Die Sanktionen richten sich gegen den staatlichen Ölkonzern PDVSA

USA wollen Maduro mit Öl-Sanktionen in die Knie zwingen

Dienstag, 29. Januar 2019 | 15:16 Uhr

Die USA treffen die venezolanische Regierung von Präsident Nicolas Maduro nun dort, wo es richtig wehtut. Sie nehmen den wichtigen Ölsektor des südamerikanischen Landes ins Visier. Die Sanktionen richten sich gegen den staatlichen Ölkonzern PDVSA, wie US-Finanzminister Steven Mnuchin am Montag in Washington ankündigte. Unterdessen starben bei den jüngsten Unruhen im Land mindestens 26 Menschen.

Öl aus Venezuela dürfe zwar unter dem Sanktionsregime weiterhin eingekauft werden, die Zahlungen müssten jedoch auf Sperrkonten fließen, so die Ankündigung. Die Regelungen sollen auch gewährleisten, dass US-Raffinerien, die direkt von Öllieferungen aus Venezuela abhängen, weiter betrieben werden können. Auch Citgo, die US-Tochter von PDVSA, soll weiter Geschäfte machen dürfen, solange entsprechende Zahlungen auf Sperrkonten erfolgen und nicht der von den USA nicht mehr anerkannten sozialistischen Regierung unter Maduro zufließen.

In dem südamerikanischen Land tobt ein Machtkampf zwischen der Regierung und der Opposition. Der von den USA unterstützte Parlamentschef Juan Guaido hat sich zum Übergangspräsidenten erklärt und will Staatschef Maduro aus dem Amt drängen.

Mit den neuen Sanktionen könnte Washington einerseits Maduro den Geldhahn zudrehen und andererseits Guaido Zugang zu den Öleinnahmen verschaffen. “Ab diesem Moment übernehmen wir die Vermögenswerte unserer Republik im Ausland”, teilte Guaido am Montag mit. Außerdem kündigte er an, ein neues Management für PDVSA und Citgo zu ernennen.

Der Zugriff auf die Öleinnahmen würde Guaido als Interimspräsident handlungsfähig machen und ihm zusätzliche Legitimation bei den Venezolanern verschaffen. Obwohl er international erheblichen Rückhalt genießt, hat er bisher im Land selbst keine echte Machtposition.

Präsident Maduro hingegen will seine wichtigste Einnahmequelle nicht kampflos aufgeben. Venezuela werde seinen Anspruch auf die PDVSA-Tochter Citgo vor Gerichten in den Vereinigten Staaten verteidigen, kündigte Maduro am Montag an. Trotz der Spannungen sind die USA weiterhin der größte Importeur von Erdöl aus Venezuela. Mehr als 40 Prozent des Rohöls aus dem südamerikanischen Land werden in die Vereinigten Staaten exportiert.

Russland wies indes die neuen Sanktionen der USA als ungerechtfertigt zurück. “Das unterstreicht einmal mehr den Zynismus des Geschehens. Amerikanische Unternehmen, die in Venezuela tätig sind, sind vom Sanktionsregime ausgeschlossen”, sagte Außenminister Sergej Lawrow russischen Medienberichten zufolge. Der Kreml nannte die Sanktionen rechtswidrig. “Wir betrachten das meistens als Ausdruck unlauteren Wettbewerbs”, sagte Sprecher Dmitri Peskow.

Der Ölsektor ist das Rückgrat der Volkswirtschaft in Venezuela. In dem Land lagern die größten Ölreserven der Welt. Die Volkswirtschaft hängt zu rund 90 Prozent von den Einnahmen aus dem Öl ab. Allerdings sei die staatliche Ölgesellschaft PDVSA seit langem ein Vehikel für Korruption, sagte Mnuchin.

Die USA, selbst einer der größten Ölproduzenten der Welt, haben damit nach dem Iran das zweite große Ölland mit Sanktionen überzogen. Einen Rohstoffengpass befürchtete Mnuchin nicht. “Wir sind sehr zuversichtlich, dass es genug Ausstoß gibt, so dass wir kurzfristig keine großen Auswirkungen spüren werden”, sagte Mnuchin.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) fordert für Venezuela “freie und faire Neuwahlen”. Sollte “Maduro auf diese Forderung nicht eingehen, werden wir Guaido, so wie es die venezolanische Verfassung auch vorsieht, als rechtmäßigen Übergangspräsidenten Venezuelas anerkennen”, sagte er in der deutschen “Bild”-Zeitung. Laut Kurz sollte in dem Fall auch “eine Ausweitung der gezielten EU-Sanktionen gegen weitere Mitglieder des Maduro-Regime” angedacht werden, “um den Druck zu erhöhen”. Die Lage sei “dramatisch”, betonte der Kanzler.

“Wir müssen den Menschen helfen, die unter den Auswirkungen von sozialistischer Misswirtschaft und Vetternwirtschaft massiv leiden. Die EU hat bereits humanitäre Hilfe geleistet.” Auf die Frage, ob er mit einer US-Intervention rechne, antwortete Kurz: “Wir müssen mit unseren Partnern dringend eine politische Lösung für diese verfahrene Krise finden.”

Bei den jüngsten Unruhen in Venezuela kamen nach Informationen des UNO-Menschenrechtsbüros innerhalb von drei Tagen mindestens 32 Menschen ums Leben. 26 Regierungsgegner seien nach glaubwürdigen Berichten zwischen 22. und 25. Jänner von der Armee oder bewaffneten Regierungsanhängern erschossen worden, berichtete ein Sprecher der UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte in Genf. Weitere fünf Menschen wurden bei illegalen Razzien der Streitkräfte in ärmeren Stadtteilen getötet. Ein Mitglied der Nationalgarde sei Berichten zufolge von einem Bewaffneten getötet worden.

Nach Angaben des UNO-Menschenrechtsbüros wurden zwischen dem 21. und dem 26. Jänner mindestens 850 Menschen in Gewahrsam genommen, darunter 77 Minderjährige. Am vergangenen Mittwoch seien innerhalb eines Tages 696 Menschen festgenommen worden, so viele wie seit 1999 nicht mehr an einem einzigen Tag.

Von: APA/dpa

Kommentare

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18 Kommentare auf "USA wollen Maduro mit Öl-Sanktionen in die Knie zwingen"


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zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
19 Tage 1 h

Sollte man den Militärs in Venezuela Amnestie zusichern, kommt man direkt vom Regen in die Traufe. Denn solange diese Herrschaften auf ihren Posten bleiben und Öl und Drogenhandel kontrollieren, wird es keinen echten Demokratisierungsprozess geben. Und dass Kuba einfach so durch die Hintertür verschwindet wird auch nicht passieren.

Mistermah
Mistermah
Kinig
18 Tage 6 h

Öl und Drogen … das ist genau das Problem! Sobald ein land der CIA ihnen dieses geschäft streitig macht, kommt es zum Putsch!

nightrider
nightrider
Superredner
18 Tage 3 h

@Mistermah
Zwei Millionen Venezulaner sind bereits geflüchtet wegen seines Politischen Regimes. Der Maduro scheint ein netter Kerl zu sein.

Mistermah
Mistermah
Kinig
17 Tage 23 h

@nightrider
Is Trump ein netter Kerl?
Ändert nichts daran das die CIA der größte Drogenschmuggler weltweit ist und damit ihhre geheimoperationen finanziert. Ebenso versuchen amerikanische ölfirmen weltweit das öl dieser Länder zu stehlen. Stellt sich ein Land quer gibt’s eben haue.

m69
m69
Kinig
17 Tage 21 h
Tabernakel
17 Tage 20 h

Das kannst Du nicht beweisen.

IchSageWasIchDenke
18 Tage 5 h

USA, Kriegstreiber Nummer 1

Tabernakel
18 Tage 4 h

Und wer hat die Krim überfallen?

typisch
typisch
Universalgelehrter
18 Tage 1 h

@Tabernakel
Überfallen was, wo? wurde dabei einer getöten?

m69
m69
Kinig
17 Tage 21 h

https://www.suedtirolnews.it/user/tabernakel/

weißt Du das nicht, dass du das fragst! LOL

Es waren die, die die Krim überfallen haben, jetzt weißt Du es! 🙂

Tabernakel
17 Tage 20 h

Deutsche Sprake schwäre sprachke!

Matrix
Matrix
Neuling
18 Tage 4 h
Das wirkliche Problem Venezuelas ist nicht die Demokratie. Sie gehören zu den Ländern mit den meisten Bodenschätzen überhaupt. Venezuela besitzt sogar mehr Öl als Saudi-Arabien und liegt damit Weltweit auf Platz 1. Somit äußerst attraktiv für die Vereinigten Staaten. Der letzte Putsch unter Präsident Hugo Chávez im Jahre 2002 ist Ihnen bereits nicht geglückt und nun versuchen Sie erneut Venezuelas Bodenschätzte unter dem Vorwand der “Demokretie” zu ergattern. Jedes Land mit beträchtlichen Bodenschätzen wird von den USA “demokratisiert” sofern mit Ihnen keine Geschäfte zugunsten der USA machbar sind. Manduro ist ein Präsident der nicht allen Forderungen der USA blind zustimmt… Weiterlesen »
Mistermah
Mistermah
Kinig
17 Tage 23 h

Ach ja tabi
Folter ohne Gerichtsverfahren in guantanamo!
https://www.amnesty.ch/de/themen/folter/folter-im-krieg-gegen-terror
Black side foltereinrichtungen der cia weltweit. Auch in Europa zb Polen, Litauen, aber auch Deutschland

m69
m69
Kinig
17 Tage 20 h

https://www.suedtirolnews.it/user/mistermah/

LOL

Das schöne ist, dass Obama bei seinem Amtsantritt ganz laut verkündet hat, dass er Guantanamo schließen lässt.

Ist Guantanamo geschlossen worden, kann mich nicht mehr erinnern? LOL 😉

Tabernakel
17 Tage 20 h

Du rechtfertigst ein Unrecht mit einem anderen. Schön blöd!

Tabernakel
18 Tage 4 h

Maduro ist bereits erledigt.

m69
m69
Kinig
17 Tage 21 h

https://www.suedtirolnews.it/user/tabernakel/

wenn es im Februar nicht zu freien Wahlen kommen wird, dann wird es einen Bürgerkrieg mehr auf dieser Welt geben!

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