Land von Kim Jong-un verstößt laut Experten gegen UNO-Resolution

UNO: Nordkorea treibt Atomprogramm weiter voran

Dienstag, 09. Februar 2021 | 14:15 Uhr

Nordkorea treibt sein Atomprogramm trotz internationaler Sanktionen einem internen UN-Bericht zufolge weiter voran. Die Autokratie habe “ihre Nuklear- und ballistischen Raketenprogramme mit Verstoß gegen die Resolutionen des UNO-Sicherheitsrates” weiter unterhalten und entwickelt, heißt es in einem Bericht eines Expertengremiums der Vereinten Nationen, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Auch wenn 2020 weder Atom- noch ballistische Raketentests gemeldet worden seien, produziere Nordkorea weiter “spaltbares Material, unterhielt Kernanlagen und verbesserte seine Infrastruktur für ballistische Raketen”. Unterdessen suche es im Ausland nach notwendigen Materialien und Know-how, hieß es weiter.

Finanziert werde das Atomprogramm offenbar unter anderem mit Hacker-Aktivitäten, die direkt vom nordkoreanischen Geheimdienst ausgeführt würden. Diese hätten zuletzt “virtuelle Vermögenswege und Verwalter von Vermögenswerten” sowie Verteidigungsunternehmen ins Visier genommen. Zudem habe das Land von Herrscher Kim Jong-un die UN-Sanktionen unter anderem zum begrenzten Import mit verarbeitetem Erdöl und anderen Stoffen systematisch umgangen, beispielsweise mit einem Transfer der Güter zwischen Schiffen auf dem Meer.

Die UNO-Experten betonen in dem Bericht außerdem, dass die Führung in Pjöngjang bei Militärparaden “neue ballistische Raketensysteme mit kurzer Reichweite, mittlerer Reichweite, U-Boot-Startmöglichkeiten und Interkontinentalraketen” zeige. Auch habe die Regierung die Erprobung und Produktion neuer Sprengköpfe für ballistische Raketen sowie die Entwicklung taktischer Atomwaffen angekündigt.

Das wegen seines Atomwaffenprogramms isolierte Land entwickelt und testet seit vielen Jahren verschiedene Raketentypen jeglicher Reichweite, die vom Land oder vom Wasser aus gestartet werden können. U-Boot-Raketen sind dabei schwerer vom Gegner zu erfassen.

Die jüngste Militärparade Nordkoreas und zuvor der achttägige Parteikongress wurden kurz vor der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden abgehalten – zu einem Zeitpunkt, da die Verhandlungen der USA mit Nordkorea über sein Atomprogramm nicht mehr vorankamen. Während des Kongresses hatte Kim die USA als “Hauptfeind” bezeichnet. Auch kündigte er an, sein Land werde die nukleare Abschreckung mit neuen Waffen einschließlich neuer Interkontinentalraketen stärken. Bidens Vorgänger Donald Trump hatte es trotz mehrerer Treffen mit Kim nicht geschafft, Einfluss auf dessen Atomprogramm zu nehmen.

Der Anti-Atom-Sprecher der Grünen, Martin Litschauer, wollte am Dienstag angesichts des UNO-Berichts die Finanzierung des nordkoreanischen Kernwaffenprogramms durch Hacker-Aktivitäten als auch “die Frage, woher ein so isoliertes Land wie Nordkorea die notwendigen Grundlagen für einen Ausbau seines Atomprogramms hat”, in den Blick gerückt wissen. Denn im Bericht der Vereinten Nationen werde auch dezidiert darauf verwiesen, dass Nordkorea im Ausland nach Material und Know-How suche. “Wir müssen uns auch speziell der Frage widmen, woher Nordkorea technische Unterlagen, technisches Gerät und radioaktives Material für sein Programm bekommt. Kooperationen von Firmen können nicht geduldet werden. Da sind auch die Atomorganisationen aufgefordert, den Firmen und Staaten auf die Finger zu schauen und zu klären, wohin radioaktives Material verschwindet”, betonte Litschauer.

Von: APA/Reuters/dpa

Kommentare

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9 Kommentare auf "UNO: Nordkorea treibt Atomprogramm weiter voran"


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Rider
Rider
Tratscher
24 Tage 10 h

So eppes MUAS man verbietn, und net , du hosch koan euro6 nor torfsch nimmer fohrn, de leot kearetn ingspeert, des betrifft ins olle, net lei nordkorea!

Doolin
Doolin
Superredner
24 Tage 10 h

…der Dicke hat koan Euro 6 und fohrt dechtersch…wer soll’s ihm verbieten?…
😆

Trina1
Trina1
Superredner
24 Tage 10 h

Olle Tassen im Schronk konn der a net hobn!

giovanocci
giovanocci
Tratscher
24 Tage 10 h

Jo gibs den auch noch??

Schön mal wieder von ihm zu hören…

Peerion
Peerion
Grünschnabel
24 Tage 8 h

Man wird so lange Diplomatie üben bis die erste Atombombe gefallen ist. Dann gibt es keine Diplomatie mehr. Wie R. Erdogan schon sagte: Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufspringen, bis wir am Ziel sind“
Dies gilt auch für andere Despoten.

Namulith
Namulith
Tratscher
24 Tage 5 h

@Peerion
Man wird weiter Diplomatie üben müssen damit keine Atombombe fällt.
Ganz zu schweigen davon, dass selbst bei einem konventionellem Konflikt der Seoul-Großraum mit seinen Millionen Einwohnern in Reichweite nord-koreanischer Artillerie liegt und massive Zerstörungen durch diese zu erwarten wären.
Phrasen, die die Hemmungen bezüglich eines offenen militärischen Konflikts erodieren sind nicht angebracht.

Chrys
Chrys
Tratscher
24 Tage 8 h
Der macht ganz einfach das Spiel der Chinesen und Russen. Er zieht mit seinen Drohungen die Aufmerksamkeit auf sich und lenkt die der Russen und Chinesen ab.  Nordkorea ist ein ausgehungerter Staat mit 25 Mill EW. und bedroht nahezu die gesamte westliche Welt. Allein Süd-Korea ist zahlenmäßig mehr als doppelt so gross und würde, wenn keine Hilfe von außen kommt, schnell jeden Krieg gewinnen. Wäre sicher also der Nordkoreaner der Hilfe anderer mächtiger Staaten nicht sicher, dann würde er jedes andere Land in Ruhe lassen.  Hätte z.B. letzthin Aserbaidschan nicht die Hilfe der Türkei gehabt, dann hätten sie Bergkarabach nie… Weiterlesen »
Namulith
Namulith
Tratscher
24 Tage 1 h

“Er zieht mit seinen Drohungen die Aufmerksamkeit auf sich und lenkt die der Russen und Chinesen ab.”

Kim Yong un hat also nach ihrer Meinung dafür gesagt, dass die in diesem Artikel dargelegten Meldungen durch die westlichen Medien gehen? 😉

fuxschwoaf
fuxschwoaf
Grünschnabel
24 Tage 1 h

der scheint nicht ganz der Hellste zu sein. sobald er ein Bombe abschiessen würde wäre das wohl das sichere Ende von Nordkorea, das dürfte auch ihm klar sein. also das schlimmste was man so einem antun kann ist ihn zu ignorieren.

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