Viel Geld versickert in der Schattenwirtschaft

UNRWA vor “erheblicher Finanzierungslücke”

Dienstag, 20. Februar 2018 | 18:09 Uhr

Nach dem vorläufigen Stopp von US-Hilfsgeldern für das Palästinenserhilfswerk der Vereinten Nationen hat der UN-Beauftragte für den Friedensprozess im Nahen Osten zu weiteren Hilfen aufgerufen. Das Hilfswerk UNRWA stehe vor einer “erheblichen Finanzierungslücke”, sagte Nikolaj Mladenow in einer Sitzung des UNO-Sicherheitsrats am Dienstag.

Das sei trotz der “begrüßenswerten Flexibilität” einiger Staaten der Fall. Mladenow rief die Staaten dazu auf, angesichts dringend benötigter Hilfen weitere Mittel bereitzustellen.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte Mitte Jänner angekündigt, rund 65 Mio. Dollar (53 Mio. Euro) einzufrieren, bis die Palästinenser zu Friedensverhandlungen mit Israel bereit seien. UNRWA unterstützt im Gaza-Streifen rund eine Million Menschen mit Nahrungsmitteln, betreibt 267 Schulen und 21 Gesundheitseinrichtungen. Der Schritt wurde unter anderem von einer Gruppe von mehr als 20 Hilfsorganisationen scharf kritisiert.

Auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas war am Dienstag im Rat anwesend, um sich in einer Rede zum Nahost-Konflikt zu äußern. Die UN-Vollversammlung hatte Palästina 2012 gegen den Widerstand der USA als Beobachterstaat anerkannt – ein Status, den sonst nur der Vatikan hat. Abbas’ voriger Versuch, bei den UN die Vollmitgliedschaft zu erreichen, scheiterte 2011 am Widerstand der USA und ihrer Partner. Die mögliche Anerkennung spielt vor allem in der Debatte um eine erhoffte Zwei-Staaten-Lösung im Konflikt mit Israel eine Rolle.

Von: APA/dpa