Im Südsudan herrscht seit vier Jahren Bürgerkrieg

UNO-Kommission prangert Kriegsverbrechen im Südsudan an

Freitag, 23. Februar 2018 | 14:02 Uhr

Im blutigen Konflikt im Südsudan sind nach Überzeugung einer Kommission des UNO-Menschenrechtsrats von den Armeen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen begangen worden. Zivilisten seien die Augen ausgestochen, die Kehlen aufgeschlitzt und die Hoden abgeschnitten worden, teilte die Kommission am Freitag mit.

Außerdem sei es massenweise zu Vergewaltigungen gekommen. Menschen seien sogar gezwungen worden, eigene Familienmitglieder zu vergewaltigen. Die Kommission identifizierte mehr als 40 führende Militärangehörige, die in den vergangenen zwei Jahren für die Grausamkeiten verantwortlich sein sollen.

Die Kommission forderte die Einsetzung eines Gerichtshofes unter Beteiligung der Afrikanischen Union in den nächsten Monaten. Der Bericht wurde im Vorfeld der Sitzung des UN-Menschenrechtsrats vorgelegt, die am Montag in Genf beginnt.

Im ölreichen Südsudan herrscht seit vier Jahren ein Bürgerkrieg zwischen den Anhängern von Präsident Salva Kiir vom Volk der Dinka und den Truppen seines früheren Stellvertreters Riek Machar vom Volk der Nuer. Zehntausende sind in dem Krieg bisher getötet worden, etwa vier Millionen Südsudanesen sind vor der Gewalt geflohen.

Von: APA/dpa