Mehr als 100 Menschen starben bei dem Anschlag

UNO und USA ächten Anschlag auf Flüchtlingskinder in Syrien

Montag, 17. April 2017 | 11:39 Uhr

Nach einem Anschlag auf Flüchtlinge in Syrien mit fast 130 Todesopfern haben die USA und die Vereinten Nationen die Bluttat aufs Schärfste verurteilt. Das amerikanische Außenministerium sprach von einer “barbarischen Attacke”. Oberste Priorität der USA in Syrien habe weiterhin die Niederschlagung von Terroristen, erklärte Ministeriumssprecher Mark C. Toner in Washington.

Die Autobombe hatte am Samstag westlich der Stadt Aleppo Busse mit Flüchtlingen getroffen, die auf ihre Weiterfahrt warteten. Unter den Todesopfern waren 68 Kinder und 13 Frauen, wie die “Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte” berichtete.

Der Bürgerkrieg in Syrien dauert schon sechs Jahre. Rund 400.000 Menschen sind getötet worden, Millionen sind auf der Flucht.

Der Direktor des Kinderhilfswerks UNICEF reagierte mit Entsetzen und Wut auf den Anschlag bei Aleppo. “Nach sechs Jahren Krieg und Gemetzel in Syrien ist das ein neuer Horror, der das Herz eines jeden bricht, der eins hat”, erklärte Anthony Lake am Sonntag in New York. “Wir dürfen uns davon nicht nur wütend machen lassen, sondern müssen unsere Entschlossenheit erneuern, unschuldigen Kindern in Syrien zu helfen.”

Zunächst war unklar, wer für das Attentat in dem von Rebellen kontrollierten Ort Rashideen verantwortlich war. Niemand bekannte sich zu der Tat. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana sprach von einem Anschlag von “Terroristen”. Oppositionsaktivsten beschuldigten hingegen Regierungsanhänger, hinter dem Anschlag zu stecken.

Ein Journalist, der in der Nähe der Explosion war, berichtete der Deutschen Presse-Agentur, vor der Detonation seien Kinder zu einem Auto gerannt, weil dort Chips zum Essen verteilt worden seien. “15 Minuten später geschah die Explosion in dem Gebiet des Autos, das (die Chips) verteilte”, sagte der syrische Kameramann.

Von: APA/dpa

Kommentare

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2 Kommentare auf "UNO und USA ächten Anschlag auf Flüchtlingskinder in Syrien"


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gauni2002
gauni2002
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

barbarische Attacke?
Warum machen hier denn die USA keine echte Strafexpedition gegen die in Syrien ansässigen Islamterroristen? Als man Assad ohne Beweise sogar den Giftgasanschlag zuschob, da waren doch ruck zuck Bomben abgeschossen. Haben denn die USA etwa Angst vor den Islamterroristen oder sind die USA durch Waffenlieferungen in den Terrorismus involviert? Diese Frage stellt sich doch jedesmal, wenn man die Syrienpolitik betrachtet. 

zombie1969
zombie1969
Superredner
1 Monat 11 Tage

Nachdem sich der Ostblock auflöste glaubte man, dass sich jetzt eine lange Phase des Friedens in der Welt entwickelt. Aber was sich zur Zeit im Mittleren und im Nahen Osten entwickelt, kann schon richtig Angst bereiten. Vor allem kommt das nicht zur Ruhe. Der Libanon zum Beispiel war vor etwa 40 Jahren ein blühendes Land, auch genannt “die Schweiz des Nahen Ostens”. Seither ist durch anhaltende religiös bedingte Konflikte ein Wiederaufbau nicht möglich. Für viele Länder bestehen bereits Reisewarnungen, Tendenz steigend. Man kann nur hoffen, dass die Politik in Europa ihre Entscheidungen weitsichtig trifft. 

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