Eine Feuerpause wurde vereinbart

UNO-Chef fürchtet “zerstörerischen Konflikt” im Gazastreifen

Samstag, 21. Juli 2018 | 21:13 Uhr

Nach den jüngsten gewaltsamen Auseinandersetzungen im Nahen Osten hat UNO-Generalsekretär Antonio Guterres Israel und die Palästinenser aufgerufen, “einen neuen zerstörerischen Konflikt” zu vermeiden. “Ich bin zutiefst besorgt angesichts dieser gefährlichen Gewalteskalation im Gazastreifen und im Süden Israels”, erklärte Guterres am Samstag in New York.

Es sei unbedingt erforderlich, “dass alle Seiten sich vom Risiko eines neuen zerstörerischen Konflikts entfernen”. Die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas und die “militanten Palästinenser” forderte der UNO-Generalsekretär auf, die Raketenangriffe und den Einsatz von Ballons mit Brandsätzen gegen Israel zu unterlassen. Außerdem sollten sie die “Provokationen” entlang der Grenze zwischen Gazastreifen und Israel beenden. “Und Israel muss Zurückhaltung beweisen, um die Lage nicht anzuheizen”, fügte Guterres hinzu.

Um einen “Ausweg aus dieser gefährlichen Situation” zu finden, sollten Israel und die Palästinenser mit der UNO und deren Nahost-Sondergesandten Nikolai Mladenow zusammenarbeiten, forderte Guterres. “Jede neue Eskalation gefährdet das Leben von Palästinensern und Israelis” und verschlimmere “die humanitäre Katastrophe im Gazastreifen”.

Am Freitag war bei palästinensischen Protesten an der Grenze des Gazastreifens zu Israel erstmals seit vier Jahren ein israelischer Soldat getötet worden. Die israelische Armee reagierte darauf mit massiven Vergeltungsangriffen, bei denen nach Angaben der Hamas drei ihrer Kämpfer getötet wurden. Auch ein palästinensischer Zivilist wurde bei Protesten gegen Israel erschossen, wie das Gesundheitsministerium im Gazastreifen mitteilte.

In der Nacht auf Samstag erklärte die Hamas jedoch, sie habe sich unter Vermittlung Ägyptens und der Vereinten Nationen auf eine Feuerpause mit Israel geeinigt. Die israelische Armee teilte mit, in der Nacht habe es von israelischer Seite keine neuen Angriffe in dem Küstenstreifen mehr gegeben. Am Samstag sei ein Militärposten der Hamas im Gazastreifen beschossen worden, nachdem eine Gruppe Palästinenser den Grenzzaun nach Israel durchbrochen hatte, hieß es.

Die Gewalteskalation hat die Sorge vor einem neuen Krieg zwischen Israel und der Hamas geweckt, die seit 2008 bereits drei Kriege führten. UNO-Vermittler Mladenow hatte bereits am Freitag eindringlich beide Seiten zur Zurückhaltung aufgerufen.

Nach Angaben von UNO-Diplomaten hat bisher kein Land eine Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrats zu dem Konflikt gefordert. Für Dienstag steht auf dem Programm des Gremiums die reguläre monatliche Beratung über den Konflikt zwischen Israel und Palästinensern.

Von: APA/ag.