Trump empfindet Nordkoreas Atomwaffenarsenal als bedrohlich

USA setzen weitere Militärübungen mit Südkorea aus

Samstag, 23. Juni 2018 | 09:39 Uhr

Die USA und Südkorea haben zwei gemeinsame Militärübungen vorläufig abgesagt. Eine Sprecherin des US-Verteidigungsministeriums teilte am Freitag mit, Pentagon-Chef Jim Mattis habe in Absprache mit dem südkoreanischen Verbündeten ausgewählte Übungen auf unbefristete Zeit verschoben. US-Präsident Donald Trump bezeichnete Nordkoreas Atomwaffenarsenal unterdessen als “außergewöhnliche Bedrohung”.

Mit der Absage der Militärübungen solle die Umsetzung der Ergebnisse des Gipfeltreffens von Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un unterstützt werden. Am Dienstag hatte das koreanische Verteidigungsministerium bereits eine großangelegte Übung abgesagt, an der auch rund 17.500 US-Soldaten teilnehmen sollten. Nun sollen der Pentagonsprecherin zufolge zwei weitere Manöver verschoben werden, die in den kommenden drei Monaten geplant waren. Weitere Entscheidungen hingen davon ab, ob es produktive Verhandlungen mit Nordkorea gebe.

Trump hatte bei dem historischen Gipfeltreffen am 12. Juni überraschend angekündigt, dass die USA ihre Militärübungen mit Südkorea für die Dauer der Verhandlungen mit Pjöngjang aussetzen würden. Ab wann die Übungen ausgesetzt würden, hatte er nicht gesagt. Für Verwunderung hatte gesorgt, dass Trump die Übungen als “provozierend” bezeichnet hatte, dieser Begriff wurde bisher von Nordkorea verwendet.

Entgegen seiner Äußerungen unmittelbar nach dem Gipfeltreffen mit Kim hat Trump das nordkoreanische Atomwaffenarsenal am Freitag als “seltene und außergewöhnliche Bedrohung” dargestellt. Mit diesen Worten begründete er in einem Schreiben an den US-Kongress die Verlängerung der Wirtschaftssanktionen gegen Pjöngjang um ein weiteres Jahr.

“Die Existenz und das Risiko der Weiterverbreitung von waffenfähigem spaltbarem Material auf der koreanischen Halbinsel und das Vorgehen und die Politik der Regierung Nordkoreas” stellten weiterhin eine “außergewöhnliche Gefahr für die nationale Sicherheit, Außenpolitik und Wirtschaft der Vereinigten Staaten dar”, hieß es in dem Schreiben.

Einen Tag nach dem historischen Gipfeltreffen in Singapur hatte Trump im Online-Dienst Twitter erklärt, von Nordkorea gehe nun keine “atomare Bedrohung” mehr aus. “Schlaft heute Nacht gut!”, erklärte Trump bei seiner Rückkehr in die USA. Das Missverhältnis zwischen Trumps Tweet und der formellen Mitteilung an den Kongress macht deutlich, wieviel Arbeit die Ausarbeitung der Gipfelvereinbarungen noch mit sich bringt.

Kim hatte bei dem Gipfel in die komplette atomare Abrüstung seines Landes eingewilligt. Nähere Definitionen, ein Zeitplan oder Kontrollmaßnahmen wurden jedoch nicht genannt, weshalb die Vereinbarung von vielen Seiten als zu vage kritisiert wird.

Von: APA/ag.

Kommentare

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1 Kommentar auf "USA setzen weitere Militärübungen mit Südkorea aus"


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gwin
gwin
Grünschnabel
25 Tage 22 h

😂😂😂zurück an den anfang herr trump. die schow eines gipfeltreffens ist vorbei. jetzt beginnt wieder der alltag der verbalen bedrohung. dafür eignet sich nordkorea bestens. versuchen sie es doch mal mit afghanistan, dem irak und syrien. das haben ihrer vorgänger verbockt. da könnten sie einiges leisten. aber mit pompösen gipfeltreffen ist da nichts getan.

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