Lage der Rohingya nach wie vor prekär

UNO beklagt fortgesetzte Gewalt gegen Rohingya in Myanmar

Dienstag, 06. März 2018 | 09:14 Uhr

Die muslimische Rohingya-Minderheit in Myanmar wird nach Einschätzung der Vereinten Nationen weiterhin systematisch verfolgt. Im Vergleich zum Sommer vergangenen Jahres habe sich jedoch die Art der Gewalt geändert, sagte der stellvertretende UNO-Generalssekretär für Menschenrechte Andrew Gilmour am Dienstag nach einem Besuch im benachbarten Bangladesch, wohin viele Rohingyas geflohen sind.

Nach dem Blutvergießen und den Massenvergewaltigungen gebe es nun eine Terrorkampagne und herbeigeführte Hungersnöte, um die noch verbliebenen Rohingyas nach Bangladesch zu vertreiben. Eine sichere, würdevolle und nachhaltige Rückkehr sei unter den gegenwärtigen Bedingungen unmöglich, sagte Gilmour.

Seit August sind mehr als 650.000 Rohingyas aus dem überwiegend buddhistischen Myanmar nach Bangladesch geflohen. Auslöser sollen Angriffe von militanten Rohingyas auf Armeeposten gewesen sein, woraufhin die Sicherheitskräfte massiv gegen die Bevölkerungsgruppe vorging. Das Militär bestritt den Vorwurf der Vereinten Nationen, dass dort eine ethnische Vertreibung stattgefunden habe.

Bangladesch und Myanmar hatten sich Mitte Jänner darauf verständigt, die Flüchtlinge innerhalb der nächsten zwei Jahre zurückzuführen. Die Regierung Myanmars hatte zuletzt erklärt, Gebiete für die Rückkehr von Flüchtlingen vorzubereiten. In Myanmar wurden Flüchtlingslager eingerichtet. Die Menschen sollten aber in ihre Heimatorte zurückkehren, erklärte die Regierung.

Von: APA/ag.