"Autonomie ist ein Beispiel für Krisenregionen"

Van der Bellen in Rom: “Südtiroler Modell weiterentwickeln”

Dienstag, 02. Mai 2017 | 18:50 Uhr

Rom – Bei seinem Besuch in Rom hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen im Gespräch mit seinem italienischen Amtskollegen Sergio Mattarella die Südtiroler Autonomie als “weltweites Modell” gepriesen. Für Krisenregionen wie die Ostukraine solle die Südtiroler Autonomie als Modell genommen und weiterentwickelt werden, so der Bundespräsident.

Mattarella sei ein großer Freund der Südtiroler Autonomie. “Wir werden gemeinsam am 11. Juni in Bozen das 25. Jubiläum der Streitbeilegung feiern. Mattarella hat sofort zugestimmt, als ich ihn zu einem Treffen in Südtirol eingeladen habe”, berichtete Van der Bellen im Gespräch mit österreichischen Journalisten in Rom.

Die Beziehungen zwischen Südtirol und der Zentralregierung in Rom betrachtet Van der Bellen als besonders positiv. “Südtirol hat gute Politiker. Die Beziehungen zwischen Rom und Südtirol waren in der Vergangenheit nicht immer einfach, doch jetzt sind sie ausgezeichnet”, meinte Van der Bellen. Mit Mattarella wurde auch das Thema des Brennerbasistunnels besprochen. Die Finanzierung sei unter Dach und Fach, alles laufe nach Plan.

Im Rahmen seines zweitägigen Rom-Besuchs traf Van der Bellen auch die Parlamentspräsidentin Laura Boldrini in der Abgeordnetenkammer. Als Boldrini die im Plenarsaal tagenden Parlamentarier über die Anwesenheit Van der Bellens informierte, ertönte ein langer Applaus zur Begrüßung des Bundespräsidenten.

In Rom informierte sich Van der Bellen auch über die jüngsten politischen Entwicklungen in Italien. Dabei begrüßte er die Wiederwahl von Ex-Premier Matteo Renzi am vergangenen Wochenende zum Chef der Demokratischen Partei (PD), der stärksten Einzelpartei im italienischen Parlament. “Renzi hat in Österreich einen guten Ruf”, meinte der Präsident. Spätestens im kommenden Frühjahr finden in Italien Parlamentswahlen statt. “Die italienische Parteienlandschaft ist von außen betrachtet kompliziert. 40 Prozent der Parlamentarier haben seit Beginn der Legislaturperiode 2013 Partei gewechselt”, meinte Van der Bellen.

Eine offene Frage sei, wie die Fünf Sterne-Bewegung um den Starkomiker Beppe Grillo bei Parlamentswahlen abschneiden könnte. “Man weiß nicht, welches Programm die Fünf Sterne-Bewegung wirklich hat. Sie stellt jedenfalls ein Risiko für den Zusammenhalt in Europa und im Euro-Raum dar”, so Van der Bellen.

Von: apa

Bezirk: Bozen