20.000 Menschen vertrieben

UNO-Menschenrechtler besorgt über neue Kämpfe in Myanmar

Freitag, 05. April 2019 | 13:55 Uhr

Menschenrechtler der Vereinten Nationen sind besorgt über aufflammende Kämpfe in der Unruheregion Rhakine im Westen von Myanmar. 20.000 Menschen seien vertrieben worden, berichtete eine Sprecherin des UNO-Menschenrechtsbüros in Genf am Freitag. Es gebe glaubhafte Berichte, dass Menschen entführt und getötet sowie Häuser niedergebrannt wurden.

“Wieder greift das myanmarische Militär eigene Zivilisten an – diese Angriffe könnten Kriegsverbrechen sein”, sagte die Sprecherin. Am 3. April seien Zivilisten beim Kühehüten auf einem Feld nahe dem Dorf Hpon Nyo Leik aus Militärhubschraubern heraus beschossen worden. Mindestens sieben seien ums Leben gekommen.

Der Konflikt der Armee mit der bewaffneten Gruppe Arakan Armee, die ihre Mitglieder vorwiegend aus der lokalen buddhistischen Bevölkerung rekrutiert, werde seit Ende vergangenen Jahres schärfer. Betroffen seien zahlreiche Orte, darunter auch Mrauk-U, wo einst Touristen Tempel und Pagoden besuchten, und die Hauptstadt des myanmarischen Gliedstaates Rhakine, Sittwe.

Es seien Angehörige verschiedener ethnischer Minderheiten vertrieben worden, darunter auch muslimische Rohingya. Die Regierung unterbinde seit Jänner praktisch jede humanitäre Hilfe in der Region.

Mehr als 700.000 Rohingya flüchteten 2017 vor der Gewalt des Militärs aus ihrer Heimat Myanmar in das überwiegend muslimische Bangladesch. Die Rohingya werden seit Jahrzehnten im mehrheitlich buddhistischen Myanmar diskriminiert.

Von: APA/dpa

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