Trump tritt wieder mit Hillary Clinton in den Ring

US-Republikaner in der Krise: Revolte gegen Trump

Sonntag, 09. Oktober 2016 | 08:54 Uhr

Dem republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump bricht nach der Veröffentlichung eines Skandalvideos die Rückendeckung seiner eigenen Partei weg. Etliche Republikaner zogen ihre Unterstützung für Trump zurück, darunter Ex-Präsidentschaftskandidat John McCain. Am Sonntagabend trifft Trump in St. Louis in der zweiten TV-Debatte auf seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton.

Manche forderten Trump sogar dazu auf, sich aus dem Rennen um den Einzug ins Weiße Haus zurückzuziehen. Der selbst schrieb auf Twitter, dass er das “niemals” tun werde.

Das Video, das die “Washington Post” am Freitag veröffentlicht hatte, stammt aus dem Jahr 2005. Trump äußert sich darin vulgär über Frauen und brüstet sich mit sexuellen Übergriffen. Die Veröffentlichung schlug so hohe Wellen, dass sich der Republikaner mitten in der Nacht zum Samstag zu einer öffentlichen Entschuldigung gezwungen sah.

Die Veröffentlichung ist für ihn nicht nur wegen ihres Inhalts, sondern auch wegen des Timings äußert heikel. Bereits am Sonntagabend (Ortszeit/03.00 MESZ Montag) trifft er in St. Louis in der zweiten Fernsehdebatte auf seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton. US-Medien sprachen von einer “Bombenexplosion” im Wahlkampf, von der sich Trump möglicherweise nicht mehr erholen könne.

Kritik kam sogar von Trumps Vizekandidat Mike Pence: Als Ehemann und Vater habe er sich persönlich beleidigt gefühlt, hieß es in einer schriftlichen Erklärung des konservativen Politikers.

Der frühere Präsidentschaftskandidat McCain erklärte, er werde bei der Wahl am 8. November nicht für Trump stimmen. Dessen jüngstes Verhalten und seine verächtlichen Aussagen über Frauen machten es ihm unmöglich, den Kandidaten weiter zu unterstützen. Mehrere Senatoren und Abgeordnete hatten sich zuvor ähnlich geäußert. Kaliforniens ehemaliger Gouverneur, der aus Österreich stammende Schauspieler Arnold Schwarzenegger, erklärte auf Twitter, er werde erstmals, seit er 1982 US-Staatsbürger geworden sei, nicht den republikanischen Spitzenkandidaten unterstützen. Andere Republikaner wie die frühere US-Außenministerin Condoleezza Rice gingen noch einen Schritt weiter und forderten gar Trumps Rückzug.

Von: APA/dpa

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