Protestierende versuchen, den Tränengasschwaden der Armee zu entkommen

UNO-Sicherheitsrat befasst sich mit Lage im Gazastreifen

Freitag, 30. März 2018 | 22:29 Uhr

Nach den tödlichen Zusammenstößen zwischen Israelis und Palästinensern kommt der UNO-Sicherheitsrat noch am Freitag (Ortszeit) zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Wie aus Diplomatenkreisen in New York verlautete, wurde die Sitzung auf Antrag des nicht-ständigen Mitglieds Kuwait einberufen. Das Gremium wolle sich in einer geschlossenen Sitzung über die Vorgänge informieren lassen, hieß es.

Die israelische Armee war am Freitag mit aller Härte gegen Demonstranten im Gazastreifen vorgegangen. Dabei wurden nach neuesten Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums 15 Menschen getötet. Mehr als 1.400 Menschen seien verletzt worden, darunter 758 Menschen durch scharfe Munition. Die übrigen seien durch Gummigeschoße oder Tränengas verletzt worden.

Israels Sicherheitskräfte reagierten damit nach eigenen Angaben auf brennende Reifen, Steinwürfe und Brandbomben von palästinensischer Seite. Die Armee sprach von Ausschreitungen an fünf Orten entlang des “Sicherheitszauns” zwischen Israel und dem Gazastreifen.

Die Proteste fanden anlässlich des “Tags des Bodens” statt, der an die gewaltsame Niederschlagung von Protesten arabischer Bauern gegen die Enteignung ihres Landes im Norden Israels am 30. März 1976 erinnert. Nach israelischen Schätzungen beteiligten sich 30.000 Palästinenser an den Demonstrationen, unter ihnen auch – anders als sonst üblich – Frauen und Kinder.

Israel hatte das Grenzgebiet im Vorfeld der Proteste zur militärischen Sperrzone erklärt. Aus Sorge vor einem Massenausbruch über die Grenze beorderte die Regierung zusätzliche Soldaten in das Gebiet, darunter auch hundert Scharfschützen.

Von: APA/dpa/ag.