Türkische "Operation Olivenzweig" gegen Kurden beschäftigt Sicherheitsrat

UNO-Sicherheitsrat befasst sich mit Syrien und Türkei

Montag, 22. Januar 2018 | 06:21 Uhr

Angesichts der türkischen Militäroffensive gegen kurdische Milizen in Syrien will der UNO-Sicherheitsrat am Montag in New York zu Konsultationen zusammenkommen. Das sagte der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian am Sonntag im Kurznachrichtendienst Twitter. Frankreich hatte zuvor eine Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrats gefordert.

Le Drian schrieb am Sonntag auf Twitter, er habe mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu gesprochen und einen umfassenden Waffenstillstand und bedingungslosen Zugang für humanitäre Hilfe gefordert. “Syrien: Ghouta, Idlib, Afrin – Frankreich fordert ein dringendes Treffen des UNO-Sicherheitsrates”, schrieb Le Drian.

Cavusoglu sagte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, wenn Frankreich oder ein anderes Land den Einsatz vor die UNO bringe, stehe es nicht als Verbündeter an der Seite der Türkei, sondern vielmehr an der Seite einer Terrororganisation und werde von Ankara dementsprechend behandelt. Er betonte nach Anadolu aber auch die guten Beziehungen zu Paris und sagte: “Wir erwarten aber von Frankreich, dass es uns in einer solchen Situation unterstützt.”

Im von Rebellen kontrollierten Ost-Ghouta in der Nähe von Damaskus starben nach UNO-Angaben Dutzende Zivilisten seit Jahresbeginn durch Luftangriffe der Regierung. Regierungstruppen drangen auch trotz einer von Russland, der Türkei und dem Iran ausgehandelten Deeskalationszone weit in die von extremistischen Rebellen dominierten Provinz Idlib ein. Türkische Truppen kämpfen zudem in der Nähe der von Kurden kontrollierte Region Afrin.

Die Türkei hatte am Samstag mit Luftschlägen eine groß angelegte Offensive gegen kurdische Truppen im Nordwesten Syriens begonnen. Die “Operation Olivenzweig” zielt auf die mit den USA verbündeten kurdischen Volksschutzeinheiten YPG.

Von: APA/dpa