Kaliforniens Gouverneur Gavin Newson bei Rede in Half Moon Bay

US-Gouverneur nach Bluttaten: “Was zum Teufel ist hier los”

Mittwoch, 25. Januar 2023 | 05:08 Uhr

Nach zwei Bluttaten mit 18 Todesopfern in Kalifornien innerhalb weniger Tage hat der Gouverneur des US-Westküstenstaates striktere Waffengesetze gefordert. “Was zum Teufel ist hier los”, lamentierte Gavin Newson am Dienstag (Ortszeit) im nordkalifornischen Half Moon Bay mit Blick auf die Schusswaffengewalt in den USA. Das gäbe es nur in Amerika, dem Land mit der höchsten Zahl von Waffenbesitzern und Todesfällen durch Schusswaffen, sagte der Demokrat.

In Half Moon Bay, einer ländlichen Gemeinde südlich von San Francisco, hatte ein 66-jähriger Schütze am Montag sieben Menschen getötet und ein weiteres Opfer lebensgefährlich verletzt. Die Schüsse fielen in zwei landwirtschaftlichen Betrieben, die Polizei beschrieb die Bluttat als einen Gewaltakt am Arbeitsplatz. Bei den Opfern handelt es sich um Landarbeiter asiatischer und hispanischer Herkunft. Der mutmaßliche Täter, der in einem der Betriebe arbeitete, wurde festgenommen.

Newsom hatte am Montag Verletzte von einem weiteren tödlichen Vorfall im südkalifornischen Monterey Park im Krankenhaus getroffen. Dort hatte ein Schütze am Wochenende am Rande einer Feier zum chinesischen Neujahrsfest in einer Tanzhalle das Feuer eröffnet. Zehn Menschen starben an dem Tatort, ein weiteres Opfer erlag am Montag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Der mutmaßliche Täter, ein 72-jähriger Mann, erschoss sich nach Angaben der Polizei nach der Tat selbst.

US-Vizepräsidentin Kamala Harris wollte am Mittwoch in ihren Heimatstaat reisen und dort die betroffene Gemeinde in Monterey Park besuchen, teilte ihr Büro am Dienstagabend (Ortszeit) mit. US-Präsident Joe Biden sprach nach der Tat in Half Moon Bay von einem “sinnlosen Akt der Waffengewalt”. “Die Geißel der Waffengewalt in ganz Amerika” erfordere strengere Waffengesetze, schrieb der demokratische Präsident.

Newsom setzt sich schon lange für schärfere Waffengesetze ein. Kalifornien sei führend, verglichen mit anderen US-Bundesstaaten, aber das sei nicht ausreichend. Konservative Richter würden schärfere Gesetze lockern, beklagte Newsom. Die Nation müsse vereint handeln.

Waffengewalt und tödliche Angriffe dieser Größenordnung gehören in den USA zur traurigen Normalität. Im US-Staat Iowa im Mittleren Westen der USA kamen unterdessen bei Schüssen in einem Zentrum für Jugendliche zwei Menschen ums Leben. Die Opfer waren laut Polizei 16 und 18 Jahre alt. Der mutmaßliche Täter ist ein 18-Jähriger. Im US-Staat Washington erschoss ein Mann in der Nacht auf Dienstag in einem Tankstellenladen drei Menschen. Der mutmaßliche Täter konnte später gefasst werden, wie der Sender CNN berichtete.

Von: APA/dpa

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5 Kommentare auf "US-Gouverneur nach Bluttaten: “Was zum Teufel ist hier los”"


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Superredner
10 Tage 7 h

“Was zum Teufel ist hier los?”. Die Antwort: 1.) Zu viele verfügbare Waffen Dank der mächtigen und von den Republikanern unterstützte Waffenlobby 2.) zunehmende Intoleranz und zunehmender Hass gegenüber Minderheiten (z.B. letzthin Massenschießereien in LGBQ-Lokalen), 3.) s.g. Werthereffekt (ein Vorfall triggert weitere). 2022 gab es fast 700 Massenschießereien in den USA un insgesamt an die 17.000 Todesopfer von Schusswaffen. Das ist ein Vielfaches der gefallenen US Marines in 20 Jahren Afghanistankrieg!

pinko_pallino
pinko_pallino
Grünschnabel
9 Tage 23 h

Sag mal waren all die Waffen auf den Täter zugelassen oder wurden die auf dem Schwarzmarkt gekauft? In Kalifornien gibt es ein Magazin limit reduziert auf 10 schuss, ein Verbot an sport Gewehre und man darf keine Waffen außerhalb des Staates kaufen. All das wurde von Newsom zum Gesetz gemacht.

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Superredner
9 Tage 20 h

@Pinko_pallino: ganz einfach! Kaliforniens Nachbarstaaten Nevada, Oregon und Arizona zählen zu den Bundesstaaten mit den laxesten Waffengesetzen.Spätestens ab 21 kann man im Kaufhaus (z.B. Walmart) oder in den meisten Sportgeschäft eine Waffe kaufen, und zwar unabhängig vom Wohnsitz. Es ist nichts leichter als sich dort bei einem offiziellen Verkäufer oder einer Privatperson ein Gewehr zu beschaffen und damit nach Kalifornien zu fahren. Zwischen den Bundesstaaten gibt es keine Grenzen und keine Grenzkontrollen. Ein kleiner risikoloser Ausflug und schon kommt man mit einer Waffe heim.

pinko_pallino
pinko_pallino
Grünschnabel
9 Tage 14 h

@Selbstbewertung da muss ich dir recht geben aber jede Waffe muss vor dem Kauf durch die FBI Prüfstelle. Beim der Registrierung muss ein ID vorgelegt werden. Bei Vorstrafen kann man keine kaufen. Diese kaufen dann auf dem Schwarzmarkt oder entwenden Feuerwaffen bei Einbrüche oder anderen Delikten.

N. G.
N. G.
Kinig
10 Tage 5 h

Waffen, Waffen, noch mehr Waffen! In Südtirol wurde in letzter Zeit der Wunsch nach Verteidigung auch immer lauter. Man muss sich in seinen 4 Wänden verteidigen können, so der Tenor.
Das 99% rein von der charakterlichen Veranlagung nie ne Waffe gegeben werden dürfte, wissen “DIE” nicht!

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