US-General Joseph Dunford

US- und russische Militärs beraten in Wien über Syrien

Montag, 04. März 2019 | 05:10 Uhr

Die Generalstabschefs der USA und Russlands, Joseph Dunford und Waleri Gerassimow, treffen einander am Montag in Wien, um weitere Schritte in Syrien zu erörtern. “Die beiden Militärs werden Maßnahmen diskutieren, damit Militäroperationen in Syrien vonseiten Russlands und vonseiten der internationalen Koalition (Anti-IS-Koalition) nicht miteinander in Konflikt geraten”, erklärte Dunfords Sprecher.

US-Präsident Donald Trump hatte im Dezember angekündigt, alle 2.000 US-Soldaten aus Syrien abzuziehen – mit der Begründung, die Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) sei dort bezwungen. Inzwischen drückt er sich vorsichtiger aus. Zuletzt hieß es, dass noch Hunderte Soldaten in dem Bürgerkriegsland im Einsatz bleiben sollten, um die kurdischen Kämpfer zu schützen, welche die USA im Kampf gegen den IS unterstützen. Kritiker warnten, dass die syrischen Kurden ansonsten ohne die US-Truppen einem Angriff der Türkei ausgesetzt seien.

Im Fall eines verfrühten Abzugs wurde zudem befürchtet, dass sich die IS-Miliz wieder sammeln könnte. Vor diesem Hintergrund wollen die USA mit ihren westlichen Verbündeten eine internationale Truppe zusammenstellen. Diese soll das Gebiet in Syrien, das nicht vom Assad-Regime kontrolliert wird, nach der endgültigen Bezwingung des IS stabilisieren und dort für Ordnung sorgen.

Seit Russland 2015 in den Syrien-Krieg aufseiten von Machthaber Bashar al-Assad eingetreten ist, haben sich Moskau und Washington über separate Operationsgebiete im Kampf gegen den IS verständigt, um Zwischenfälle oder Konfrontationen zu vermeiden. Die USA hatten sich nämlich im Syrien-Krieg ansonsten auf die Seite der moderaten Opposition gestellt. Die USA und Russland informieren einander auch über Luftwaffen-Einsätze.

Laut der Mitteilung des Sprechers von US-Generalstabschef Dunford, Patrick Ryder, werden die beiden hochrangigen Offiziere auch über den Stand der Militärbeziehungen zwischen ihren beiden Ländern sprechen sowie über die aktuelle Sicherheitslage in Europa. Ryder verwies hierzu auf den INF-Vertrag.

Der INF-Vertrag von 1987 verbietet landgestützte Raketen und Marschflugkörper mit einer mittleren Reichweite zwischen 500 und 5.500 Kilometern, die Atomsprengköpfe tragen können. Die USA und Russland werfen sich gegenseitig Verletzungen des Abkommens vor und haben es Anfang Februar aufgekündigt. Einigen sich beide Seiten nicht noch auf einen Erhalt, läuft das Abkommen nach einer Sechs-Monatsfrist Anfang August automatisch aus.

Trotz des schlechten Verhältnisses zwischen den USA und Russland haben die beiden Generalstabschefs einen ununterbrochenen Kommunikationskanal aufrechterhalten.

Von: apa