglichen Verbindung der Verdächtigen zum Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri äußerte er sich nicht. Wegen der andauernden Ermittlungen könnten zunächst keine weiteren Angaben gemacht werden, hieß es.

Die Zeitung “Die Welt” hatte zuvor berichtet, die Polizei habe einen Anschlag während des Halbmarathons vereitelt, zu dem am Sonntag nach Angaben der Organisatoren 36.000 Läufer und 250.000 Zuschauer in die Berliner Innenstadt gekommen waren. Spezialkräfte hätten vier Männer festgenommen, darunter einen Hauptverdächtigen. Er soll dem Blatt zufolge geplant haben, mit Messern Zuschauer und Teilnehmer der Sportveranstaltung zu töten. Der Verdächtige soll zum privaten Umfeld des Terroristen Amri gehört haben, der den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt Ende 2016 verübt hatte.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller dankte den Sicherheitskräften – auch mit Blick auf die Amokfahrt von Münster -, “dass sie durch ihre Umsicht und Polizeiarbeit eine weitere Attacke auf die friedlichen, den Halbmarathon genießenden Zuschauer verhindern konnten”. “Ob in Münster, Berlin oder anderswo – wir lassen uns unser friedliches Zusammenleben nicht nehmen”, schrieb Müller auf seiner Facebook-Seite.

Eine der jetzt durchsuchten Wohnungen im Westen der Stadt war der “Welt” zufolge auch nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt Ende 2016 durchsucht worden. Im Keller der Wohnung eines mutmaßlichen Komplizen des am Sonntag überwältigten Hauptverdächtigen schlugen demnach speziell auf Sprengstoff trainierte Hunde an. Die Polizei twitterte am Abend, im Zuge der Durchsuchungen sei kein Sprengstoff gefunden worden.

Nach der Amokfahrt von Münster war anfangs befürchtet worden, es könne sich um einen Terroranschlag handeln. Schon am Samstagabend hieß es aber, die Tat habe keinen terroristischen oder islamistischen Hintergrund. Bei dem Täter handelte es sich um einen Deutschen, nach dpa-Informationen womöglich um einen psychisch labilen Einzeltäter.

Von: APA/ag.

Kommentare

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15 Kommentare auf "Ungewissheit wegen Anschlagsplänen auf Berliner Halbmarathon"


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enkedu
enkedu
Kinig
12 Tage 9 h

Die Öffentlichkeit muss die Kosten dafür tragen, dass hunderte dieser Leute sich frei bewegen und nicht aus den Augen gelassen werden können. Wir zahlen die Fehler der Politiker.

Staenkerer
12 Tage 5 h

erst lossn se se dobleibn und olles tien und nor plötzlich de aufregung?
wenn se gfährlich sein und de putz des wissn nor ghearn se ob in de heimat, denn menschenansammlungen zum obstechn wern de überoll findn wenn se welln! wenn se nit gfährlich sein, brauchts des theater a nit!

enkedu
enkedu
Kinig
12 Tage 9 h

Wer möchte immer noch Leute aus Tunesien reinlassen? Können diejenigen vielleicht erklären, wieso sie ihre Mitmenschen bewusst dieser Gefahr aussetzen? Wieso denn?
Wir sollten über eine black list nachdenken. Nicht jeder ist willkommen.

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Superredner
12 Tage 7 h

Und jetzt ?
Messer verbieten ? Noch mehr Betonsperren aufstellen ?

werner66
werner66
Superredner
12 Tage 5 h

Ist ja ein Marathon, die sollen schneller laufen….

typisch
typisch
Universalgelehrter
12 Tage 5 h

die angemahlten teuren legosteine halte höchstens einen scooterfahrer auf😀

Waltraud
Waltraud
Superredner
11 Tage 10 h

@werner66

Das hast du jetzt hoffentlich nicht ernst gemeint?

zombie1969
zombie1969
Superredner
12 Tage 6 h

Diese Festnahmen zeigen wieder wie verletzlich die offene Gesellschaft ist und wie sehr man funktionsfähige Sicherheitsbehörden benötigt. Und je offener die Grenzen sind, desto mehr.

Staenkerer
12 Tage 5 h

jo, man losst es haupttor offn mit an willkommensschild darüber., gib de freiheit das jeder im haus überoll hinbdorf und muaß sich desholb im eigenen haus fürchtn, das nenn i nit gute gastgeber, sondern dumme gastgeber!

enkedu
enkedu
Kinig
12 Tage 5 h

war ja gar nicht vereinbart dass wir nicht im stande sind aussengrenzen zu schützen. zudem lassen die guten unter uns jeden rein. ich wundre mich eh dass sie sie nicht holen gehen.

Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
12 Tage 6 h

es hat ja geheissen, wir müssen lernen, mit dem Terror zu leben. Und es wird alles dafür getan, dass wir uns immer wieder daran erinnern. Ein aufrichtiges Dankeschön an die Politik.

witschi
witschi
Universalgelehrter
12 Tage 7 h

verräumen und basta

PuggaNagga
PuggaNagga
Universalgelehrter
12 Tage 4 h

Hat alles nix mit nix zu tun!
Wieviele solche islamische Terroristen in Europa rumlaufen werden wir nie erfahren. Wieviel geplante Anschläge von der Geheimpolizei verhindert wurden auch nicht.

traktor
traktor
Universalgelehrter
11 Tage 19 h

de steinbruch warte!
bis zum ende

Tabernakel
11 Tage 8 h
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