Immer mehr Menschen müssen hungern

UNO-Bericht: Zahl der Hungernden weltweit deutlich gestiegen

Mittwoch, 06. Juli 2022 | 17:44 Uhr

Krieg, Klima und die Corona-Pandemie: Die Zahl der weltweit an Hunger leidenden Menschen ist laut Schätzungen der Vereinten Nationen (UN) im vergangenen Jahr wegen zahlreicher Krisen weiter gestiegen. 2021 waren im Mittel etwa 768 Millionen Menschen von Hunger betroffen, rund 46 Millionen mehr als im Vorjahr, wie es im jährlichen Bericht zur weltweiten Versorgungslage hieß, der am Mittwoch in New York vorgestellt wurde.

“Die Zahlen zeigen klar in die falsche Richtung”, sagte der Chef des Welternährungsprogramms WFP, David Beasley. Er forderte, den ärmsten Gemeinschaften zu helfen, sich gegen Hunger zu schützen. “Wenn wir das in der Vergangenheit schon erfolgreich eingefädelt hätten, hätte der Krieg in der Ukraine heute nicht solche desaströsen globalen Auswirkungen.”

Die Kurve der vergangenen Jahre zeigt weiter nach oben. Selbst wenn sich die Weltwirtschaft erholt, rechnen die UN mit immer noch 670 Millionen Hungernden im Jahr 2030. Die Welt bewege sich in ihrem Bestreben, den Hunger bis 2030 zu beenden, rückwärts, schrieben die Experten. Die Herausforderungen bei Hunger und Mangelernährung wüchsen.

In dem Bericht beschreiben mehrere UN-Organisationen wie Unicef, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) die weltweite Lage der Versorgung mit Nahrung und die Qualität der Ernährung der Weltbevölkerung. Sie fordern sofortiges Handeln im Kampf gegen Hunger und mehr Investitionen in der Landwirtschaft, um die Produktion widerstandsfähiger vor Krisen zu machen.

Die UN führten die gestiegene Zahl Hungernder auf die Corona-Pandemie, die Folgen des Klimawandels und Konflikte zurück. Zum Beispiel hätten sich die Volkswirtschaften in den von der Pandemie am stärksten betroffenen Ländern ungleich erholt – und Einkommensverluste teils gar nicht. Nach den aktuellen UN-Zahlen von 2020 konnten sich fast 3,1 Milliarden Menschen deshalb keine gesunde Ernährung leisten.

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine birgt dem Bericht zufolge ein weiteres Risiko, da Lieferketten wegen des Konflikts unterbrochen wurden. Das Land war vor dem Krieg ein wichtiger Getreide- und Mais-Exporteur für den Weltmarkt und vor allem für Entwicklungsländer, die nun mit der Ausfuhrblockade besonders zu kämpfen haben.

Den Berechnungen der FAO zufolge können die Ausfälle in diesem und im kommenden Jahr nur teilweise mit Getreide aus den Speichern aufgefangen werden. Infolge des Konflikts stiegen außerdem die Lebensmittelpreise im ersten Halbjahr 2022 deutlich. Besonders schlimm ist die Lage bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln den UN zufolge in Ländern des Nahen Ostens und in Afrika. “Zahlreiche Staaten insbesondere in Afrika müssen wieder unabhängiger werden in ihrer Versorgung mit Nahrungsmitteln und ihre Abhängigkeiten vom Weltmarkt reduzieren”, forderte der Agrar-Experte von der Naturschutzorganisation WWF, Rolf Sommer.

Von: APA/dpa

Kommentare

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4 Kommentare auf "UNO-Bericht: Zahl der Hungernden weltweit deutlich gestiegen"


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Tolerahahahanz
Tolerahahahanz
Tratscher
1 Monat 11 Tage

An Nahrungsmittelknappheit kann es nicht liegen. Wohl eher an der verteilung.
Was allein jeden Tag in großen Hotels weggeworfen wird, summiert mit allen Betrieben auf dem Planeten die dem folgen wegen Mindesthaltbarkeitsdauer etc…
Könnte man ja Staatlich fördern, aber ist ja besser wenns weniger Menschen gibt, nicht wahr, liebe Profitgierler?

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 10 Tage

tohleranz….nein nein Dass viele Kinder Sind ist gewollt.Natürlich ist es die Umverteilung.Hier kämpft man gegen Übergewicht während anderswo gehungert wird.Unglaublich wie korrupt u.ungerecht es zugeht.

SilviaG
SilviaG
Superredner
1 Monat 10 Tage

Als würden nur Hotels wegschmeißen

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 10 Tage

Das Foto dieses Artikels sollte sich in Diktatoren wie Putin in das Gedächtnis einbrennen und ihnen schlaflose Nächte bereiten. Auch Putin gehört zu den Wahnsinnigen, die mit Hunger „Weltpolitik“ (besser: Krieg) betreiben.

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