UNO-Sondervermittler Martin Griffiths

UNO-Sondergesandter plant Friedensgespräche für den Jemen

Samstag, 17. November 2018 | 08:21 Uhr

Unter UNO-Vermittlung sollen die Konfliktparteien im Jemen in Kürze Friedensgespräche in Schweden führen. Er habe sowohl von der von Saudi-Arabien unterstützten jemenitischen Regierung als auch von den Houthi-Rebellen die Zusicherung erhalten, dass sie zu Gesprächen bereit seien, sagte der UNO-Sondergesandte für den Jemen, Martin Griffiths, am Freitag dem UNO-Sicherheitsrat in New York.

Daher plane er, die Konfliktparteien “in Kürze zu versammeln und dies in Schweden zu tun”. “Ich denke, dass wir kurz davor sind, die Probleme zu lösen, um dies möglich zu machen.” Kommende Woche will Griffiths in die von den Houthi-Rebellen kontrollierte Hauptstadt Sanaa reisen, um die Friedensgespräche abschließend zu vereinbaren. Er bot überdies an, gemeinsam mit der Houthi-Delegation nach Schweden zu reisen, “wenn das erforderlich ist”.

Die jemenitische Regierung hat sich laut Griffiths zu Zugeständnissen bereit erklärt, um die Friedensgespräche zu ermöglichen, darunter Ausreiseerlaubnisse für Verletzte aus Sanaa. Außerdem stehe die Vereinbarung eines Gefangenenaustauschs zwischen den Konfliktparteien kurz bevor. “Das ist ein entscheidender Moment für den Jemen”, sagte der UNO-Gesandte und warnte zugleich, eine erneute Gewalteskalation würde die Friedensbemühungen gefährden.

Im September waren Friedensgespräche zwischen den Houthi-Rebellen und der jemenitischen Regierung gescheitert, bevor sie überhaupt begonnen hatten. Anders als die Regierungsdelegation waren die Houthi-Rebellen gar nicht erst zu den Gesprächen in Genf angereist. Sie warfen dem Regierungslager vor, ihre Bedingungen für eine Teilnahme nicht vollauf erfüllt zu haben. Dazu zählte auch eine Garantie, nach den Friedensgesprächen in Genf nach Sanaa zurückkehren zu können.

Im Jemen herrscht seit 2014 ein Krieg zwischen den vom Iran unterstützten schiitischen Houthi-Rebellen und den vom sunnitischen Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi. Als Folge des Konflikts leiden nach UNO-Angaben acht Millionen Einwohner unter Lebensmittelengpässen, insgesamt 14 Millionen Menschen im Jemen sind demnach von Hungersnöten bedroht.

Die britische Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Karen Pierce, kündigte für Montag an, dem UNO-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf zur Krise im Jemen vorzulegen. Dieser solle die UNO-geführten Friedensgespräche unterstützen und humanitären Zugang zu der notleidenden Bevölkerung im Jemen einfordern. Wann über die Resolution abgestimmt werden soll, wurde nicht mitgeteilt. Aus Diplomatenkreisen hieß es jedoch, die Vorlage könne schnell angenommen werden.

Von: APA/ag.

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