"Südtirol soll Register für ehrenamtliche Organisationen autonom führen"

Vallazza: “Ehrenamt muss wie bisher einfach ausführbar bleiben”

Donnerstag, 26. Mai 2022 | 19:07 Uhr

Bozen – Anlässlich der Anhörung des I. Gesetzgebungsausschusses im Landtag zum Thema „Dritter Sektor“ fordert Landtagsabgeordneter Manfred Vallazza erneut, dass die Register für ehrenamtliche Organisationen autonom vom Land Südtirol geführt werden können. Die staatlichen Regelungen seien mit schier unüberwindbaren Herausforderungen verbunden und für Südtirols Vereine und Verbände zu große Hürden.

„In der Vereinstätigkeit soll die Aufmerksamkeit nach wie vor der inhaltlichen Arbeit gewidmet bleiben, die dem Gemeinwohl in den unterschiedlichsten Bereichen unserer Gesellschaft zugutekommt“, sagt Landtagsabgeordneter Manfred Vallazza. Ihm zufolge müsse es möglich sein, dass Vereine wie gewohnt weiterarbeiten dürfen: „Ich kenne kaum einen Vereinsvorstand, Obmann oder auch freiwilligen Mitarbeiter, für den es vorstellbar ist, unter derartigen bürokratischen Auflagen, wie sie der Staat vorsieht, die ehrenamtliche Tätigkeit im Verein fortzuführen. Schließlich sind diese Menschen in ihrer Freizeit an Vereinsarbeit interessiert und nicht an unbezahlten Bürotätigkeiten. Die Ausübung von Ehrenämtern muss so einfach wie möglich ausführbar bleiben.“

Landtagsabgeordneter Vallazza weist darauf hin, dass er gemeinsam mit anderen Mitgliedern der SVP-Fraktion einen Begehrensantrag eingereicht hat, welcher zur Lösung der unüberschaubaren Herausforderungen des Dritten Sektors beitragen soll. Die Abgeordneten fordern darin die italienische Regierung und das italienische Parlament auf, dass das Register für die ehrenamtlichen Organisationen autonom vom Land Südtirol geführt werden kann.

„Südtirols Gesellschaft lebt von einem dichten Netz ehrenamtlichen Engagements, welches zu einer tragenden Säule geworden ist. Ohne das Ehrenamt wäre es kaum möglich, viele Bereiche am Laufen zu halten, weil es schlichtweg ohne die Gratisarbeit vieler Freiwilliger kaum finanzierbar wäre. Zu viel Potenzial ginge verloren“, sagt Vallazza.

Es müsse nach wie vor darum gehen, dass der Einsatz, den Ehrenamtliche auf vielfältige Weise einbringen, der inhaltlichen Arbeit gewidmet bleibt. Überbordende bürokratische Auflagen schmälern längerfristig die Freude der Mitglieder mitzuarbeiten. Das Mitwirken im Verein soll dem Gemeinwohl in den unterschiedlichsten Bereichen unserer Gesellschaft zugutekommen, sei es im Sozialen, in der Kultur, im Zivilschutz, in der Gesundheit, im Denkmalschutz und der Umwelt.

Italienweit wurde eine neue Vereinsform eingeführt, welche als „Dritter Sektor – terzo settore“ bezeichnet wird. Ziel ist, für eingetragene Vereine eine allgemeine und einheitliche Struktur, sowohl verwaltungsrechtlicher als auch steuerlicher Natur zu schaffen. In das staatliche Einheitsregister des Dritten Sektors werden verschiedene Organisationen, Vereine, Stiftungen sowie Komitees eingetragen, die ausschließlich oder überwiegend Tätigkeiten vom allgemeinen Interesse ausüben.

Auch Sozialunternehmen können eingetragen werden, für die jedoch abweichende Regelungen gelten.

Nicht eingetragen werden können die öffentlichen Körperschaften, Formationen und Vereine mit politischen Zielen, Gewerkschaften, Berufsvereinigungen und berufsständische Organisationen, Arbeitgeberverbände und von diesen geleiteten und koordinierten sowie kontrollierten Körperschaften.

Von: ka

Bezirk: Bozen

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