Kompatscher: Mehrere Redner lobten Südtirol

UNO-Chef beklagt “völlige Untätigkeit” beim Minderheitenschutz

Donnerstag, 22. September 2022 | 15:41 Uhr
Update

UNO-Generalsekretär António Guterres hat breiteste Versäumnisse bei der Achtung ethnischer, religiöser und sprachlicher Minderheiten beklagt. Es gehe nicht um einzelne Lücken, sondern um “völlige Untätigkeit” hinsichtlich ihres Schutzes, sagte er am Mittwoch bei einer Veranstaltung am Rande der UNO-Vollversammlung in New York, an der auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen, sein slowenischer Kollege Borut Pahor und Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher teilnahmen.

Weiterhin würden Minderheiten zwangsassimiliert und verfolgt; sie erlebten Vorurteile und Diskriminierung, Hass und Gewalt, so Guterres nach Angaben von Kathpress. “Wir sehen Minderheiten ihrer politischen und bürgerlichen Rechte beraubt, ihre Kultur erstickt, ihre Sprache unterdrückt und ihre Religionsausübung eingeschränkt.”

30 Jahre nach der Annahme der UNO-Erklärung über Rechte von ethnischen, religiösen und sprachlichen Minderheiten bleibe die Welt hinter den Zielen der Nicht-Diskriminierung und der Beteiligung von Minderheitenangehörigen an Entscheidungsprozessen in allen Lebensbereichen weit zurück, so der UNO-Generalsekretär. Nachdrücklich forderte er die Mitgliedstaaten auf, “konkrete Schritte” zum Schutz von Minoritäten und ihrer Identität zu unternehmen.

Kompatscher berichtete, dass Südtirol bei dem Treffen “von verschiedenen Rednern als eines der wenigen Erfolgsbeispiele auf Weltebene für eine friedliche Lösung eines ethnischen Konflikts und des Minderheitenschutzes” angeführt worden sei. Dies zeige, dass man “weiter in diese Richtung arbeiten” solle “und stärkt auch die Autonomie Südtirols an sich”, sagte der Landeshauptmann nach Angaben der Nachrichtenagentur ANSA.

Van der Bellen bezeichnete Südtirol sowie die slowenische Volksgruppe in Österreich als beispielhaft für die “erfolgreiche Umsetzung von Minderheitenrechten”. Förderung und Schutz von Minderheitenrechten würden zur politischen und sozialen Stabilität von Staaten beitragen, so der Präsident. “Minderheitenrechte und Minderheitenpolitik sind nie abgeschlossen, sie müssen immer weiter entwickelt werden, angepasst an die aktuellen Lebensbedingungen und Bedürfnisse, in jedem Land der Welt.” Allzu oft würden Minderheiten von der einen oder der anderen Seite instrumentalisiert – “oder von beiden!”

Pahor hob den Schutz der italienischen und ungarischen Volksgruppe in seinem Land hervor. Mit den Nachbarländern gebe es einen “produktiven Dialog” über Minderheitenfragen, auf den er “stolz” sei, da die Nachbarschaft Sloweniens niemals “ein Rosengarten” gewesen sei, meldete die Nachrichtenagentur STA. Konkret dankte Pahor seinen Amtskollegen aus Italien und Österreich für die gemeinsamen Bemühungen, “eine viel dunklere Vergangenheit hinter uns zu lassen”. Im Jahr 2020 hatte Pahor mit seinen Amtskollegen Van der Bellen und Sergio Mattarella Versöhnungsgesten anlässlich von schmerzlichen Jahrestagen für die slowenischen Minderheiten in den beiden Nachbarländern gesetzt.

Von: apa

Bezirk: Bozen

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7 Kommentare auf "UNO-Chef beklagt “völlige Untätigkeit” beim Minderheitenschutz"


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was bin ich
was bin ich
Grünschnabel
9 Tage 8 h

und ein großes Lob an den Landeshauptmann…Präsidente, dass er Südtirol zu einer ganz normalen italienischen Provinz macht. Die letzten 10 Jahre waren darin bereits sehr erfolgreich.

Stolzz
Stolzz
Tratscher
8 Tage 18 h

Wir sollten nicht alles schlechtreden! Wir leben wenigstens in Frieden und relativer Freiheit, d.h. wir können unsere Gedanken frei ausdrücken. Zu einer “normalen” italienischen Provinz machen sich die SüdtirolerInnen schon selbst. Ich persönlich nehme mir die Freiheit, Italien nicht als meinen Staat zu bezeichnen. Österreich steht mir sprachlich und kulturell nach wie vor viel näher (und ja, auch Österreich ist nicht perfekt!)

Doolin
Doolin
Kinig
9 Tage 9 h

…unser LH war ja ein aufmerksamer Zuhörer dort…

lupo20
lupo20
Neuling
9 Tage 5 h

hot der schon ein wort verstanden in amerika

maik
maik
Grünschnabel
9 Tage 4 h

Kann mich einer aufklären?
Welche vorteile haben wir in dieser autonomie? Nein, ich meine nicht die größte inflation italiens, ich meine vorteile in der die nachteile nicht überwiegen. Schon blamabel mit leeren händen und ohne unterhose nach newyork zu fliegen🤣 Hoffentlich kommt er nicht völlig nackt zurück!

Richter
Richter
Grünschnabel
9 Tage 3 h

Die Regierung lässt die Unterwanderung zu, in unseren größeren Städten wird schon mehrheitlich italienisch gesprochen. Langsam aber sicher wird es keine Autonomie mehr brauchen!

So ist das
8 Tage 19 h

Die echten Probleme im Land werden durch diese Reise auf Kosten der Steuerzahler wieder mal nicht gelöst. Wahlwerbung pur 🤔

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