Die UNESCO bedauert die Austritte

USA und Israel treten aus der UNESCO aus

Donnerstag, 12. Oktober 2017 | 20:25 Uhr

Die USA und Israel haben ihren Austritt aus der UNO-Kulturorganisation UNESCO angekündigt. Der Schritt sei der US-Regierung nicht leicht gefallen, erklärte US-Außenministeriumssprecherin Heather Nauert. Man störe sich aber an der israelfeindlichen Haltung der UNESCO und an Zahlungsrückständen innerhalb der Organisation. Der Austritt soll nach Nauerts Angaben am 31. Dezember 2018 wirksam werden.

Kurz nach der US-Ankündigung erklärte auch das Büro von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, dass man die UNESCO verlassen werde. Das Außenministerium solle den Austritt Israels an der Seite der USA vorbereiten. Netanyahu “begrüßte” demnach die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, die UNESCO zu verlassen, hieß es weiter. “Dies ist eine mutige und moralische Entscheidung, weil die UNESCO ein absurdes Theater geworden ist und weil sie, anstatt Geschichte zu bewahren, diese verzerrt”, hieß es in der Erklärung.

Israels UNO-Botschafter erklärte, die Entscheidung der US-Regierung läute eine “neue Ära” bei der UNO ein. “Die absurden und beschämenden Resolutionen der UNESCO gegen Israel haben Konsequenzen”, sagte Danny Danon. Die UNESCO hatte mehrfach israelkritische Resolutionen angenommen, woraufhin die israelische Regierung ihre Beitragszahlungen verringerte. Die US-Zahlungen an die Organisation sind bereits seit 2011 eingefroren – dabei wären die USA eigentlich der größte Beitragszahler. Die Regierung von Präsident Barack Obama protestierte damit gegen die Aufnahme Palästinas als UNESCO-Vollmitglied. Im Sommer sorgte die Entscheidung, die Altstadt von Hebron zum palästinensischen Weltkulturerbe zu erklären, für Empörung in Israel.

UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokowa bedauerte die Entscheidung Washingtons zutiefst. Der Entschluss sei ihr offiziell von US-Außenminister Rex Tillerson mitgeteilt worden, erklärte sie in Paris. Der Austritt sei für “die Familie der Vereinten Nationen” und für den Multilateralismus ein Verlust, so Bokowa.

Auch UNO-Generalsekretär Antonio Guterres hat sich betroffen über den angekündigten Ausstieg der USA und Israels gezeigt. Guterres bedauere den Rückzug der beiden Länder zutiefst, sagte sein Sprecher Frahan Haq am Donnerstag in New York.

Die UNESCO ist vor allem für die Listen des Weltkulturerbes bekannt. Doch die Organisation mit 2.100 Mitarbeitern und einem dreistelligen Millionen-Etat ist in vielen weiteren Feldern aktiv – von Bildung über Biosphärenreservate bis Gleichberechtigung. Ihr Auftrag ist es, das wechselseitige Verständnis zwischen den Nationen zu fördern.

1984 waren die USA schon einmal aus der Organisation ausgetreten. Als Gründe gaben sie damals die anti-westliche Politisierung und ein ineffizientes Management an. Erst 2003 kehrten die USA zurück.

Der UNESCO-Exekutivrat stimmt in dieser Woche in Paris über die Nachfolge von UNESCO-Chefin Bokowa ab. Dabei gibt es ein heftiges Tauziehen. Auch der vierte Wahlgang für die Nominierung des neuen UNESCO-Generaldirektors hat keinen Sieger gebracht. Im Exekutivrat der UNO-Kulturorganisation lag am Donnerstag der katarische Kandidat Hamad bin Abdulasis al-Kawari mit 22 Stimmen vorne, berichtete die UNESCO am Donnerstagabend in Paris.

Es folgten die französische Ex-Ministerin Audrey Azoulay und die ägyptische Bewerberin Mushira Chattab mit jeweils 18 Stimmen. Für eine Nominierung wäre eine absolute Mehrheit von 30 Stimmen nötig gewesen. Am Freitag soll es nun eine Stichwahl geben. Da Azoulay und Chattab gleichauf liegen, muss es aber zunächst eine Vorentscheidung zwischen den beiden geben, teilte die UNESCO mit.

Dem 69-jährigen al-Kawari wird Antisemitismus vorgeworfen. Sollte er sich durchsetzen, könnte das den Konflikt mit Israel weiter verschärfen. Die UNESCO zählt derzeit 193 Mitgliedstaaten. Die 1945 gegründete Organisation ist vor allem durch ihre Liste der Welterbestätten bekannt, die jedes Jahr ergänzt wird.

Von: APA/ag.

Kommentare

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15 Kommentare auf "USA und Israel treten aus der UNESCO aus"


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Kurios
Kurios
Tratscher
11 Tage 44 Min

Sollen sie doch zum Teufel gehn

enkedu
enkedu
Universalgelehrter
10 Tage 18 h

da möcht ich mit raus. diese islamfreundliche organisation möcht ich nicht mehr finanzieren.

Dublin
Dublin
Universalgelehrter
10 Tage 8 h

@enkedu …eine völlig überflüssige und nutzlose Organisation… 👎

enkedu
enkedu
Universalgelehrter
10 Tage 23 h

langsam bröckeln diese verstaubten Institutionen.

Neumi
Neumi
Superredner
10 Tage 12 h

Kannst du denn spontan sagen, was die UNESCO eigentlich genau macht (außer dem, was eh schon grob im Artilkel steht)? Weswegen gab’s die Resolutionen? Wie schauen die aus?
Falls du das nicht kannst, solltest du dir über den Staubgehalt nicht so viele Gedanken machen, sondern erst mal, worum es eigentlich geht.

Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
10 Tage 8 h

Scheinbar ist der Verein antisemitisch, also tiefbraun. Israel ist hier die treibende Kraft

Audi
Audi
Superredner
10 Tage 23 h

Und tschüss , wen krotzs

denkbar
denkbar
Universalgelehrter
10 Tage 21 h

So ein Schmierentheater. Trump macht damit nur Druck, dass der nächste UNESCO-Chef ihm genehm ist. Wenn dem so ist, wird er den Rücktritt gleich rückgängig machen. In den nächsten Tagen findet nämlich dessen Wahl statt und erst anschließend werden die USA  ihren Austritt offiziell machen.

Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
10 Tage 8 h

Es geht nur um isrAel

denkbar
denkbar
Universalgelehrter
9 Tage 5 h

@Mistermah – Dem narzisstischen Trump geht es in erster Linie immer um ihn selbst und dann um seine finanzkräftigen israelischen Freunde.

haudi
haudi
Neuling
10 Tage 22 h

juuuhuuuu eeeeenddlich

werner66
werner66
Tratscher
10 Tage 11 h

Es wundert mich nicht, dass die USA sich aus der Unesco zurückziehen. 
Denn die Organisation steht für Frieden, Antidiskriminierung, Kultur, Bildung,Wissenschaft sowie für die Verteidigung der Meinungs- und der Pressefreiheit
Die Kultur der Amerikaner besteht ja darin, die Kultur anderer Völker zu zerstören und sie zurück in die Steinzeit zu bomben.

ahiga
ahiga
Grünschnabel
10 Tage 10 h

…und nicht vergessen..
den ausstieg hat schon obama begonnen!!!

der Rote Wichtel
10 Tage 19 h

Wenn der Rest der Welt nicht nach ihrer Pfeife tanzt wird die Antisemitismus-Keule ausgepackt und die beleidigte Leberwurst gespielt…
Ein Wunder dass sich Deutschland nicht auch aus Solidarität aus dem Verein ausklinkt

zombie1969
zombie1969
Superredner
9 Tage 23 h
Perlen der Kultur im UNESCO-Exekutivrat: Beispiel Sudan: Der Präsident ist ein vom Internationalen Strafgerichtshof per Haftbefehl gesuchter Völkermörder. Beispiel Katar: Wie meinte der ehemalige deutscher Fussballspieler, -trainer und -funktionär Franz Beckenbauer 2013: „Ich habe noch keinen einzigen Sklaven in Katar gesehen” Beispiel Elfenbeinküste: Dort blüht die Kultur dank Kindersklaverei Beispiel Iran: Man weiss wie sehr die iranische Führung insbesondere das Werk der Filmschaffenden verfolgt. Wie in jeder progressiven Kulturnation (siehe Nigeria und Katar) ist im Iran Homosexualität verboten. Beispiel Kamerun: Paul Biya, seit 1982 im Amt, kümmert sich hier persönlich um die kulturellen Belange und schützt sein Volk durch regelmässige Internetsperren vor… Weiterlesen »
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