Mattis (r.) weilt in Anfghanistan

USA drängen Taliban zu Verhandlungen

Mittwoch, 27. September 2017 | 17:15 Uhr

US-Verteidigungsminister Jim Mattis hat die Taliban in Afghanistan dazu gedrängt, den Verhandlungsweg zur Lösung des Konflikts in dem Land einzuschlagen. Die Islamisten müssten begreifen, dass sie die Regierung nicht stürzen könnten, sagte Mattis bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg und dem afghanischen Präsidenten Ashraf Ghani in Kabul.

Die USA würden nicht zulassen, dass sich ein “gnadenloser Feind an die Macht tötet”. Mattis kündigte eine ganzheitlichere Herangehensweise an, die keine festen Zeitpläne vorsehe und die Einbeziehung anderer Länder der Region umfasse.

Begleitet wurde der Besuch von Mattis und Stoltenberg von einer Serie von Raketeneinschlägen. Mindestens fünf Menschen wurden getötet und elf verletzt. Zu dem Anschlag bekannten sich die Taliban und der IS.

Die Besucher waren in der Früh überraschend in Kabul eingetroffen. Nur wenige Stunden später flogen am und nahe dem Flughafen von Kabul Raketen und Mörsergeschosse. Afghanische Regierungssprecher sprachen von drei oder sechs Raketen. Sie sind bekannt dafür, Schadensberichte nach Angriffen von Extremisten kleinzuhalten. Reporter des Senders Tolo TV berichteten wiederum von 20 bis 30 Raketen.

US-Präsident Donald Trump hatte im August einen Strategiewechsel der USA in Afghanistan verkündet: Nach Jahren des schrittweisen Abzugs stocken die USA ihre Truppen wieder auf. Mattis zufolge werden 3.000 zusätzliche Soldaten entsandt, um bei der Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte zu helfen. Die US-Soldaten sollen zudem stärker aus der Luft gegen die Taliban vorgehen, die wieder große Teile des Landes kontrollieren.

Derzeit ist eine 13.500 Soldaten starke Truppe unter Führung der NATO im Einsatz, die bei der Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte helfen soll. Ihr gehören derzeit unter anderem 8.400 US-Soldaten und rund 980 Bundeswehrsoldaten an. Ein weiteres US-Kontingent ist im Anti-Terrorkampf gegen den IS und die Taliban im Einsatz.

Von: APA/ag.