Guterres als Streiter für europäische Werte

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres erhält Karlspreis 2019

Dienstag, 29. Januar 2019 | 13:37 Uhr

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres erhält für seine Verdienste um die europäischen Werte den Karlspreis 2019. Guterres sei ein herausragender Streiter für das europäische Gesellschaftsmodell in einer Zeit, in der universelle Rechte und demokratische Grundsätze zunehmend unter Druck gerieten, teilte das Karlspreis-Direktorium am Dienstag in der westdeutschen Stadt Aachen mit.

Politischen Populismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und radikalen Extremismus zu benennen und zu besiegen, sei Guterres immer ein Anliegen gewesen, so das Karlspreis-Direktorium. Guterres fordere Solidarität und Mitgefühl im Alltag, Dialog und Respekt über politische Gräben hinweg. Der frühere portugiesische Ministerpräsident handle in der komplexen globalen Welt auf Grundlage europäischer Werte, vor allem, um Frieden, Freiheit und Demokratie umzusetzen. Er erhalte den Karlspreis in Würdigung seines Einsatzes für die Neubelebung und Festigung der multilateralen Zusammenarbeit.

Die Preisverleihung findet am Christi-Himmelfahrtstag (30. Mai) im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt. Der Internationale Karlspreis zu Aachen wird seit 1950 für besondere Verdienste um die europäische Einigung verliehen. Er ist nach dem Frankenherrscher Karl dem Großen benannt, der in Aachen seine Hauptresidenz hatte und dort 814 starb. Der Preisträger 2018 war der französische Präsident Emmanuel Macron.

Schon als Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen habe sich Guterres für die Einhaltung der Menschenrechte und Menschenwürde der Schutzsuchenden eingesetzt, hieß es in der Begründung. Die spätere Wahl zum UNO-Generalsekretär – als erster Europäer nach 30 Jahren – sehe das Direktorium als Bekenntnis der Weltgemeinschaft, Menschen auf der Flucht vor Bürgerkrieg, Hunger und Elend eine Perspektive zu geben und Fluchtursachen wirksam zu bekämpfen.

Unter UNO-Generalsekretär Guterres war im Sommer ein weltweiter Migrationspakt verabschiedet worden. Mit dem umstrittenen Pakt wurden erstmals globale Leitlinien für die internationale Migrationspolitik verabredet. Er soll helfen, die Bewegung von Flüchtlingen besser zu organisieren und Rechte der Betroffenen zu stärken. Österreich hat dem Migrationspakt nicht zugestimmt.

Die Preisverleihung solle Ermutigung für diejenigen sein, die sich für Frieden, Verständigung, für sozialen und territorialen Zusammenhalt der Völker und das Wohlergehen der Menschen einsetzen, stellte das Direktorium fest.

Von: APA/dpa

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